Lascaux - Historisches Bild

Vor 80 Jahren jagt im südwestfranzösischen Departement Dordogne ein Hund namens Robòt einen Hasen, der schliesslich in einem zwanzig Zentimeter breiten Loch verschwindet. Der Besitzer des Hundes heisst Marcel Ravidat, ein Lehrling in einer Garage. Er befindet sich auf einem Spaziergang mit einigen Kollegen. Um den Hasen aufzuscheuchen, wirft Marcel Ravidat einen Stein ins Loch. Da entdecken die Jungen, dass sich unter dem Loch ein riesiges Höhlensystem öffnet. Die „Grottes des Lascaux“ mit ihren phantastischen Höhlenmalereien gehören heute zum Unesco-Welterbe. Sie werden die „Sixtinische Kapelle der Urgeschichte“ genannt.

Die Jungen glauben zunächst, das Loch sei der Ausgang eines unterirdischen, geheimen Ganges, der von einem nahen Schloss herführt. Vier Tage nach ihrer Entdeckung kehrt Marcel Ravidat mit einigen Freunden zum Loch zurück, diesmal mit Schaufeln, Petrollampen und Werkzeugen. Sie legen den Eingang frei, steigen hinunter und entdecken die ersten Malereien, die heute zu den grossartigsten prähistorischen Kunstwerken gehören. Es ist der 12. September 1940. Ein pensionierter Lehrer, dem die Entdeckung mitgeteilt wird, glaubt, von den Jungen hochgenommen zu werden und erklärt zunächst, er werde nicht durch das Loch hinuntersteigen. Doch dann werden Prähistoriker informiert, und die Entdeckung wird zur Weltsensation.
Insgesamt befinden sich fast 2000 Malereien und Zeichen an den Wänden der Höhle.

Wann wurden die Malereien angefertigt? Die Wissenschaftler sind sich nicht einig. Die einen sprechen von einem Zeitraum von 17’000 bis 15’000 Jahre vor Christus. Andere datieren die Werke gar bis 36’000 Jahre vor Christus zurück.

Im Juli 1948 wird die Grotte für Touristen geöffnet. Seither wurde sie von Millionen besucht, was dem Höhlenklima zusetzt. Die Atemluft der Besucher beschädigt die Bilder und führt zu Schimmel. 1963 wird die Höhle geschlossen und ein kompliziertes Belüftungs-System eingebaut, das auch die Temperatur regelt und die Ausbreitung des schwarzen Schimmels stoppen soll. (Foto: Keystone/AP/AFP/Pool/Pierre Andrieu)