Suhrkamp - Historisches Bild

Am 1. Juli 1950 wurde der Suhrkamp-Verlag gegründet. Es gibt einige Verlage, die das geistige Leben Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg in bester Weise begleitet und geprägt haben. Aber der Suhrkamp-Verlag ragt heraus. Das liegt nicht nur an den Autoren, sondern auch an den prägenden Führungsfiguren wie Peter Suhrkamp, dem Gründer, und Siegfried Unseld, der den Verlag von 1959 an bis zu seinem Tod 2003 leitete.

Über Siegfried Unseld erlangte die Schriftstellerin und frühere Schauspielerin Ulla Berkéwicz, die er 1990 heiratete, starken Einfluss auf den Verlag. Ihre Auseinandersetzung mit dem Hamburger Medieninvestor Hans Barlach, der in den Verlag zum Jahreswechsel 2006/2007 einstieg, führte fast zum Ruin. Seit 2015 aber ist diese Krise überstanden.

Zu Suhrkamp und den zahlreichen prägenden Führungspersonen, Mitarbeitern und Autoren ist so viel geschrieben worden, dass sich daraus eine eigene Bibliothek ergäbe. Besonders treffend hat der amerikanische Literaturwissenschaftler und Kulturkritiker George Steiner die Bedeutung des Suhrkamp -Verlages charakterisiert:

Die „Suhrkamp-Kultur“ habe „in unseren Tagen die literarisch und intellektuell führende Schicht Deutschlands bestimmt. Ganz auf sich gestellt, kraft seiner kulturpolitischen Vision und seines verlegerischen Scharfsinns hat der Suhrkamp-Verlag einen Massstab für moderne Philosophie geschaffen. Insofern als der Suhrkamp-Verlag die bedeutendsten herausforderndsten philosophischen Stimmen unserer Epoche einem breiten Publikum zugänglich gemacht hat, insofern als er die deutschen Bücherregale mit der Gegenwart jener deutsch-jüdischen intellektuellen uns stimulierenden Kraft erfüllt hat, welche der Nazismus auslöschen wollte, war und ist seine Initiative ein dauerndes Verdienst.“

Das Bild vom 28. April 2003 zeigt die „Spektralfarben“ der „edition suhrkamp“. (Foto: Keystone/DPA/Alexander Rüsche)