James Schwarzenbach - Historisches Bild

Er war ein Verehrer von Franco mit teils völkischen, antisemitischen und rassistischen Ansichten. Als erster europäischer Rechtspopulist ging er in die Geschichte ein. Der stets adrett gekleidete, rhetorisch beschlagene James Schwarzenbach tat, was alle Populisten tun. Er baute ein Feindbild auf. Und die Feinde waren die Ausländer.

Obwohl die Arbeitslosigkeit in der Schweiz zwischen 1960 und 1975 bei fast null Prozent lag, hetzte er gegen die Fremdarbeiter in der Schweiz und verlangte, dass 300’000 ausgewiesen würden. Sie nähmen den Schweizern die Arbeit weg, sagte er. Zudem plusterte er sich als Retter der helvetischen Kultur auf.

Am 7. Juni 1970 – also vor 50 Jahren – wurde seine Initiative „gegen die Überfremdung von Volk und Heimat“ mit 54 Prozent abgelehnt. Vor allem auch in Arbeiterkreisen stiess seine Hetzkampagne auf viel Sympathien. Die Gewerkschaften machten keine „bella figura“.

Das Bild zeigt Schwarzenbach nach verlorener Abstimmung am 1. August 1970 auf dem Schlachtfeld von Sempach. Auf dem Stein steht: „Hier hat Winkelried den Seinen eine Gasse gemacht.“

Laut seiner Initiative hätte der Ausländerbestand in der Schweiz 10 Prozent nicht übersteigen dürfen. Nur dem internationalen Genf wurde eine höhere Quote zugestanden. Vorwiegend Italiener hätten das Land verlassen müssen. Dass gerade sie in der beginnenden Hochkonjunktur wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Schweiz beitrugen, spielte im Abstimmungskampf eine nur untergeordnete Rolle. Schwarzenbach starb 1994. Er ebnete den Weg für viele Rechtspopulisten in ganz Europa. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv/Str)

Siehe auch: Journal21.ch Concetto Vecchio: „Jagt sie weg, die Italiener“ https://www.journal21.ch/raus-mit-den-italienern