Andrei Sacharow - Historisches Bild

Andrei Sacharow gehört zu den berühmtesten Dissidenten der ehemaligen Sowjetunion. Als Physiker galt er als der „Vater der Wasserstoffbombe". Seine Ideen waren bahnbrechend, denn mit ihnen liessen sich bis dahin unüberwindbar scheinende Probleme der Kernfusion lösen. Erste Zweifel kamen ihm aber, als er sich mit den Zahlen ziviler Opfer als Folgen von Kernwaffentests beschäftigte.

1961 wandte sich Sacharow bei einem Treffen mit KP-Chef Nikita Chruschtschow gegen den Plan, eine 100-Megatonnen-Wasserstoffbombe in der Atmosphäre zu testen. Im Laufe der Zeit entwickelte Sacharow ein immer stärkeres Gespür für die politischen Mängel des Sowjetsystems. So fürchtete er, dass es eine Rückkehr zum Stalinismus geben könnte. Und als 1968 der Prager Frühling mit militärischen Mitteln beeendet wurde, stellte sich Sacharow ganz auf die Seite der politischen Dissidenten. Seine politischen Aktivitäten trugen ihm eine jahrelange Verbannung nach Gorki ein, die erst im Dezember 1986 aufgehoben wurde. Dies wurde ihm in einem legendären Telefonat von Michail Gorbatschow mitgeteilt. Gorbatschow bat ihn, nach Moskau zurückzukehren und seine politische Tätigkeit fortzusetzen.

1970 gründete Sacharow ein Komitee zur Durchsetzung der Menschenrechte. Öffentlichkeitswirksam setzte er sich insbesondere für zahlreiche politische Häftlinge ein. Am 10. Dezember 1975 wurde Sacharow der Friedensnobelpreis verliehen. Sacharow starb am 14. Dezember 1989 im Alter von 68 Jahren. Das Foto stammt von1973. (Foto: Keystone/AP)