André Gide - Historisches Bild

Vor 150 Jahren, am 22. November 1869, wurde André Gide geboren. Er starb 1951. Sein Leben verlief literarisch, politisch und persönlich derartig windungsreich, dass man ihn wohl am besten als einen lebenslang Ringenden und Suchenden beschreibt. Ursprünglich war er nur einem kleinen Kreis französischer Literaten bekannt, zumal er aufgrund seines ererbten Vermögens die ersten Bücher in winzigen Auflagen auf eigene Kosten drucken liess. Mit den Jahren aber wuchs die Anerkennung. 1947 wurde André Gide mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Die Themen Religion und Sexualität haben sein Leben am stärksten geprägt. Schon in frühen Jahren verliebte er sich in eine Cousine, die er aber erst nach dem Tod seiner Mutter heiraten konnte. Just in diese Zeit fällt seine erste manifeste homoerotische Beziehung, woran seine Ehe zerbrach. Religiös strebte er nach einem hohen Grand von Reinheit und fühlte sich teilweise zum Katholizismus hingezogen. Die Religion wiederum machte es ihm zeitweilig schwer, seine homosexuelle Seite zu akzeptieren.

Politisch gab es in seinem Leben ebenfalls mehrere Kehrtwenden. So sympathisierte er zeitweilig mit dem Vichy-Regime des Marschall Pétain, wandte sich dann aber der Résistance und dem Sozialismus zu. Mehrere Monate reiste er als Staatsgast durch die Sowjetunion, wurde aber trotz seines Wunsches nicht von Stalin persönlich empfangen. Seine vermeintlich unkritische Haltung gegenüber der Realität der kommunistischen Diktatur trug ihm heftige Kritik der Opponenten ein. Als er sich aber in seinem publizierten Reisebericht kritisch äusserte und sich schliesslich vom Stalinismus lossagte, brandete die Kritik von der anderen Seite auf.

Am Ende dominierte aber die Anerkennung. 1949 erhielt André Gide die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main. 1950 wurde er als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters gewählt. Und auch die katholische Kirche geizte nicht mit Anerkennung. 1952 wurde sein Gesamtwerk auf den Index Romanus der katholischen Kirche gesetzt, also für die Gläubigen schlicht und einfach verboten.

Das Bild enstand 1947 in Ascona und zeigt ihn mit seiner Tochter Catherine, die aus einer kurzzeitigen unehelichen Verbindung stammt. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv/Str.)
Vor 150 Jahren, am 22. November 1869, wurde André Gide geboren. Er starb 1951. Sein Leben verlief literarisch, politisch und persönlich derartig windungsreich, dass man ihn wohl am besten als einen lebenslang Ringenden und Suchenden beschreibt. Ursprünglich war er nur einem kleinen Kreis französischer Literaten bekannt, zumal er aufgrund seines ererbten Vermögens die ersten Bücher in winzigen Auflagen auf eigene Kosten drucken liess. Mit den Jahren aber wuchs die Anerkennung. 1947 wurde André Gide mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Die Themen Religion und Sexualität haben sein Leben am stärksten geprägt. Schon in frühen Jahren verliebte er sich in eine Cousine, die er aber erst nach dem Tod seiner Mutter heiraten konnte. Just in diese Zeit fällt seine erste manifeste homoerotische Beziehung, woran seine Ehe zerbrach. Religiös strebte er nach einem hohen Grand von Reinheit und fühlte sich teilweise zum Katholizismus hingezogen. Die Religion wiederum machte es ihm zeitweilig schwer, seine homosexuelle Seite zu akzeptieren.

Politisch gab es in seinem Leben ebenfalls mehrere Kehrtwenden. So sympathisierte er zeitweilig mit dem Vichy-Regime des Marschall Pétain, wandte sich dann aber der Résistance und dem Sozialismus zu. Mehrere Monate reiste er als Staatsgast durch die Sowjetunion, wurde aber trotz seines Wunsches nicht von Stalin persönlich empfangen. Seine vermeintlich unkritische Haltung gegenüber der Realität der kommunistischen Diktatur trug ihm heftige Kritik der Opponenten ein. Als er sich aber in seinem publizierten Reisebericht kritisch äusserte und sich schliesslich vom Stalinismus lossagte, brandete die Kritik von der anderen Seite auf.

Am Ende dominierte aber die Anerkennung. 1949 erhielt André Gide die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main. 1950 wurde er als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters gewählt. Und auch die katholische Kirche geizte nicht mit Anerkennung. 1952 wurde sein Gesamtwerk auf den Index Romanus der katholischen Kirche gesetzt, also für die Gläubigen schlicht und einfach verboten.

Das Bild enstand 1947 in Ascona und zeigt ihn mit seiner Tochter Catherine, die aus einer kurzzeitigen unehelichen Verbindung stammt. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv/Str.)