Willi Stoph - Historisches Bild

Vor zwanzig Jahren, am 13. April 1999, verstarb Willi Stoph in Berlin. In der DDR bekleidete er höchste Ämter, war aber eine derartig zwielichtige Figur, dass er selbst im Politbüro, dem er seit 1953 angehörte, wiederholt in Ungnade fiel. Trotzdem wurde er nach dem Tod von Otto Grotewohl 1964 Vorsitzender des Staatsrates und somit Ministerpräsident der DDR. In dieser Eigenschaft traf er sich 1970 zweimal mit dem deutschen Bundeskanzler Willy Brandt. Die Treffen in Erfurt und Kassel gelten als der Beginn der Entspannungspolitik mit der DDR.

Willi Stoph kam am 9. Juli 1914 in Berlin als Arbeiterkind zur Welt. Er schloss eine Maurerlehre als Geselle ab und diente 1935 bis 1945 fast durchgehend in der deutschen Wehrmacht. 1937 wurde er zum Oberkanonier ernannt. Dennoch besass er die Chuzpe, sich später in der DDR als Verfolgter des Nazi-Regimes zu präsentieren und Entschädigung zu verlangen. Das nahmen ihm die Genossen nicht ab. Zudem enthüllte die westdeutsche Presse, dass Stoph während der Nazizeit wiederholt Lobreden auf das Regime gehalten hatte. Daraufhin verlor er sein Amt als Verteidigungsminister und wurde stellvertretender Ministerpräsident ohne Geschäftsbereich.

Stoph galt in der DDR als Hardliner und Mann Breschnews. Nach der Wende wurde Stoph aus dem ZK der SED ausgeschlossen und in mehreren Verfahren wegen Amtsmissbrauchs, Korruption und Bereicherung angeklagt. Denn mittlerweile war bekannt geworden, dass Stoph nicht nur ein Haus in der Funktionärssiedlung Wandlitz besass, sondern noch ein protziges Jagdhaus mitten in einem Natuschutzgebiet an der Müritz. Im Mai 1991 wanderte Stoph wegen der Tötungen an der Grenze für 15 Monate ins Gefängnis. Vorher hatte er sich um Asyl in der Sowjetunion bemüht, aber Gorbatschow liess ihn abblitzen. 

Das Bild zeigt Willy Brandt und Willi Stoph bei ihrem zweiten Treffen am 21. Mai 1970 in Kassel (Foto: Keystone/AP/Anonymus).
Vor zwanzig Jahren, am 13. April 1999, verstarb Willi Stoph in Berlin. In der DDR bekleidete er höchste Ämter, war aber eine derartig zwielichtige Figur, dass er selbst im Politbüro, dem er seit 1953 angehörte, wiederholt in Ungnade fiel. Trotzdem wurde er nach dem Tod von Otto Grotewohl 1964 Vorsitzender des Staatsrates und somit Ministerpräsident der DDR. In dieser Eigenschaft traf er sich 1970 zweimal mit dem deutschen Bundeskanzler Willy Brandt. Die Treffen in Erfurt und Kassel gelten als der Beginn der Entspannungspolitik mit der DDR.

Willi Stoph kam am 9. Juli 1914 in Berlin als Arbeiterkind zur Welt. Er schloss eine Maurerlehre als Geselle ab und diente 1935 bis 1945 fast durchgehend in der deutschen Wehrmacht. 1937 wurde er zum Oberkanonier ernannt. Dennoch besass er die Chuzpe, sich später in der DDR als Verfolgter des Nazi-Regimes zu präsentieren und Entschädigung zu verlangen. Das nahmen ihm die Genossen nicht ab. Zudem enthüllte die westdeutsche Presse, dass Stoph während der Nazizeit wiederholt Lobreden auf das Regime gehalten hatte. Daraufhin verlor er sein Amt als Verteidigungsminister und wurde stellvertretender Ministerpräsident ohne Geschäftsbereich.

Stoph galt in der DDR als Hardliner und Mann Breschnews. Nach der Wende wurde Stoph aus dem ZK der SED ausgeschlossen und in mehreren Verfahren wegen Amtsmissbrauchs, Korruption und Bereicherung angeklagt. Denn mittlerweile war bekannt geworden, dass Stoph nicht nur ein Haus in der Funktionärssiedlung Wandlitz besass, sondern noch ein protziges Jagdhaus mitten in einem Natuschutzgebiet an der Müritz. Im Mai 1991 wanderte Stoph wegen der Tötungen an der Grenze für 15 Monate ins Gefängnis. Vorher hatte er sich um Asyl in der Sowjetunion bemüht, aber Gorbatschow liess ihn abblitzen.

Das Bild zeigt Willy Brandt und Willi Stoph bei ihrem zweiten Treffen am 21. Mai 1970 in Kassel (Foto: Keystone/AP/Anonymus).