Auswanderer - Historisches Bild

1936: Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit auch in der Schweiz. Dieses Paar wandert, mit Unterstützung des Bundes, nach Brasilien aus. Das Bild zeigt sie vor der Abreise im Zürcher Hauptbahnhof. Mit dem Zug geht's zunächst nach Rotterdam und dann mit dem Schiff nach Rio. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)

Hunderte Schweizer Familien und Einzelpersonen sind in den Jahren 1936 bis 1938 nach Südamerika ausgewandert, vor allem nach Argentinien (Misiones) und Brasilien. Sie alle fanden wegen der schweren Wirtschaftskrise keine Arbeit mehr. Der Bund unterstützte die Auswanderung. Das Parlament verabschiedete im Sommer 1936 ein Gesetz, wonach die Auswanderer ein zinsloses Darlehen von bis zu 10'000 Franken erhielten. Damit sollten die Kosten für die Reise und der Kauf von Land und Geräten gedeckt werden.

Brasilien war seit langem ein beliebtes Ziel für Schweizer Auswanderer. Schon vor 200 Jahren brachen über 2000 Schweizer nach Südamerika auf. Sie stammten aus den Kantonen Freiburg, Bern, Wallis, Aargau, Luzern, Solothurn, Waadt, Schwyz, Neuenburg und Genf. 400 erkrankten auf der 140 Tage dauernden Überreise, 300 starben. Die Überlebenden gründeten nördlich von Rio die Stadt Nova Friburgo. Einige stiegen ins Kaffeegeschäft ein und wurden reich. Viele jedoch blieben arm. Nova Friburgo zählt heute 180'000 Einwohner. 

Grund für die Auswanderung war damals der Ausbruch des Vulkans Tambora auf Indonesien. Das ausgeworfene Material bewirkte globale Klimaveränderungen. Die Vulkanasche wurde bis in eine Höhe von 43 Kilometer geschleudert und von den Windströmen über den Globus verteilt. Europa und Amerika erlebten 1816 das sogenannte „Jahr ohne Sommer“. Fröste, Dauerregen, Hagel, Schnee, Überschwemmungen führen zu Missernten und zu den schlimmsten Hungersnöten des 19. Jahrhunderts.
1936: Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit auch in der Schweiz. Dieses Paar wandert, mit Unterstützung des Bundes, nach Brasilien aus. Das Bild zeigt sie vor der Abreise im Zürcher Hauptbahnhof. Mit dem Zug geht's zunächst nach Rotterdam und dann mit dem Schiff nach Rio. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)

Hunderte Schweizer Familien und Einzelpersonen sind in den Jahren 1936 bis 1938 nach Südamerika ausgewandert, vor allem nach Argentinien (Misiones) und Brasilien. Sie alle fanden wegen der schweren Wirtschaftskrise keine Arbeit mehr. Der Bund unterstützte die Auswanderung. Das Parlament verabschiedete im Sommer 1936 ein Gesetz, wonach die Auswanderer ein zinsloses Darlehen von bis zu 10'000 Franken erhielten. Damit sollten die Kosten für die Reise und der Kauf von Land und Geräten gedeckt werden.

Brasilien war seit langem ein beliebtes Ziel für Schweizer Auswanderer. Schon vor 200 Jahren brachen über 2000 Schweizer nach Südamerika auf. Sie stammten aus den Kantonen Freiburg, Bern, Wallis, Aargau, Luzern, Solothurn, Waadt, Schwyz, Neuenburg und Genf. 400 erkrankten auf der 140 Tage dauernden Überreise, 300 starben. Die Überlebenden gründeten nördlich von Rio die Stadt Nova Friburgo. Einige stiegen ins Kaffeegeschäft ein und wurden reich. Viele jedoch blieben arm. Nova Friburgo zählt heute 180'000 Einwohner.

Grund für die Auswanderung war damals der Ausbruch des Vulkans Tambora auf Indonesien. Das ausgeworfene Material bewirkte globale Klimaveränderungen. Die Vulkanasche wurde bis in eine Höhe von 43 Kilometer geschleudert und von den Windströmen über den Globus verteilt. Europa und Amerika erlebten 1816 das sogenannte „Jahr ohne Sommer“. Fröste, Dauerregen, Hagel, Schnee, Überschwemmungen führen zu Missernten und zu den schlimmsten Hungersnöten des 19. Jahrhunderts.