Macron – „le vent en poupe“

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Macron – „le vent en poupe“

Von Newsdesk Journal21, 11.06.2017

Der neue französische Staatspräsident reitet auf einer Popularitätswelle.

Seine Partei und der mit ihm alliierte „Mouvement Démocrate“ könnten 31,5 Prozent der Stimmen erhalten. Das gäbe ihnen in der Nationalversammlung zwischen 397 und 427 Sitze. Das geht aus der letzten vom Institut Ipsos/Sopra Steria im Auftrag des öffentlich-rechtlichen französischen Radios und Fernsehens hervor. Die Meinungsforscher betonen, dass Macrons Bewegung weiter „Wind in den Segeln“ hat.

  • Laut der Ipsos-Umfrage käme die Allianz „Les Républicains-UDI“ (die Partei von Sarkozy und Fillon) auf 22 Prozent der Stimmen (95–115 Sitze).
  • Für Marine Le Pens „Front National“ würden 18 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmen (5–15 Sitze).
     
  • Die Parti Socialiste (die Partei des früheren Staatspräsidenten François Hollande) käme auf 8 Prozent (22–32 Sitze).
     
  • „La France Insoumise“ von Jean-Luc Mélenchon würde laut Ipsos 11,5 Prozent der Stimmen erhalten (11–21 Sitze).

Die Ipsos-Umfrage war am 7. Und 8. Juni durchgeführt worden.

Die Abgeordneten werden nach dem Majorz-Wahlsystem gewählt. Im heutigen ersten Wahlgang müssen die Kandidaten das absolute Mehr erreichen, um gewählt zu werden. Im entscheidenden zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag nehmen jene Kandidaten und Kandidatinnen teil, die im ersten Wahlgang mindestens 12,5 Prozent der Stimmen erhalten haben – in jedem Fall aber die beiden Bestplatzierten des ersten Wahlgangs. Die französische Nationalversammlung zählt 577 Sitze.

Erste Ergebnisse des ersten Wahlgangs werden um 20.00 Uhr erwartet.

(J21/hh)

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Vielleicht schafft E. Macron die innere Zerrissenheit Frankreichs zu beenden, was bisher weder Konservative noch Sozialdemokraten geschafft haben. Er hat gute Chancen dazu. Er hat es mit sachlicher Kritik und nicht mit dem Aufbauen von Feindbildern ins Präsidentenamt geschafft, obwohl er nicht etabliert ist. Die Voraussetzungen sind also da. Die Frage ist nur, wie gut seine Wirtschaftsreformen ziehen und wie gut er sich gegen Angriffe von rechts und links gegen seine Vergangenheit als Banker und Absolvent einer Elite-Akademie verteidigen kann.
E. Macron ist in jeder Hinsicht ein neues Phänomen, man darf also gespannt sein. Bisher hat er nur positiv überrascht.

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