Jeder gegen jeden

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Jeder gegen jeden

Von René Zeyer, 13.05.2014

Nicht nur die Credit Suisse interpretiert den Schlachtruf der Musketiere neu: jeder gegen jeden und alle gegen alle.

Schwierig zu entscheiden, was mehr verblüfft: schon vor Jahren die Zukunft richtig vorhergesehen zu haben – oder zuschauen müssen, wie immer wieder die schlechteste Variante gewählt wird. Konkret: Seit dem Fall UBS war klar, dass nur eine gemeinsame wehrhafte Strategie von Regierung und Finanzplatz das Schlimmste verhüten könnte.

Ceterum censeo

Leider muss man einleitend immer wiederholen: Nein, es geht weder um den Schutz noch die Verteidigung von Schwarzgeldbunkern in der Schweiz. Nein, es geht nicht darum, Untaten wie Beihilfe zu Steuerhinterziehung (im Ausland strafbar, in der Schweiz nicht) zu salvieren. Und nein, die unsägliche Heuchelei und der Rechtsimperialismus der USA sind zwar bemerkenswert, aber nichts Neues, nicht überraschend und vor allem kein Grund, sich auf Schweizer Seite so bescheuert wie nur irgend möglich zu verhalten.

Selbst nachdem der Bundesrat mit Notrecht und Rechtsbruch im Fall UBS einen Präzedenzfall geschaffen hatte, der dann vom Parlament nachträglich legitimiert wurde, war der Rechtsstaat Schweiz zwar lädiert, aber nicht erledigt.

Selbst nachdem die Lex USA, also die Lex Credit Suisse, letztes Jahr zwar vom Parlament abgeschmettert wurde, anschliessend aber als «Regierungsvereinbarung» wieder das Licht der Welt erblickte, hätte es noch Handlungsoptionen neben der völligen Kapitulation gegeben. Aber vorbei, verspielt, verstolpert.

Wie aus dem Lehrbuch

Den USA kann man viel vorwerfen, aber sie zerlegen den Finanzplatz Schweiz in einer Art zu Kleinholz, die ins Lehrbuch für «genauso macht man das» aufgenommen gehört. Exempel statuieren, Reaktion zur Kenntnis nehmen. Ein weiteres Dutzend Schweizer Banken in Geiselhaft nehmen, eine Geisel erschiessen. Reaktion zur Kenntnis nehmen, kurz, aber herzhaft lachen, weitermachen.

Die zweitgrösste Schweizer Bank CS, zwei Kantonalbanken mit Staatsgarantie und ein paar kleinere Banken auf die Streckbank legen, vielleicht muss man ja nochmal eine unwichtige Geisel erschiessen, Reaktion zur Kenntnis nehmen, laut und herzlich lachen. Zuschauen, wie mehr als hundert Schweizer Banken sich wie Opferlämmer in der Gruppe zwei einfinden. Also «freiwillig» und ohne den Rechtsweg zu beschreiten, eingestehen, Unrecht getan zu haben und gesenkten Hauptes gepfefferte Bussen ohne mögliche Gegenwehr erbitten. Sich die Lachtränen abwischen und weitermachen.

Und dann noch das Problem lösen, dass die Atombombe – Anklage gegen eine Bank selbst wegen «Verschwörung» – durch den sofortigen Verlust des Zugangs zur Dollarwelt zwar unschlagbar ist, jedoch leider nur einen Krater, aber keine zahlungsfähige Bank hinterlässt. Die Reaktion abwarten und sich am Boden wälzen vor lachen.

Und die Eidgenossen?

Rechtstaat verraten. Kunden verraten. Mitarbeiter verraten. Alles, was im Guten – und im Schlechten – den Finanzplatz Schweiz ausmachte, verraten. Selbstverständlich wurde das Bankkundengeheimnis missbraucht. Aber nicht nur, und das ist überhaupt kein Anlass, Grundwerte wie Vertragstreue, Tradition sowie die Sicherheit des Kunden, einem gegebenen Bankerwort vertrauen zu können, in den Wind zu schiessen. Wer jemandem, aus guten oder schlechten Motiven, sein Geld anvertraut, muss wenigstens sicher sein, dass sein Banker Vereinbarungen einhält, gegebene Versprechen notfalls unter Einsatz seiner Position, seiner Karriere verteidigt. Und sie ja nicht, niemals unter Beihilfe seines Staates sogar rückwirkend, bricht.

All das ist geschehen, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Aber das Hirnrissige daran ist: Es hat nicht mal was genutzt. Das Bankgeheimnis ist faktisch pulverisiert, obwohl es rechtlich gesehen immer noch gültiges Gesetz wäre. «Globallösung» und «Weissgeldstrategie», schnell einmal eingeschrumpft auf eine «akzeptable Verhandlungslösung», ein Witz, aber ein schlechter. Wäre seit dem Fall UBS, seit 2009, überhaupt nicht verhandelt worden, das Ergebnis wäre nicht schlechter ausgefallen.

Kläglich

Kann man das noch toppen? Durchaus. In verständlichem Übermut verfolgen die USA weiterhin die Strategie: Stillstand ist doch Rückschritt. Wieso sollen wir uns mit dem zufriedengeben, was wir bei der UBS erreicht haben? Da geht doch noch mehr. Höhere Bussen, mehr Daten, und als Sahnehäubchen noch ein Schuldeingeständnis. Und wenn die Amis lustig sind, muss auf dem Matterhorn jeden Tag die US-Flagge gehisst werden. Oder die Verhandlungen des Bundesrats sollen gefälligst auf Englisch abgehalten werden, dann spart sich die NSA Übersetzer, die diesen komischen Dialekt verstehen müssen.

Und was tun die grossartigen Bankenlenker, die furchtbar viel Geld verdienen, weil sie furchtbar viel Verantwortung tragen, was eben nur die Besten ertragen, und das kostet halt? Sie spielen Karten. Sie kämpfen alleine darum, wer denn die Arschkarte gezeigt bekommt, also von seinem Posten zurücktreten muss. Kann das nicht ein Managing Director sein? Wenn nicht, dann halt ein Mitglied der Geschäftsleitung? Aber doch bitte nicht der CEO, ja nicht der VR-Präsident. Das wäre ein ganz falsches Signal.

Alle müssten zurücktreten. Der gesamte Verwaltungsrat, die gesamte Geschäftsleitung. Bei allen Banken, die in Gruppe eins oder zwei sind. Aber das wird nicht geschehen. Stattdessen gilt: jeder gegen jeden, und alle gegen die Kunden, die Mitarbeiter, die Bank. Das gehört auch ins Lehrbuch. Als historisch wohl einmaliges klägliches Versagen.

Stimmt ich habe das auch soeben gelesen: Frankreichs Pleite ist Fakt:
http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa/3804792/BZO_Frankreic...
Dann wird wohl das geschehen was in der Meldung prognostiziert wird. Was daraus erwächst kann das Ergebnis der sog. Eu-Wahlen umstürzen, egal wie es ausfällt. Wie sich die weiteren Entwicklungen in der krisengeschüttelten, nun auch noch am Rande eines Krieges stehenden EU auf die Schweiz auswirken ist nicht voraussehbar.

Der Schweizer Geheimdienst NDB prognostizierte vor Jahren exakt was auf uns zukommt und man lachte ihn damals laut aus. Und jetzt kommt alles so, wie sie und auch viele andere Experten ständig berichten.

Ich nehme an, Armeechef Blattner kann uns nicht mehr sagen als er gerne würde, aber der Wink mit dem Notvorrat sollte uns wohl alle auf das Schlimmste vorbereiten und auch bei dieser Meldung wird er noch ausgelacht, was die meisten Zeitungsleser zum Glück nicht gut fanden.
Ich kann nur jedem einen sinnvollen Notvorrat empfehlen und ich würde nicht bis zum Ende der EU Wahlen damit warten. Man darf nicht vergessen in einem Monat findet die Fussball WM statt und die wird wirklich wichtige Nachrichten in den Hintergrund drücken.

Ich kann mir die langen Gesichter schon vorstellen, wenn die Franzosen vor der Bank stehen und diese auf unbestimmte Zeit zu hat. Und in der Zwischenzeit die Banken mit den Geldern der Kunden deren Gewinne abgesichert werden, so wie in Zypern. Man kann sich etwa vorstellen was passiert, wenn dies in Frankreich geschieht, wenn in Paris die Demonstranten schon wegen trivialen Dingen fast die Stadt demolieren. Und die Le Pen wird garantiert die Situation noch anheizen und für sich nutzen. Eine sehr gefährliche Kombination braut sich da am Horizont zusammen.

Gerade lese ich auf Deutsche Wirtschafts Nachrichten, dass die Bank Depfa mit 49 Milliarden von Deutschland abgewickelt werden muss. Solche Meldungen werden wir vermutlich jetzt sehr oft hören.
Wichtig ist deshalb auch ein grösserer Bargeldvorrat zusammen mit kleinen Silber und Goldmünzen, am besten nur noch Geld unter 10‘000 Franken auf einer Bank lassen und Vermögen darüber auf andere Bankinstitute splitten, wenn man es nicht bei sich haben will.

Ich möchte darauf hinweisen, dass all diese negative Vorgänge mit einer schnellen Umsetzung zum Gläsernen Menschen zusammenhängen. Man will uns so weissmachen, dass es nicht mehr anders geht, was natürlich gelogen ist. Man muss nur dieses Zinsbasierte Konfetti- Schuldgeldsystem einstampfen, dann wäre dieser Albtraum endlich vorbei.

Nicht nur die Verwaltungsräte müssten zurücktreten, auch in Bern gibt es Personen, die dort nichts zu suchen haben und die müssen so schnell wie möglich weg. Wenn man es genau nimmt, müssten gleich alle abtreten, denn von den Parlamentariern kann man schon erwarten, dass sie sich für die Schweiz einsetzen und ich sehe eine andere Tendenz.

Ich habe ich das deutliche Gefühl, wir werden von Personen angeführt, die uns in die totale Selbstaufgabe hineinmanövrieren wollen. Angefangen bei Firmenbossen, die Japaner oder Chinesen mit Fotoapparaten bedenkenlos durch unsere Firmen laufen liessen, bis zu Verantwortungslosen Politikern, die bei allem ohne Druck nachgeben.

Wir übernehmen unzählige EU Gesetze, lassen uns von grauen und schwarzen Listen hetzen, oder von Daten CDs Kunden weglocken, ärgern sich über prominente Steuerhinzerzieher. Dabei haben die Länder selbst ihre eigenen Banken nicht unter Kontrolle. Aber unseren Politikern kommt es nicht in den Sinn von den angreifenden Ländern zu fordern, dass zuerst mit gutem Beispiel vorangehen.

Erschwerend kommt hinzu, dass der gläserne Mensch, wie es Uli Maurer nannte, durch die Mitwirkung der Schweiz jetzt sehr bald im Westen möglich wird. Verbunden mit der allüberwachenden Staaten steht uns eine orwellsche Zukunft bevor, wenn die Geheimdienste unsere Finanzen kontrollieren. Auch mit dem Hintergrund, dass die ruinierten Staaten mit dem Vermögen des Volkes aus dem Ruin helfen wollen. Aber durch politische korrektheit (Zensur) verbietet es den Medien darüber zu sprechen.

Dann gibt es auch noch Organisationen, die die Armee auflösen wollen, obwohl es keine Anzeichen auf echten Frieden gibt. Im Gegenteil stehen alle Zeichen auf Krieg, auch in unserer direkten Nachbarschaft. In Frankreich bahnt sich laut Insidern auf Juni/Juli die Staatspleite an, die das EU Konstrukt ins Wanken bringen wird, mit sehr ungewissen Ausgang. Auch die USA gerät immer mehr ins Wanken. Das Geldsystem mit dem Amerikanischen Dollar als Leitwährung steht unmittelbar vor dem Zerfall. Deshalb sind die Truppenverlegungen der NATO an die Russische Grenze brandgefährlich und unser Bundespräsident steht zwischen diesen Grossmächten und soll verhandeln. Dabei soll er eigentlich Russland dazubewegen, dass sie ihre Armee von ihrer Grenze wegbewegen, dabei müsste die NATO von dort weg.

Es stellt sich die ernste Frage, ist die Schweizer Regierung noch in der Lage, ihren Auftrag laut Verfassung durchzuführen?

Schon wieder die Apokalypse angesagt! Zum wlevielten Mal? Merkwürdig dass wir immer alle noch da sind und auch die ach so bedrohte Schweiz munter weiterlebt. Sogar den Euro gibt' weiterhin. Der hätte doch eigentlich schon längst untergehen sollen. Auf Wiedersehn, Kassandra!

Schreckstarre, es ist die Schreckstarre! Unsere sitzen wie die Kaninchen vor der Schlange. Das ist jedoch Täuschung. Sie sind gar keine Kaninchen, das bilden sie sich nur ein! Einzig die Schlange ist echt und dafür müsste man ein adäquates Schlangenserum bereitstellen…..cathari

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