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Von Kommentar 21, 11.08.2013

Ich könnte über das Zonenverbot für Asylsuchende in Bremgarten schreiben oder über eine rassistische Beleidigung in einer Zürcher Luxus-Boutique. Aber es gibt Schwererwiegendes. Der Stil, lies übler Geschmack, den man von der SVP mit ihren schwarzen Schafen, vom Front national in Frankreich oder von den frischen Neo-Nazis in Nordeuropa kennt, grassiert nun auch auf Regierungsebene. In Grossbritannien. Zwei Kleinbusse des Innenministeriums zirkulierten in armen Londoner Quartieren mit viel Einwanderern. Diese sahen auf einem Riesenplakat Handschellen in Übergrösse und die Warnung: "Illegal in Grossbritannien? Geh heim oder gewärtige die Verhaftung". Eine offizielle Telefonnummer für Hilfe zur Abreise war angegeben. Das unabhängige Aufsichtsorgan für Werbung musste wegen zahlreicher Beschwerden eine Untersuchung einleiten. Premierminister Cameron liess ausrichten, dass die Kampagne - die landesweit vorgesehen war - preisgünstiger sei als Zwangsausschaffungen. Der wirkliche Grund: Die konservative Regierungspartei verliert Stimmen an die nationalistische, antieuropäische und fremdenfeindliche Ukip (Unabhängigkeitspartei). Es ist für eine Regierung absolut legitim und notwendig, gegen die illegale Einwanderung vorzugehen, nicht aber rassistische Reminiszenzen zu wecken, die in den letzten Jahrzehnten mit eben dem von rechtsextremen Gruppen propagierten Slogan "Go home" immer wieder den sozialen Frieden und die öffentliche Ordnung bedroht hatten. (Ulrich Meister)

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Kommentare

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Mit Kriegen verdient "man" Geld - deshalb werden sie inszeniert. Wirtschaftskrisen ebenfalls. Kriege und Wirtschaftskrisen produzieren Flüchtlinge. Flüchtlinge in grosser Zahl belasten die sozialen Systeme betroffener Einwanderungsländer und verunsichern die Einheimischen. Fazit: Traumatisierte Flüchtlinge aus fremden Kulturen verunsichern Einheimische, belasten deren soziale Auffangnetze etc. und aus der Verunsicherung wird Angst und daraus schliesslich Hass. Die "Strategen" welche die Drehbücher für solche "Geschichten" schreiben und sie schliesslich lostreten sind immer dieselben. Es sind auch genau die welche davon profitieren. Und was geschieht mit dem Rest der Welt? Die europäische Geschichte lehrt fadengerade wo solche Dramen für die Völker enden. Immer wieder und noch einmal?

Kann man vielleicht auch unsere "Gäste" in willkommene, geduldete, unwillkommene unterteilen? Der Hausherr bestimmt die Hausregeln, bestimmt, wer seine Gäste sein dürfen. Muss er auf Grund der UNO Charta der Menschenrechte Eindringlinge, Unwillkommene erdulden/unterhalten/verköstigen?

Erwähnen kann man auch noch zum Rassismus in Grossbritannien das Buch der britischen Journalistin Victoria Brittain. Sie schildert in ihrem Buch „Shadow Lives“ das Schicksal von Angehörigen von „Verdächtigen“ die in Grossbritannien auf Grund von Terrorlisten jahrelang inhaftiert wurden. Viele dieser Gefangenen wurden nicht orientiert für welches Verbrechen sie inhaftiert wurden. Sie wussten Jahre nicht warum sie verhaftet wurden. Sie wurden nicht einmal verhört. Ihre Verbrechen blieben geheim. – Kafka lässt grüssen! - Vergeblich schrieben die Inhaftierten Briefe, auch an den britischen Premierminister Tony Blair und an Prinz Charles.

Auch der tödlich verunglückte NZZ Journalist Victor Kocher, befasste sich in seinem Buch „Terrorlisten, die schwarzen Löcher des Völkerrechtes“ mit Menschen die man des Terrorismus verdächtigte ohne dass Facts auf den Tisch gelegt wurden.

Bei den aussergerichtlichen Hinrichtungen durch Drohnen der USA werden gar keine Fahnder eingesetzt, um mit kriminalistischen Mittel abzuklären ob der zum Drohnen-Tod verurteilte wirklich ein Verbrechen begangen hat. Der US Geheimdienst, die US-Regierung und Barack Obama fungieren bei diesen Hinrichtungen durch Drohnen sowohl als Fahnder, Richter wie als Henker. Bei diesen Tötungen von Terrorismus Verdächtigen kommen immer wieder viele Zivilisten um. - Wo gehobelt fliegen Späne.

  • Aber die Schweizer Kriegsmaterialexporte sowohl an Grossbritannien wie an die USA gehen weiter, trotzdem die Kriegsmaterialverordnung Rüstungslieferungen an Staaten die Kriege führen und Menschenrechte schwerwiegend verletzen klar verbieten würden.
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