Gigabyte-Gigantismus

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Gigabyte-Gigantismus

Von René Zeyer, 14.05.2013

Die «Offshore Leaks»-Affäre wird immer kruder. Seit 2010 sollen Behörden bereits im Besitz dieses Datensees sein.

Es wird langsam schwierig, den Überblick zu behalten. Vor wenigen Wochen brüsteten sich weltweit diverse Medien damit, in monatelanger Arbeit 260 Gigabyte an gestohlenen Daten ausgewertet zu haben. Die sollen von zwei Firmen stammen, die bei der Vermögensverwaltung in Steueroasen die entsprechenden Konstrukte schnitzen. Also Trusts, Holdings und so weiter. Die Nachricht ging um die Welt – die Ergebnisse sind bis heute kläglich.

Schattenboxen und heisse Luft

Tapfer bestanden die darin verwickelten Medien darauf, in der Schweiz die «Sonntagszeitung» und «Le Matin», den Steuer- und Strafverfolgungsbehörden keinen Einblick in dieses Datenmeer zu gewähren – Quellenschutz. Deshalb konnte bis heute in keinem einzigen Fall ein Rechtsbruch nachgewiesen werden, obwohl sich Journalisten gerne als öffentliche Scharfrichter gerieren. Sie wissen: Ein bekannter Name, Reichtum und «Trust bei einer Steueroase», diese Mischung genügt, um den Betroffenen vor die unmögliche Aufgabe zu stellen, seine Unschuld beweisen zu müssen. Jetzt wird dieses Schattenboxen noch absurder.

Wie unter anderem die «Süddeutsche Zeitung», auch Bestandteil dieses «Auswertungsteams», vermeldet, wurden Behörden in den USA, Grossbritannien und Australien bereits im Jahre 2009 ganze 400 Gigabyte solcher Informationen angeboten und 2010 ausgehändigt. Es handle sich laut «SZ» in «weiten Teilen um die sogenannten Offshore-Leaks-Dateien». Die bislang unbeantworteten Fragen bleiben: Wer waren die Diebe, wessen Interessen werden mit diesem gigantischen Datendiebstahl verfolgt, wer möchte aus welchen Motiven die Medien instrumentalisieren?

Dazu gesellen sich neue: Was haben denn die staatlichen Behörden in den drei Jahren, seit sie in Besitz dieser Daten sind, damit gemacht? Waren die Informationen dermassen unergiebig, dass beschlossen wurde, sie nach mehrjähriger Analyse teilweise der Presse zuzuspielen? Wieso forderten die Steuerbehörden vieler Länder Einblick in diese Daten, wenn sie doch schon längst in ihrem Besitz waren? Wieso hat man in den vergangenen Jahren nie etwas von Untersuchungen, Razzien, massenhaften Anklagen gegen Besitzer solcher Trustkonstrukte gehört? Wieso blieben die beiden vom Datendiebstahl betroffenen Firmen in Singapur und auf den Cayman Inseln die ganze Zeit ruhig? Wenn der eigentliche Diebstahl schon 2009 erfolgte, blieb er dann fast vier Jahre lang unbemerkt – oder wurden die Betroffenen schon längst vorgewarnt? Oder ganz einfach gefragt: Handelt es sich um inzwischen 400 Gigabyte voll heisser Luft? Schlichtweg um einen Riesenhaufen gestohlener Finanzunterlagen, die etwa so spannend sind wie die Bankauszüge eines durchschnittlichen Schweizer KMU? Natürlich ohne das Flair «Cook Islands, Steuerparadiese, Trusts, asoziale Multimillionäre».

Bekleckerte Westen allerorten

Während der angebliche Riesenscoop «Offshore Leaks» schon längst verröchelt ist, machte die News, dass staatliche Behörden schon seit Jahren im Besitz dieser Daten sind, keine grossen Schlagzeilen mehr. Sehr verständlich, denn selbst den vor kurzem noch vor Wichtigkeit berstenden beteiligten Journalisten wird es zunehmend blümerant. Schwant ihnen doch: Sie wurden im besten Fall als nützliche Idioten missbraucht – und wissen nicht mal, von wem. Ihre grossartige monatelange und schweisstreibende Auswertungsarbeit war für die Katz.

Der «Offshore Leaks»-Scoop verwandelt sich immer mehr in einen Presseskandal. Wie weiland bei den «Hitler Tagebüchern», haben wir gelacht, zeigt sich auch hier, was passiert, wenn alle Sicherungen durchbrennen und auf handwerkliche Grundbegriffe verzichtet wird. Die da lauten: Wenn mir eine unbekannte Quelle Informationen zusteckt, wem nützt das, aus welchen Motiven macht sie das, wozu will sie die Presse instrumentalisieren? Zweitens: Solche Informationen müssen durch weitere, unabhängige Quellen verifiziert werden. Eine selbstreferenzielle Überprüfung reicht nicht. Das führt dann zur bekannten Spiegelfechterei: Wir haben hier ein paar Trust-Unterlagen zu Gunter Sachs. Sein Nachlassverwalter ist so blöd, deren Authentizität zu bestätigen, also haben wir ihn. In Wirklichkeit hat man nichts ausser ein paar gestohlenen Informationen.

Und der Gewinner ist ...

Private Finanzunterlagen sind im Zeitalter der Digitalisierung offensichtlich weder von Banken noch von anderen Dienstleistern schützbar. Datendiebe, aus welchen Motiven auch immer, sind in der Lage, alle unsere Transaktionen einzusehen und zu stehlen. Dabei haben staatliche Behörden das kleine Problem, dass sie zwar mit der Brechstange die Auslieferung fordern können. So wie das die USA im Fall der Schweiz mit Konto- und Mitarbeiterdaten tun. Oder sogar gestohlene Daten ankaufen. So wie das nicht nur Deutschland mit CDs tut. Aber selbst und nachweislich in vertrauliche Kundendaten auf Servern einbrechen, das dürfen staatliche Behörden nicht. Zumindest nicht offiziell. Aber wenn’s ein anderer tut, und sei es der eigene oder ein befreundeter Geheimdienst, dann ist’s doch ganz was anderes.

Der einzige Gewinner in diesem ganzen Schlamassel wären die Steuerbehörden von in Schulden absaufenden Industriestaaten. Auch wenn es ihnen offenbar bislang noch nicht gelungen ist, die 400 Gigabyte zu Steuereinnahmen zu machen, so ist die Wirkung der Verunsicherung doch nicht zu unterschätzen. Wie lässt sich der britische Finanzminister George Osborne zitieren: «Die Botschaft ist einfach. Wenn du Steuern hinterziehst, sind wir hinter dir her.» Man müsste ergänzen: Auch wenn du das nicht tust. Ausser, du bist ein multinationaler Konzern wie Apple, Starbucks, Google, GM usw. Dann schauen wir seelenruhig zu, wie du ausserhalb des Landes deines Hauptquartiers weltweit durchschnittlich 1,8 Prozent Unternehmenssteuern zahlst.

Man kann aber gespannt sein, ob die einzig interessante Frage irgendwann einmal beantwortet wird: Wer war’s?

Kommentare

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Den grossköpfigen Zockern und Nichtsteuerzahlern geht es nicht nur um den schnöden Mammon. Der ist nur ein günstiges Nebenprodukt des wirtschaftlichen "Erfolges". Die wahren Zocker/Nichtsteuerzahler (kurz: die ZNS) bereiten in aller Öffentlichkeit das vor, was der Volksmund, fälschlicherweise, als Apocalypse bezeichnet. Die Millionen und Milliarden die schlichtweg kriminell "erschaffen" wurden, messen sich Dannzumal in den toten Menschen, die dieser falschen, doktrinären Logik des "immer Mehr" zum Opfer fallen. Wenden wir uns daher dem Leben und nicht der todbringenden Systematik zu. Gott ist nicht tot ! Er allein kann uns helfen. Wenn wir den wollen.

Wie wir manipuliert werden ist längst offensichtlich, sofern man halt hinsehen will! Solange es die "breite" Masse aber nicht merkt wie sie auf allen Bewusstseinsebenen ferngesteuert wird funktioniert das Spiel. Es gibt dabei aber mit der Zeit immer dasselbe Problem über das die Eliten stolpern: Sobald es der (im doppelten Sinne) "breiten" Masse um den Gürtel herum und in der Halsgegend zu eng wird fängt sie an, sich auf den Strassen und Plätzen, vor den Palästen zusammen zurotten und um sich zu schlagen! Die Eliten stellten in der Vergangenheit in solchen Phasen wiederholt erschrocken fest, wie sehr sie selbst doch zahlenmässig in der Minderheit sind. Schade ist nur die sprichwörtliche Lernresistenz dieser besitzenden Klasse der Mächtigen! Ihr Dünkel, ihre Gier, ja ihre sprichwörtliche Sucht nach immer mehr Macht und Besitz führt sie schlussendlich immer wieder zur Konfrontation mit dem von ihnen so verachteten, manipulierten, missbrauchten Pöbel. Und jedesmal müssen sie erkennen, dass wütende Massen mit keiner Waffe mehr zu bändigen sind. Auch heutzutage nicht. Es wäre wirklich sinnvoll für die Weiterentwicklung der menschlichen Spezies, wenn die sog. Eliten und das ihnen dienende Politvolk sich umgehend von ihrer Sucht nach Macht und Besitz entziehen würden (kalter Entzug für süchtige Psychopaten?) und sich mit einem konstruktiven Dasein unter ihren Mitmenschen anfreunden könnten. Das hiesse künftig zu "wirtschaften" ohne ganze Völker und Erdteile zu knechten und alles zugrunde zu richten was irgendwie ihrem Profit im Wege steht, sondern dafür zu sorgen das auf dem gesamten Globus in nützlicher Frist die Landschaften blühen und die Völker der Erde in Ruhe und Frieden leben! Amen!

Ich denke, die wirklich Mächtigen/ Reichen, sind viel schlauer als jeder Staat, jede Behörde, jede Aufsicht und jeder Journalist! Sie ziehen die Fäden im Hintergrund und bedienen sich den entsprechenden Stellen/ Personen zielgerichtet. Sie wissen immer vorher was geplant wird und wie sie sich im Wissen dieser Infos und mit Hilfe der schlausten Köpfe und noch bevor wir davon etwas merken, aus allem raushalten können! Und sollte das mal nicht gelingen, kann man diese Stellen/ Personen sicher irgendwie davon überzeugen oder sie dazu bewegen, gewisse Prozesse zu verlangsamen oder sogar zu verhindern.

Die Presse hechelte und kläffte wie das sprichwörtliche Rudel Jagdhunde beim Stellen der Beute. So geschehen - oder nicht? Zig Interviews mit und Talkrunden folgten. Der arme Durchschnittsteuersklave rieb sich die Hände und freute sich - endlich erwischts mal die Richtigen! - Und dann? - Ruhe im Karton! Abgesehen vom Geschrei um Gunther Sachs. Das ist doch lächerlich! Wer inszeniert so einen peinlichen Blödsinn und warum? Will man die armen Steuersklaven auf die Art "sensibel" damit vertraut machen, dass es besser für sie ist, wenn die Banken ihre Kontoauszüge auf die Steuertermine hin gleich direkt den Steuerbehörden liefern? Als ob das nicht schon länger hinter unseren Rücken geschehen könnte? ???? Die Banken - die Wirtschaft - die Regierungen - die Presse (unwissentlich?) in trauter Arbeitsgemeinschaft verbunden mit dem Ziel die Bürger dazu zu bringen, offiziell etwas zu akzeptieren, was in Wahrheit schon lange geschieht. D.h. der Bürger ist schon längst durchsichtig wie Glas, man bringt ihn jetzt einfach noch dazu, sich diesen Zustand auch noch selbst herbei zu sehnen. Der Neid der Kleinen auf die grossen Zocker die mit ihrem Geld schummeln während die Kleinen je länger je weniger haben soll mit solchen Hypes die Kleinen dazu bringen ihr gläsernes Dasein im Namen der "Steuergerechtigkeit" zu akzeptieren. Und Gunther Sachs konnte man schliesslich dafür problemlos an den Pranger stellen - post mortem!

"Seit 2008 engagiert sich Zeyer als Sprecher von Geschädigten des Konkurses der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers und fungiert außerdem als Senior Consultant und Vize-CEO bei einer Kommunikationsagentur, als Berater für Banken und Finanzdienstleister."

Jetzt versteh ich, woher der Wind weht. Einer muss ja die Leistungsträger vor dem Angriff der Pöbelmassen verteidigen. Und wenn man dafür auch noch Kohle bekommt...

Och Herr Zeyer, nicht schon wieder dieser olle Hitler-Tagebücher Vergleich.

Ja, die Behörden sind im Besitz der Daten. Die Quelle hat meiner Erkenntnis nach den Kieber gemacht. Und so haben wir uns sorgfältigen Gedanken dazu gemacht. Und gecheckt, ob die Daten wirklich von einer Quelle oder der XXX-Agency stammen. Haben die Geschichten, die veröffentlicht wurden, geprüft und alle Beteiligten konfrontiert. Mit dem Ergebnis, dass die Recherchen bislang alle stimmen. Und nichts veröffentlicht, was nicht "sicher" zu bekommen war. Das ist auch der Unterschied zum Staat: Der kann bei einem Verdacht schon durchsuchen. Was sagt das jetzt aus?

Anyway.

Interessant ist Ihre anfängliche Blickrichtung - statt dass es vielleicht möglich ist, dass die Behörden zu langsam und zögerliche sind, kommt gleich ein Komplott. Kann ich nicht nachvollziehen, aber ich bin ja auch unwissender Teil der Verschwörung/Verschleierung und Ihrem Text nach im besten Fall ein Idiot.

Interessant ist etwas, was mir ein Kollege sagte - nämlich das es auch umgekehrt sein kann, mit der Verschwörung: Der Staat ist daran interessiert, die Medien zu schwächen. Weil dann der Staat wieder besser dasteht. Daher müsste der Staat die Medien über Dritte diskreditieren - z.B. als willige Helfer, unwissende Boten, etc. - damit es nicht Usus wird, dass Whistleblower zu den Medien gehen, sondern eben zu den Behörden. Find ich eine steile und schräge Theorie. Was meinen Sie? Wer wäre dann der Idiot?

Für den unentschlossenen/offenen Leser empfehle ich hier noch mal das Buch "Firepower" über den Offshore-Betrug in Australien. Dann kennt man das Vorspiel zur Datenübergabe. 60 Artikel hat Ryle dazu veröffentlicht - zu einem 100 Mio Au$ Skandal. Nebenbei erfährt man noch viel über die Gier in Politik und der Finanzwelt. Und wünscht sich mehr Transparenz - z.B. das an jeder Firma dran steht, wem Sie gehört, weltweit. Was war daran noch mal falsch?

Full Disclosure: Habe von März 2012 an den OSL-Daten gearbeitet. Hatte bis Ende 2012 eine eigene Kopie(jetzt sind die Daten bei NDR/SZ), die ich auf verschiedene Arten journalistisch und forensisch geprüft habe. Bin aber weder ICIJ Mitglied, noch ständiger Mitarbeiter der SZ bzw. des NDR. Habe vielleicht ;-) eine eigene Meinung und hoffentlich keine finanziellen Abhängigkeiten.

Ein paar Anmerkungen eines Offshore-Leaks-Beteiligten aus Deutschland:
"Solche Informationen müssen durch weitere, unabhängige Quellen verifiziert werden": Haben wir gemacht, steht auch in den Artikeln. Einfach noch mal lesen.
Zum Vorwurf der „Instrumentalisierung“: Quelle hatte null Einfluss auf irgendeinen Artikel. Wir haben entschieden, was wir daraus gemacht haben. Eine Quelle weiß nie, was die Redaktion aus dem Material macht. Alle Thesen zur Motivation der Offshore-Leaks-Quelle sind reine Spekulation und würden nichts an unseren Artikeln ändern. Die Instrumentalisierung besteht also worin?
„Die News, dass staatliche Behörden schon seit Jahren im Besitz dieser Daten sind, machen keine grossen Schlagzeilen mehr“: War bei uns in der SZ Aufmacher, Online und Print, siehe http://sz.de/1.1669147.
"Den vor beteiligten Journalisten wird es zunehmend blümerant": nö.
"Wieso blieben die beiden vom Datendiebstahl betroffenen Firmen ruhig?": Gibt seit Bekanntwerden des Leaks eine Anzeige, siehe http://sz.de/1.1670939. "Wieso hat man in den vergangenen Jahren nie etwas von Untersuchungen, Razzien, massenhaften Anklagen gegen Besitzer solcher Trustkonstrukte gehört?": Weil die britische Behörde mit den Daten offenbar nichts anzufangen wusste. Warum sollte sie sonst in Kauf nehmen, dass Fälle verjähren?

Ein paar Anmerkungen eines Offshore-Leaks-Beteiligten aus Deutschland:
"Solche Informationen müssen durch weitere, unabhängige Quellen verifiziert werden": Haben wir gemacht, steht auch in den Artikeln. Einfach noch mal lesen.
Zum Vorwurf der „Instrumentalisierung“: Quelle hatte null Einfluss auf irgendeinen Artikel. Wir haben entschieden, was wir daraus gemacht haben. Eine Quelle weiß nie, was die Redaktion aus dem Material macht. Alle Thesen zur Motivation der Offshore-Leaks-Quelle sind reine Spekulation und würden nichts an unseren Artikeln ändern. Die Instrumentalisierung besteht also worin?
„Die News, dass staatliche Behörden schon seit Jahren im Besitz dieser Daten sind, machen keine grossen Schlagzeilen mehr“: War bei uns in der SZ Aufmacher, Online und Print, siehe http://sz.de/1.1669147.
"Den vor beteiligten Journalisten wird es zunehmend blümerant": nö.
"Wieso blieben die beiden vom Datendiebstahl betroffenen Firmen ruhig?": Gibt seit Bekanntwerden des Leaks eine Anzeige, siehe http://sz.de/1.1670939. "Wieso hat man in den vergangenen Jahren nie etwas von Untersuchungen, Razzien, massenhaften Anklagen gegen Besitzer solcher Trustkonstrukte gehört?": Weil die britische Behörde mit den Daten offenbar nichts anzufangen wusste. Warum sollte sie sonst in Kauf nehmen, dass Fälle verjähren?

@22:39 Gast Also dann halt...Daten verraten. Das heisst: Daten können auch Verräter sein! ...oder, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Daten in den Händen der Macht. ( Kant)… Entpersonalisierte Macht ist unabhängig von persönlicher Herrschaft und wird zur Staatsmacht eines Obrigkeitsstaates der eher der Gewalt gleicht. Dies auch ohne Legitimation oder dazu noch zwingend mitzudenken zu müssen. Sollte daraus einmal wirkliche Gewalt werden ist sie allen anderen Mächten übergeordnet. Aha! Wir alle unterschätzen die neuen Gefahrenwelten die wie Krankheiten unsere sonst schon bescheidene Immunität unterlaufen um langsam unsere wenig gebliebenen Freiheiten zu fressen. Macht ist nur endlich so lange man ihr auch ein NEIN entgegensetzen kann! ….und das für Salus rei puplicae…aber ohne Willkür!

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Das Historische Bild

Vor 50 Jahren, am 28. September 1966, starb André Breton. Er gilt als der wichtigste Vertreter des Surrealismus in Frankreich. Im 9. Arrondissement in Paris trägt ein Platz seinen Namen. Ursprünglich wollte André Breton, geboren 1896, Arzt werden. Aber seine Begegnungen mit Paul Valéry, Stéphane Mallarmé und Guillaume Apollinaire führten dazu, dass er sein Medizinstudium abbrach, um freier Schriftsteller zu werden. 1919 gründete er zusammen mit Louis Aragon und Philippe Soupault die Zeitschrift Littérature, die sich zunehmend dem Dadaismus öffnete. 1924 verfasste Breton auch unter dem Einfluss surrealistischer Maler wie Max Ernst und Salvatore Dali das „Manifest des Surrealismus“. Ursprünglich stand diese Bewegung dem Sozialismus nahe, aber 1935 brachen Breton und einige seiner Freunde mit der kommunistischen Partei Frankreichs. Während des 2. Weltkrieges emigrierte Breton mit finanzieller Unterstützung von Peggy Guggenheim zusammen mit seiner 2. Frau, der Malerin Jacqueline Lamba, nach New York. Der Begegnung mit ihr widmete Breton sein vielleicht erfolgreichstes literarisches Werk, L´Amour fou. Nach dem Krieg kehrte Breton nach Paris zurück und blieb dem Surrealismus, der bereits seinen Zenit überschritten hatte, verbunden. André Breton trug im Laufe seines Lebens die bedeutendste Privatsammlung surrealistischer Kunst zusammen. Nach seinem Tod wurden zahlreiche Werke versteigert. Das Centre Pompidou hat einen Teil der Sammlung erworben und stellt sie in einem eigens dafür eingerichteten Raum aus. (Foto: Keystone/STR) Mehr…