Ende des sowjetisch-finnischen Krieges

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Ende des sowjetisch-finnischen Krieges

Von Journal21, 11.03.2015

Im Frieden von Moskau muss Finnland Teile seines Landes an die Sowjetunion abtreten.

Drei Monate nach Beginn des Zweiten Weltkriegs will die Sowjetunion den finnischen Landstrich Karelien annektieren. Die Finnen lehnen die Forderung ab. Karelien liegt im Süden Finnlands an der Grenze zur UdSSR (siehe Karte unten).

Nach der finnischen Weigerung, Karelien abzutreten, überfällt die Rote Armee am 30. November 1939 Finnland. Die Finnen wehren sich tapfer, doch sie können nicht verhindern, dass Stalins Armee Finnland besetzt.

Der sogenannte "Winterkrieg" zwischen Finnland und der Sowjetunion dauert bis in den kommenden März hinein und fordert auf finnischer Seite etwa 27‘000 Tote und 44‘000 Verletzte. Laut finnischen Historikern sind etwa 250‘000 sowjetische Soldaten ums Leben gekommen; bis zu 300‘000 wurden verletzt.

Erster sowjetischer Luftangriff: Am 30. November 1939 zerstören sowjetische Bomber zahlreiche Gebäude in Helsinki. 91 Menschen werden getötet und mehr als 200 verletzt.
Erster sowjetischer Luftangriff: Am 30. November 1939 zerstören sowjetische Bomber zahlreiche Gebäude in Helsinki. 91 Menschen werden getötet und mehr als 200 verletzt.

Am 13. März 1940, vor 75 Jahren, wird der Krieg mit dem Friedensvertrag von Moskau beendet. Russland zieht sich aus dem besetzten Finnland zurück. Die anfängliche Absicht Stalins, Finnland zu behalten, wird aufgegeben. Finnland bewahrt seine Souveränitat muss jedoch erhebliche territoriale Konzessionen machen.

  • Ein grosser Teil von Karelien (auf der Karte unten rot eingezeichnet) geht an die Sowjetunion. 
     
  • Die Osthälfte der Gemeinde Salla wird sowjetisch.
     
  • Die Sowjetunion erhält die strategisch wichtige Fischer-Halbinsel im Norden.
     
  • Auf der südfinnischen Halbinsel Hanko wird den Sowjets erlaubt, 30 Jahre lang einen Flottenstützpunkt zu betreiben.

Wegen der Gebietsverluste verliert Finnland rund zehn Prozent seiner Landwirtschaft und Industrie. Über 400‘000 Menschen flüchten aus den annektierten Landstrichen nach Finnland und müssen dort neu angesiedelt werden.

Am Tag der Unterzeichnung des Moskauer Friedensvertrages werden in ganz Finnland die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Der Vertrag wird noch heute in Finnland wegen der erzwungenen Gebietsabtretungen als Schmach empfunden.

Der finnische Präsident Kyösti Kallio erklärt unmittelbar nachdem er die Ratifizierung des Friedensvertrages unterzeichnete:  „Möge meine Hand verdorren, die gezwungen ist, ein derartiges Papier zu unterschreiben.“

Karte: journal21.ch/stepmap.de
Karte: journal21.ch/stepmap.de

(J21)

 

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