Die sieben Paradoxa der Liebe

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Die sieben Paradoxa der Liebe

Von Katrin Wiederkehr, 14.02.2014

Das Göttergeschenk der Liebe lässt sich nicht herbeimanipulieren. Doch damit die Liebe auf die Länge eine Chance hat, muss sie aufmerksam umsorgt werden.

Liebe weist über den Menschen hinaus. Wir sind in eine umfassende Realität eingebunden und von ihr durchwirkt. Nicht Subjekt von kosmischen Gesetzmässigkeiten, sondern Objekt, schwingt der Mensch im Rhythmus des umfassenden Grösseren mit.

Jedes liebende Paar möchte die Liebe zum Verweilen einladen. Aber das Geheimnis der Erhaltung der Liebe bleibt eines. Alle eindimensionalen Ansätze sind zum vornherein falsch. Es geht immer um die Kunst des Sowohl-als-auch.

1.    Die Liebe ist ein Geschenk /
       die Liebe will verdient sein

Das Göttergeschenk der Liebe lässt sich nicht herbeimanipulieren. Unberechenbar überfällt es den Ahnungslosen und füllt ihn mit Sehnsucht. Amors Pfeile fliegen ihre eigene, vorbestimmte Bahn und treffen wen sie wollen. Die Liebe stellt sich ein oder nicht. Keine noch so intensiven Bemühungen zaubern sie herbei. Hat die Liebe ein Paar verlassen, kann man sich zwar Mühe geben und sich korrekt verhalten, aber Freude und Inspiration fehlen. Weder der gepflegte Haushalt, noch der zivilisierte Ton und nicht einmal die sexuelle Bereitschaft täuschen über die Leblosigkeit im Zentrum hinweg: Eine Liebe, die als Plansoll, als Pflichtübung erfüllt und abgehakt wird, ist keine mehr. Das Geschenk der Liebe entzieht sich der willentlichen Beeinflussung.

Paradoxerweise ist das Gegenteil ebenso wahr: Damit die Liebe auf die Länge eine Chance hat, muss sie aufmerksam umsorgt werden. Es braucht eine bewusste Entscheidung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Liebe begünstigen. Zeit und Aufmerksamkeit sind der Sauerstoff der Liebe. Ein Mann sagt: „Unsere überfüllten Agenden liessen pro Woche kaum noch einen gemeinsamen freien Abend offen, und wir merkten, dass wir immer weiter auseinanderdrifteten. Eine handfeste Krise, die uns aber im Endeffekt zeigte, dass wir beieinander bleiben wollen, veranlasste uns, unserer Beziehung wirklich die Zeit einzuräumen, die sie verdient. Heute quetschen wir unsere gemeinsamen Abende nicht mehr in die zufällig entstehenden Lücken zwischen äusseren Verpflichtungen, sondern wir streichen in unseren Agenden die gemeinsame Zeit weit im Voraus heraus und richten unsere übrigen Abmachungen danach. Nun haben wir miteinander einen sicheren, zuverlässigen Rhythmus gefunden, den wir beide eisern gegen alle anderen Angebote verteidigen”.

Zeit für die Liebe fällt nicht einfach vom Himmel, sondern muss geplant und eingehalten werden. Die Liebe verwelkt, wenn sie vom Unkraut des Egoismus überwuchert wird. Sie erblüht, wo sie will, aber sie kann nicht einfach sich selbst überlassen werden, sondern verlangt umsichtige und konsequente Pflege.
 

2.       Die Liebe nährt sich durch das Gespräch /
         die Liebe kann zu Tode geredet werden

Die Liebe ist grösser als Worte und sollte mit Worten nicht zugedeckt, sondern behutsam geöffnet werden.

Es genügt nicht, die Partnerin schweigend zu schätzen. Aufmerksamer Zuspruch erwärmt das Herz. Liebevolle Handlungen sind keine Selbstverständlichkeit und der Dank dafür erfreut. Mit generöser Häufigkeit ausgesprochene Wertschätzung lockt die Liebe an.
Jedes Paar tut gut daran, zu unterscheiden, was angesprochen werden sollte, und was man am besten ruhen lässt. Die Lösung des Unlösbaren erzwingen zu wollen, ist ebenso schädlich wie die Vernachlässigung des Lösbaren. Es gibt in jeder Ehe heikle Punkte, die am besten nicht berührt werden, die man wie verstrahlten Atommüll einbetonieren und möglichst vermeiden sollte, denn Gespräche darüber führen nur zu hoffnungslosen, destruktiven Wiederholungsschlaufen.

Im Gegensatz dazu können klärende Gespräche dort, wo man einander erreichen kann, der Liebe wieder den Weg frei schaufeln. Ein ausgesprochenes Problem hat in diesem Bereich eine wesentlich höhere Lösungschance als ein unausgesprochenes. Die Komfortzone zu verlassen um Schwieriges anzusprechen braucht eine Überwindung die sich lohnt, denn genau so wächst man aneinander.

Indessen sind Worte zur Paarkommunikation nicht immer notwendig. Die Körpersprache macht Worte oftmals überflüssig. Ein aufmerksamer Blick, eine leichte Berührung oder ein Lächeln erhellen den Tag. Alles geht plötzlich leichter und fühlt sich richtig an. Worte können den Körper wecken und in ein Körpergespräch übergehen. Umgekehrt ermöglicht die Nähe und die Geborgenheit der körperlichen Begegnung ein Gespräch über heikle Themen.

Die Liebe ist ein sensibles Pflänzchen, das am besten dort gedeiht, wo man nicht hinschaut. Wo jede Regung kritisch betrachtet und besprochen wird, zieht sich die Liebe zurück. Der Versuch, sie verstehend festzunageln, wird der Liebe nicht gerecht. Liebe will nicht in erster Linie verstanden, sondern gelebt sein, und der Versuch, sie mit Analysen und Kategorien restlos in den Griff zu bekommen, respektiert ihr Geheimnis nicht.

Oft wird die Liebe zwischen den Zeilen neben dem Gesprochenen mitgeliefert, und wer sie nicht erkennt, ist wie ein Blinder, der neben dem vollen Buffet verhungert.

3.   Die Liebe ermöglicht grundlegende                            Persönlichkeitsveränderungen/ auch die Liebe kann einen  Menschen nicht wesentlich verändern

Die Liebe macht den Frosch zum Prinzen. Durch die Liebe wächst er  über sich selbst hinaus. Aus einem Menschen seine guten Seiten hinauszulieben, beglückt alle Beteiligten. Unter der Sonne der Liebe entfalten sich Generosität, Geduld und Einfühlung. Die Transformationskraft der Liebe holt das Gute im Menschen heraus.

Indessen ist die menschliche Veränderungsfähigkeit begrenzt. Irgendwann stösst man auf den gewachsenen Felsen der Veranlagung. Und doch: Soll die Liebe die erste Verliebtheit überdauern, werden gegenseitige Anpassungen nötig. Verhaltensweisen, die regelmässig zu Spannungen führen, verlangen nach Modifikationen. Wo ist die Grenze zwischen dem, was bei gutem Willen an Veränderungen möglich ist und dem, was als unveränderbar akzeptiert werden muss? Wer den Brunnen der Liebe vergiften will, muss vom Anderen nur verlangen, das zu sein, was er nicht ist. Die Wahrscheinlichkeit, durch Veränderungsansprüche in unfruchtbare Kampfsituationen hineinzugeraten ist gross. Es ist weise, davon auszugehen, dass sich der andere nicht essentiell verändern wird. Die schönstmögliche Veränderung geschieht durch die Freude an dem, was da ist. Anstatt die fauchende Katze ins Wasser zu werfen, damit sie endlich schwimmen lernt, bewundern wir die elegante Nonchalance, mit der sie das Mäuerchen überquert.

4.       Die Liebe verlangt Opfer /
         wer sich selbst aufgibt, hat nichts zu geben

Vom Partner das Glück zu erwarten, ist viel zu viel verlangt. Die Verantwortung für die eigene Befindlichkeit trägt jeder selbst. Deshalb empfiehlt es sich, sorgfältig abzuwägen, welche Eigeninteressen und Eigenaktivitäten man für die Partnerschaft zurückstellen will. Wer sich durch Überanpassung als profiliertes Gegenüber ausschaltet, wird irgendwann nicht mehr wahrgenommen.

Und doch geht es ohne Opfer nicht. Unterschiedliche Bedürfnisse können oft nur durch Verzichtleistungen unter einen Hut gebracht werden. Der Spielraum für die Integration von divergierenden Ansprüchen kann sich durch äussere Umstände, durch Charaktereigenschaften des Gegenübers, aber auch durch Schicksalsschläge verkleinern.

Wo es um gegenseitige Anpassungen geht, stellt sich immer auch die Frage, inwieweit ein Opfer wirklich notwendig ist. Nicht alle Opfer sind beziehungsfördernd. Ein Opfer am falschen Ort kann eine Fehlhaltung des Partners bestärken. Ist es richtig, der Auseinandersetzung mit dem Jähzornigen auszuweichen und die eigene Meinung zu verschweigen, um ihn nicht zu provozieren? Muss der Eifersucht des Mannes oder seiner Bequemlichkeit ein Neuanfang der Frau im Beruf geopfert werden? Es ist nicht immer einfach, zwischen einem sinnvollen und einem schädlichen Opfer zu unterscheiden.

5.     Die Liebe setzt Fairness voraus /
        ohne Versöhnlichkeit hat die Liebe keine Chance.

Die Vertrauensbasis eines Paares ist der tragende Grund der Liebe. Sie gründet auch auf einer als fair erlebten Balance von Geben und Nehmen. Die Beteiligten können sich darauf verlassen, dass sie bekommen, was ihnen zusteht. Diese Vertrauensbasis festigt sich durch wiederholte Erfahrungen des Wohlwollens und der Zuverlässigkeit des Anderen. Menschen haben ein eingeborenes Wissen um Gerechtigkeit mit Hilfe dessen sie abwägen können, was ihnen zusteht und was ihre Verpflichtungen sind. Ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, eine unfaire Lastenverteilung und nicht eingehaltene Verpflichtungen höhlen die Liebe aus.

Und doch erstickt eine zu enge moralische Buchhaltung, die ständig aufrechnet, was der andere einem schuldig ist, die Liebe. Misstrauisches Feilschen zerstört sie. Immer wieder muss ein Strich unter die Rechnung gezogen und eine neue begonnen werden. Ohne eine versöhnliche Haltung überlebt die Liebe nicht. Im Paaralltag werden kleine Kränkungen und Unaufmerksamkeiten ununterbrochen wieder geradegebogen. Eine lebensfähige Gemeinschaft entwickelt einen guten Umgang mit ihren unvermeidlichen Enttäuschungen und Verletzungen. Jedes Paar hat seine eigenen Zeichen, Gesten und Worte der Versöhnung. Zwischen psychisch verbundenen Menschen ist Versöhnung ein Dauerprozess.

6.   Die Liebe schafft Nähe /  die
      Liebe stösst zu den Grenzen der existentiellen Einsamkeit vor

Die Verschmelzung Frischverliebter hebt jede Distanz auf. Wunderbar: Endlich ist das auf der stürmischen See unverbindlicher Beziehungen herumgewirbelte Schiff in den Hafen der Liebe eingelaufen. Welche Wohltat, endlich rückhaltlos offen sein zu können, weil das Verständnis da ist. Alles wird vertrauensvoll ausgetauscht im sicheren Bündnis miteinander gegen die Welt. Mit dem längeren Zusammenleben wächst die Vertrautheit. Vieles muss nicht mehr besprochen werden, weil man die Position des Anderen zum vornherein kennt und berücksichtigen kann. Die Art, wie er heute zur Türe hereinkommt, ja, schon der Klang seiner Schritte zuvor verraten ihr seine Laune, bevor sie auch nur sein Gesicht angeschaut hat. Ihr leises Atmen in der Nacht umfängt seinen Schlaf wie eine bergenden Hülle, und er wacht sofort auf, wenn sie anders atmet. An der Modulation der vertrauten Stimme lässt sich die Befindlichkeit genau ablesen. Wie durch kommunizierende Röhren miteinander verbunden erfassen die Liebenden einander unmittelbar.

Und doch: Genau diese Nähe stösst letztlich zum unübersetzbar Fremden im Partner vor. Der Mensch als Unikat kann von einem anderen nie vollständig verstanden werden. Die Sehnsucht nach der Urgeborgenheit, nach der Verschmelzung und dem Aufgehen im anderen kann sich nur beschränkt erfüllen. Immer begegnen sich auch zwei Fremde, die bei allem guten Willen ihr Innerstes nie ganz teilen können und wollen.

Einsamkeit ist eine existentielle Grundbefindlichkeit. Sie hat nichts mit der An- oder Abwesenheit anderer Menschen oder mit der Qualität von Beziehungen zu tun. In der Einsamkeit ganz bei sich sein bedeutet sowohl Gefängnis wie auch Schutzraum, Herausforderung wie auch Ressource und Verbannung wie auch Geborgenheit. Sich der Einsamkeit zu stellen, in ihr zu sich zu kommen ist eine unabdingbare Voraussetzung für die menschliche Reifung. Diese Einsamkeit ist das notwendige Gegengewicht zur Zweisamkeit. Nur durch Distanz wird Nähe möglich. Wer der eigenen Einsamkeit zu entgehen sucht, überfordert den Partner. In der Liebe begegnen sich zwei unübersetzbar einsame Menschen. Je respektvoller das akzeptiert wird, desto wahrscheinlicher stellt sich die Nähe dort ein, wo sie eben bei diesem Paar möglich ist.

7.     Die Liebe macht blind / nur die Augen
        der Liebe können einen Menschen wirklich erkennen

Beides nennt sich Liebe, und doch ist die Liebe, die blind macht Lichtjahre entfernt von der Liebe, die sehend macht. Die Liebe, die blendet, die den Verstand raubt und das Urteil vernebelt, hat mit der Bedürftigkeit des Menschen zu tun. Die Erschütterung durch die Liebe setzt das in Bewegung, was eben da ist, also durchaus auch Negatives. Sexuelle Besessenheit hilft sicher nicht, einen Menschen richtig einzuschätzen, ebenso wenig wie die Projektion aller Geborgenheitssehnsüchte auf den Geliebten, der dann als verklärter Übervater letztlich nur noch versagen kann. Der gewaltige Strudel der Liebe zieht den Kopf manchmal unter Wasser und verunmöglicht eine nüchterne Einschätzung der Situation.

Und doch durchdringt das liebende Auge alle Verkleidungen: Den Schutzpanzer der Arroganz, die Verdüsterung durch Erlittenes und die Ermattung durch die Hoffnungslosigkeit. Wer mit dem Herzen schaut, entdeckt Schätze, die dem nüchternen Auge verborgen bleiben. Die Liebe sieht das Beste in einem Menschen, das, was er sein könnte, seine bestmögliche Variante, und die liebende Schau bringt diese Juwelen zum funkeln.
 

 

Kommentare

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Liebe Frau Wiederkehr
Erfreut habe ich Ihre Aussagen bezüglich der Liebe gelesen. Für mich haben Sie die Liebe sehr zutreffend beschrieben. Ich werde Ihre Zeilen ab und zu wieder lesen und/oder daraus zitieren.
Schön, dass Sie Ihre Ansichten/Gedanken mit uns teilen. Ich wünsche Ihnen, die Liebe gefunden zu haben und dass sie Ihnen auch erhalten bleibt. Die Theorie mit der Praxis zu verbinden ist anspruchsvoll und gelingt nicht immer, weil wir manchmal Gegenspieler haben, die uns fordern. Doch für Die Liebe zu kämpfen lohnt sich immer - nicht nur die Liebe zu Menschen, sondern auch die Liebe zur Natur und den Dingen!
Mit herzlichem Gruss aus Florida

Ihre Voraussetzung:
"Göttergeschenk der Liebe!"
Deshalb die Schlussfolgerung:
"Liebe weist über den Menschen hinaus.", aber wohin?
Und die Konsequenz aus dem göttlichen:
"Aber das Geheimnis der Erhaltung der Liebe bleibt eines."

Dennoch haben Sie dieses Geheimnis erkannt und erklären uns:
"Alle eindimensionalen Ansätze sind von vornherein falsch.
Es geht immer um die Kunst des Sowohl-als-auch.
Die Liebe hat sieben Paradoxa.
Das Geschenk der Liebe entzieht sich der willentlichen Beeinflussung.
Die Liebe ist ein sensibles Pflänzchen, das am besten dort gedeiht, wo man nicht hinschaut.
Die Liebe verlangt Opfer.
Die Liebe macht blind.
Nur die Augen der Liebe können einen Menschen wirklich erkennen.
Liebe, die blind macht ist Lichtjahre entfernt von der Liebe, die sehend macht.
Die Liebe sieht das Beste in einem Menschen, das, was er sein könnte, seine bestmögliche Variante, und die liebende Schau bringt diese Juwelen zum funkeln.

Und wer das alles so denkt und macht, der kann dann auch lieben!?

Ich teile Ihre Anschauung über die Liebe nicht.
Ihre Thesen hätte ich mir eventuell mit 15 Jahren in ein „Poesiealbum“ geschrieben. Mit 20 Jahren hätte ich noch geträumt, in dieser Art mit einer passenden Partnerin zu leben.

Aber heute weiss ich, dass das ein Traum ist, der mich weit weg von der Liebe treibt, so wie ich sie heute verstehe und praktiziere, weit weniger dramatisch, poetisch, sexuell, eingeschränkt, paradox, verschwommen, verträumt, eindimensional, religiös, opfervoll, blind, hellsehend und unerreichbar.

Ich bin sehr froh, dass ich Ihre Art der Liebe nicht leben muss!

Weiblich und charmant mit einer Sicht auf die Liebe die eher von Verliebtheit ausgeht. Sie sprechen mit ihrem schönen Artikel den allgegenwärtigen Versuch an Liebe als etwas darzustellen, welches oft nur Fixierung in eigenen Traumrollen bedeutet. Wir schreiben uns gegenseitig ein Leben lang vor was wir gut finden und uns ansprechen soll. Ist das nicht meistens nur ein symbolisches „betteln nach Liebe“ und Anerkennung? Beinhaltet es nicht zudem den Wunsch unsere Partner in die Rolle eines Prinzen oder einer Prinzessin zu imaginieren? Einer oder eine die egoistisch unseren Vorstellungen entsprechen würde? Wirkliche Liebesfähigkeit ist eine Haltung, eine die relativ wenig mit Bindung an eine spezielle Person zu tun hat. Etwa so wie wir unsere Kinder lieben, unsere Freunde oder unseren Hund, die ja auch keine Partner sind. Partnerschaften sind Zweckgemeinschaften und zudem sehr oft mit hohem Reibungspotential ausgestattet. Richtig verstanden hat, wer sie als die beste Schulung versteht, um sich und seinen Partner kennen zu lernen. Tönt geradezu schrecklich, aber mit Liebe hat das vorerst wenig zu tun. Verliebtheit in den Anfängen ja, jedoch später ist von Partnerschaften wahre Liebensfähigkeit gefragt, eine die Diskrepanzen aushält. Liebe bedeutet totales offen sein für das lebendige selbst im anderen. Das Selbst als zeitlose Quelle einer gelebten Gegenwart, der Schöpfung, der fühlenden Begegnung mit dem Ich im Partner. Wahre Liebe bedeutet auch gröbere Fehler verzeihen zu können, wie bei unseren Kindern. Oder wie Hillary bei Bill!.....liebe Grüsse ……cathari

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