„Die Heldin"

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„Die Heldin"

Von Journal21, 29.06.2019

Ohne Bewilligung hat „Seawatch 3“ in Lampedusa angelegt. Die Kapitänin, Carola Rackete, wurde festgenommen.

Das Schiff mit 40 Migranten an Bord lief am Samstag früh um 01.40 Uhr im Hafen der süditalienischen Insel Lampedusa ein. Auf Befehl von Innenminister Matteo Salvini hatten zwei Boote der italienischen Finanzpolizei versucht, das Rettungsschiff bei der Einfahrt abzudrängen – vergebens.

Als das Boot der deutschen Hilfsorganisation im Hafen einlief, stand Carola Rackete auf der Brücke des Schiffs. Hunderte Schaulustiger hatten sich auf der Mole versammelt und applaudierten. Unter ihnen befanden sich Don Carmelo, der Pfarrer der Insel, sowie Pietro Bartolo, ein auf der Insel praktizierender Arzt und Europarlamentarier des sozialdemokratischen Partito Democratico. Die Finanzpolizisten wurden ausgepfiffen. In Kreisen der rechtspopulistischen Lega wird die Guardia di Finanza kritisiert und verspottet, weil es ihr mit ihren Schnellbooten nicht gelang, das Hilfsschiff am Einlaufen im Hafen zu hindern. Carola Rackete wird in weiten Kreisen Italiens und Europas schon als Heldin gefeiert. 

„Widerstand gegen ein Kriegsschiff“

Eine Stunde, nachdem das Schiff angelegt hatte, betraten Finanzpolizisten das Boot und nahmen die Kapitänin fest. Ihr droht eine zehnjährige Haftstrafe. Da die 31-jährige Deutsche die Schnellboote der Finanzpolizei austrickste, wird ihr „Widerstand oder Gewalt“ gegen ein Kriegsschiff vorgeworfen. Ferner wird ihr „Beihilfe zur illegalen Einwanderung“ und „Verletzung des Seerechts“ unterstellt. Ferner droht der Hilfsorganisation die Beschlagnahmung des Schiffs und eine hohe Busse.

Die 40 Migranten wurden inzwischen in das Auffanglager Imbriacola geführt. Auch die 22 Besatzungsmitglieder des Bootes verliessen das Schiff. Fünf italienische Politiker, die Salvini feindlich gegenüberstehen, hatten sich aus Solidarität auf die Seawatch begeben. Laut italienischen Medien könnte Rackete morgen in eine Gefängnis auf Sizilien gebracht werden. 

Keine Zeit, sich mit Salvini herumzuschlagen

Am 12. Juni hatte die Hilfsorganisation vor der libyschen Küste 53 Migranten aus einem Schlauchboot gerettet. Weder Italien, Frankreich noch Malta erlaubten es dem unter niederländischer Flagge fahrenden Rettungsboot, in einem Hafen anzulegen. Italiens Innenminister Salvini bezeichnete Carola Rackete als „Komplizin der Schlepper“. Sie arbeite mit „Piraten“ und „kriminellen Banden“ zusammen.

Der Innenminister nannte sie auch eine "verwöhnte Rotznase". Die Kapitänin antwortete darauf, sie habe keine Zeit, sich mit Salvini herumzuschlagen. Es gehe ihr um die 40 notleidenden Migranten, die seit 17 Tagen auf dem Meer hin- und hertrieben. Es fehle auf dem Schiff an Wasser, sagte Rackete, viele der Migranten seien krank und verzweifelt. Sie hätten im Bürgerkriegsland Libyen schwere Gewalt erlebt und litten unter posttraumatischen Störungen. Eine Rückkehr nach Libyen, wo die Menschenrechte systematisch mit Füssen getreten würden, sei nicht möglich. Das internationale Seerecht schreibe vor, dass Menschen in Not geholfen werden müsse. Leonardo Marino und Alessandro Gamberini, die beiden Anwälte der Seawatch, erklärten, Carola Rackete habe „keine andere Wahl gehabt, als die verzweifelten Menschen an Land zu bringen“. 

Salvini in der Zwickmühle

Die Landung der Seawatch wird ein langes politisches Nachspiel haben. Salvini befindet sich in einer Zwickmühle: Einerseits muss er seinen Anhängern gegenüber Härte demonstrieren. Anderseits hat sich ein grosser Teil der Italiener und Italienerinnen gegen diese als „unmenschlich“ bezeichnete Politik aufgelehnt. Darunter könnte die Popularität des Innenministers leiden. Es kann ihm nicht gelegen sein, eine als Heldin gefeierte junge Frau im Gefängnis zu halten.

Sowohl in Italien als auch in ganz Europa haben sich bereits Solidaritätskomitees für Carola Rackete gebildet. In den ersten 24 Stunden sind laut italienischen Medienangaben bereits 200’000 Euro gesammelt worden. Diese werden nun für Gerichtskosten und Anwälte bereitgestellt.

„Sie gehört in die Geschichtsbücher“

In den sozialen Netzwerken machen sich viele Rassisten Luft und schwärzen Carola Rackete mit den üblichen rassistischen Verleumdungen an. Unter anderem heisst es auch: „Das hat mit Seenotrettung nichts zu tun. Das ist schlicht und einfach Menschenhandel.“

Andererseits wird die Kapitänin von einer riesigen Solidaritätswelle getragen. Unter dem Hashtag #freecarola gingen Tausende Einträge ein. Eine „Ruhrpottlady“ schreibt: „Ab heute ist Italien ein Land, in dem eine Frau festgenommen wird, die Leben rettet und den Mut hat, menschlich zu sein.“

Ein Dr. Karamba Diabi schreibt: „Carola Rackete gehört nicht ins Gefängnis. Sie gehört in die Geschichtsbücher.“

Nur noch wenige Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge und Migranten, die über den Seeweg nach Italien gekommen sind, hat innerhalb eines Jahres stark abgenommen. Im Juni 2018 waren es noch 3’136; in diesem Juni sind es noch 623. Im Februar waren es nur 60. Trotz dieses starken Rückgangs der Boatpeople benutzt Salvini das Flüchtlingsthema nach wie vor, um Stimmung zum machen.

(J21)

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Kommentare

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Wirtschaftsflüchtlinge nutzen das nautische Recht schamlos aus. Mit Gummiboot rausfahren und dann einen Hilferuf absetzen, Hilfe wir ertrinken. Jeder, der es empfängt, hört oder sieht, ist dann verpflichtet die Wirtschaftsflüchtlinge zu retten und sie in einen sichren Hafen zu bringen. Wirtschaftsflüchtlinge bringen sich jedesmal in eine Seenot. Ist das nich Mißbrauch von nautischen Recht? Ist es nicht eine Erpressung? Wenn die Wirtschaftsflüchtlinge gerettet und in die EU gebracht werden, dann melden sie das mit ihrem Smartphone nach Hause, dann wid es unzähliger mal nachgeahmt, dann geraten weitere Gummiboote in Seenot. Wenn sich dann in einem europäischen Land, in einer Stadt und in einigen Stadtteilen eine afrikanische Community bildet, dann zieht diese Community weitere Landsleute an. Eine Intagration kann man dann vergessen. Die einzige Schittstelle zu den Einheimischen ist dann nur das Sozialamt.

Kapitänin, Carola Rackete, will um jeden Preis helfen.
Leider nur auf die Kosten der anderen.
Bei uns fehlt Geld überall auch ohne Flüchtlinge.
Wir leiden unter Wohnungsnot und steigenden Mieten.
Bei der Bevölkerungsdichte gehen sich die Menschen
gegenseitig auf die Nerven, bei Wohnungssuche, bei
Parkplatzsuche, in Straßenstaus, bei Lärmbelästigung,
bei schlechter Luft, bei Vermüllung, beim Landfraß........

Viele Reaktionen auf die Hilfsaktion von Frau Rackete haben mich schon befremdet. Da hilft eine mutige Frau zum Tode geweihten Menschen und wird lächerlich und fertiggemacht. Sorry, aber da ist viel Dummheit und Rassismus im Spiel. Frau Rackete ist eine tolle Frau, ihr gebührt grosses Lob. Wenn es um Menschenleben geht sollen Formalitäten hintenanstehen. Mit freundlichen Grüßen Annina Fritz

Sehr geehrte Frau Fritz.

Geplante regelmäßige Seenot ist doch keine Seenot. Das ist eher Mißbrauch vom Seerecht und Erpressung von Gutmenschen. Wichtig ist bei der geplanten Seenot die Seeretter kurz vor dem Auslaufen der Gummiboote anzurufen, damit es mit der Seerettung auch klappt. Welche Großmacht will die EU mit NGO's und mit Massen von Flüchtlingen überfordern, schwächen und destabilisieren?

Menschenleben müssen gerettet werden. Nur wenn jeder mit der Rettung rechnet, dann werden es auch die weniger Mutigen versuchen. Nach der Rettung fahren die Rettungsschiffe jedesmal in die falsche Richtung. Hunderte Millionen wollen ihrer Armut entfliehen und besser leben. Wenn bei und Asyl ohne Obergrenze, ohne Abschiebungen, mit Familiennachzug weiter vonstatten gehen sollte, dann ist es nicht mehr finanzierbar. Sollten deswegen neue und höhere Steuern, Abgaben und Gebühren kommen, dann ist es wohl besser den Job hinzuschmeißen und sehr bescheiden leben. Ich bin nicht bereit eine Überflutung des schon dicht besiedelten Landes mit Fremden zu finanzieren. Es ist keine nachhaltige Lösung die globale Armut mit Umzug nach Europa zu bekämpfen. Das kann nur schlecht enden.

Für mich ist das keine Heldin. Sie hätte das Leiden der Migranten an Bord um 14 Tage verkürzen können, wenn sie das Angebot der Libyer angenommen hätte und die Leute ins wenige Kilometer entfernte Libyen gebracht hätte.
Es geht einfach nicht an, dass man dort vor der libyschen Küste patrouilliert und Afrikanern Taxidienst anbietet. Die Arbeit und die Kosten mit diesen Migranten haben ja dann nachher nicht die "Heldin" und die andern Taxikapitäne, sondern wir, via Sozialkosten, höhere Steuern, ....

ja genau... nach libyen in die foltercamps. da hätte das leid dieser menschen sicher aufgehört... Ihr sarkasmus ist zum kotzen...

Wie viele Afrikaner möchte diese Heldin mit ihrem Pendelverkehr zwischen Afrika und Italien zu uns transportieren? Kann sie eine Zahl nennen?

Nach 8 Jahren Wohnsitz in Deutschland bekommen Ausländer den deutschen Pass. Aber es gibt auch Abkürzungen auf 7 und sogar 6 Jahre unter bestimmten Voraussetzungen. Diese Zeit geht schnell vorbei und dann dürfen die Neu-Deutschen wählen. Ja wen wohl dann?

Es geht also NICHT um den vorübergehenden Schutz von "Flüchtlinge", die dann zurück in ihre Heimat gehen, sondern nur um permanente "Neuansiedlung". Dazu kommt, eine ganze Industrie lebt von der Versorgung der Migranten und deshalb dürfen die nicht zurück in ihre Heimat, deswegen ist ein Rückkehrprogramm praktisch kein Thema.

Noch extremer als in Europa ist diese Tendenz in den Vereinigten Staaten, wo der Wunsch von Trump, eine Mauer zu Mexiko zu bauen, mit allen Mitteln verhindert wird. Diese Mauer würde eine dramatische Reduktion der illegalen Einwanderung bedeuten, darf aber nicht passieren. Das würde den Plan der Neo-Marxisten in den USA, eine demografische Veränderung zu ihren Gunsten zu realisieren, durchkreuzen.

Wer für einen Grenzschutz und einer legalen geregelte Einwanderung sich ausspricht, wird als Unmensch, Rassist und sogar Nazi bezeichnet. EU-Staaten, die ihre Grenze schützen, wie Ungarn oder Italien, werden verteufelt und an den Pranger gestellt.

Solche Helden und Schlepper verursachen bei uns hohe Kosten und viele Probleme.

Im Jahr 2016 erreichte die Anzahl der Asylanträge einen Höchststand: Zwischen Januar und Dezember 2016 zählte das BAMF 745 545 Erst- und Folgeanträge auf Asyl und damit mehr als im Vorjahr. 2015 hatten 476 649 Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Zwischen Januar und Dezember 2017 nahm das Bundesamt insgesamt 222 683 Asylanträge entgegen. In diesem Jahr sind es bisher 46 826 Anträge. Die meisten der Asylsuchenden stammen aus Syrien, Irak und Nigeria.

Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wird, müssen Deutschland innerhalb kurzer Zeit verlassen und sind somit ausreisepflichtig. Reisen sie nicht innerhalb einer festgelegten Frist freiwillig aus und liegen weder Hinderungsgründe, wie zum Beispiel eine Krankheit, noch eine Duldung vor, muss die Ausländerbehörde sie abschieben. Jedoch bedeutet ein abgelehnter Asylantrag noch lange nicht, dass es für den Betreffenden tatsächlich nach Hause oder, wie im Fall des Togolesen, in das für seinen Asylantrag zuständige Land Italien geht. Denn: Wird ein Asylantrag abgelehnt, besteht immer die Möglichkeit, die behördliche Entscheidung durch das zuständige Verwaltungsgericht überprüfen zu lassen. Für den Ausreisepflichtigen gilt es unter allen Umständen, Zeit zu gewinnen. Je länger es einem abgelehnten Asylbewerber gelingt, in Deutschland zu bleiben, desto unwahrscheinlicher wird seine Abschiebung.

Es gibt sie doch, die »Anti-Abschiebe-Industrie«

Von diesem uneingeschränkten Klagerecht – das Erheben von Klagen steht jedem im Rahmen der geltenden deutschen Gesetze zu – wird in einem ungeheuerlichen Ausmaß Gebrauch gemacht. Die deutschen Gerichte wurden und werden mit Klagen gegen abgelehnte Asylgesuche geradezu überzogen und sind hoffnungslos überlastet. Mehr als 320 000 Verfahren sind allein dazu anhängig.

Dem abgelehnten, aber klagewilligen Asylbewerber steht hier eine Armada von Hilfs-und Flüchtlingsorganisationen zur Seite. An vorderster Front die sogenannten, in jedem Bundesland vertretenen »Flüchtlingsräte«. Die eingetragenen Vereine, allesamt durch Steuergeld unterstützt und – wie im Fall des Bayerischen Flüchtlingsrates – fest im linksextremistischen Milieu vernetzt, zeigen dem ambitionierten Helfer auf, was genau zu tun ist, wenn ein Asylantrag abgelehnt wurde. Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg bietet auf seiner Internetseite unter dem Motto »Aktiv für Flüchtlinge« Fortbildung und Materialien für die Unterstützung von Flüchtlingen an.

Dort werden Antworten auf die Fragen »Wie werden Klage bzw. Eilantrag eingereicht?« ebenso beantwortet wie die Frage nach den Anwaltskosten. Das Helfernetzwerk spannt sich weiter über die katholische Caritas, ihr Gegenstück, die evangelische Diakonie, hin zu Vereinen wie »Pro Asyl«, »Berlin hilft« oder DRK. Diese und zahlreiche weitere Organisationen und Verbände, die sich darauf spezialisiert haben, den Weg durch die Verwaltungsgerichtsbarkeit zu popularisieren, stellen das Bindeglied zwischen dem abgelehnten Asylbewerber und seiner rechtlichen Vertretung dar.

So preist die Caritas bereits seit Jahren die Dienste von rund 60 Anwälten an, die sich bundesweit zu einer »Rechtsberaterkonferenz« zusammengeschlossen haben. Das geschäftstüchtige Konglomerat hat mit der Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz und der Diakonie Beratungsverträge abgeschlossen. Diese beinhalten die kostenlose Beratung von Flüchtlingen und anderen angeblich schutzbedürftigen Ausländern. Beraten werden die Ratsuchenden in aller Regel direkt in den Asylunterkünften bei Fragen rund um das Asylverfahren. Zur Sprache kommen aber auch Strafverfahren wegen illegaler Einreise und/oder Urkundenfälschung. Allein in Berlin listet der dortige linkspolitische Flüchtlingsrat 124 Anwälte auf, die sich mit Ausländer- und Asylrecht befassen.

Wer trägt die Kosten?

Laut Auskunft einer Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten belaufen sich die Anwaltskosten für ein Asylklageverfahren bei einer dreiköpfigen Familie auf rund 1600 Euro. Der Gegenstandswert beträgt 5000 Euro für die erste Person plus jeweils 1000 Euro für jede weitere Person im selben Verfahren. Insofern darf durchaus behauptet werden, dass die Klagewelle vor Verwaltungsgerichten für manche Rechtsvertreter ein sehr gutes Geschäft darstellt. Die Frage, wer die Kosten für die Verfahren trägt, kann grob umrissen wie folgt beantwortet werden: in den seltensten Fällen der Asylbewerber. Verwaltungsgerichte sind in Asylverfahren für den Kläger umsonst. Die Beklagten sind öffentliche Institutionen, die Richter öffentliche Bedienstete, und deshalb tragen die Steuerzahler sowohl die Anwaltskosten der Beklagten wie auch die Gerichtskosten.

Die mit Steuergeldern unterstützten Vereine wie »Berlin hilft« bieten Asylbewerbern Rat und Tat, wenn es gilt, Klage gegen abgelehnte Asylanträge einzureichen. Die Betroffenen werden umfassend aufgeklärt. Ein Beispiel: »Wird ein/e Rechtsanwalt/anwältin beauftragt, trägt die Kosten hierfür (zunächst) der Flüchtling. Grundlage ist der zwischen Anwalt/Anwältin und Flüchtling (= AuftraggeberIn) geschlossene ›Beratungsvertrag‹, der unterschiedlich ausgestaltet sein kann. In der Regel werden eine Vorschusszahlung und hinsichtlich des Restbetrags ›Ratenzahlung‹ vereinbart. Hat die Klage (vollständig) Erfolg, werden dem Flüchtling die Verfahrenskosten, wozu auch die Rechtsanwaltskosten zählen, von der Gegenseite, also dem BAMF, genauer: der Bundesrepublik Deutschland, erstattet. Es gilt der Grundsatz ›Die/Der VerliererIn zahlt‹. Zudem gibt es die Möglichkeit, beim zuständigen Verwaltungsgericht einen Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe zu stellen. Neben der finanziellen Bedürftigkeit der Klägerin/des Klägers ist Voraussetzung, dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet. Unter Umständen kann der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg auch einen Antrag auf Bezuschussung der Rechtsanwaltskosten beim Rechtshilfefonds von Pro Asyl einreichen.«

Ein großer Teil der Asylsuchenden hat mit den Klagen Erfolg. Rund 44 Prozent aller Verfahren, die vor den Verwaltungsgerichten inhaltlich entschieden werden, gehen demnach für die Asylsuchenden erfolgreich aus. Sie gelten dann als asylberechtigt oder als schutzbedürftig gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention. Für all jene Immigranten, bei denen das zuständige Gericht oder das BAMF feststellt, dass kein Schutzgrund besteht, gibt es dann noch die Härtefallkommission, vertreten in allen Bundesländern. So ist dieses Gremium in Berlin vor allem mit Personal der Wohlfahrtsverbände und Flüchtlingsorganisationen besetzt. Im Jahr 2017 entschied die Kommission 70 Prozent der beratenen Fälle positiv. Vorher hatte diese Quote unter dem CDU-Innensenator Frank Henkel noch bei 38 und 58 Prozent gelegen.

Klagen und wieder klagen

Die Überlastung der Gerichte durch Asylverfahren hat für den deutschen Staatsbürger neben den zu tragenden Kosten sehr direkte Auswirkungen: Ganz alltägliche Verfahren, die ebenfalls nur von ordentlichen Gerichten zu klären sind, bleiben völlig auf der Strecke. Hinzu kommt, dass seit geraumer Zeit im großen Umfang Verwaltungsbeamte zur Bearbeitung von Asylverfahren herangezogen wurden, die nun bei allgemeinen Verwaltungsdienstleitungen fehlen. Und so wartet der Bürger auf Geburtsurkunden oder Hochzeitsaufgebote Wochen oder gar Monate. Die Funktionsfähigkeit elementarer staatlicher Aufgabenbereiche droht langsam, aber sicher zusammenzubrechen.

Das deutsche Asylrecht weist einen Konstruktionsfehler auf, wenn gegen gerichtliche Entscheidungen langwierige Einspruchsverfahren geführt werden können. Darüber hinaus wird klar, dass der ausdefinierte Rechtsweg, den unsere Gesetze vorsehen, in ihrer Entstehungsphase noch keine Masseneinwanderung und berufsmäßigen Asylmissbrauch kannte. Die Institutionalisierung von Asylklagen legt zudem nicht nur unsere Justiz und Verwaltung lahm, sie ist auch Teil des Anreizsystems, dem immer mehr illegale Migranten nach Deutschland folgen. Diese wissen, spätestens wenn sie in Deutschland durch die erwähnten Organisationen vollumfänglich unterrichtet werden, dass – auch wenn ihr Asylantrag aussichtslos ist – sie dennoch jahrelang bei vollen Sozialbezügen in Deutschland verbleiben können. Der Weg zum Ziel: Klagen und wieder klagen.

Wie viele Hunderttausend oder gar Millionen Afrikaner will diese Heldin nach Europa bringen?

Ich verstehe die Armutsflüchtlinge. Das Problem von Asyl und Einwanderung ist die endlose für uns unbeherrschbare Menge dieser Hilfsbedürftigen. Auch ohne Flüchtlinge leiden wir unter unbezahlbarem Wohnen, unter zu hoher Bevölkerungsdichte, unter täglichen Staus, Lärm, schlechter Luft, Umweltbelastungen, Naturzerstörung, Landfraß, ............

Wie soll Europa 800 Millionen Afrikaner versorgen?
Ein Gedankenspiel: 400 Millionen Afrikaner aus dem Subsahara-Raum könnten Schutz und Versorgung in Europa suchen, weil sie ihr Leben daheim für unerträglich und ausweglos halten. Kein Wunder, denn von einer Milliarde Menschen (1950: 180 Millionen) sind 600 Millionen ohne Stromanschluss und die Zahl der absolut Armen (höchstens 1,90 Dollar/Tag) wuchs zwischen 1990 und 2011 von 280 auf 390 Millionen.

Im Jahr 2050 (mit 2,2 Milliarden Einwohnern) stünden – bei unverändertem Fluchtwunsch – 800 Millionen theoretisch „bereit“ für die Flucht in die EU. Dort müssten rund 450 Millionen Einheimische für sie aufkommen. Selbst wenn alle unterkämen, stiege Afrikas Bevölkerung immer noch um 400 Millionen.

Während in Afrika das Durchschnittsalter bis 2050 auf nur 25 Jahre (heute 20) steigt, ächzen dann Brüssels Schutzbefohlene unter 50 Jahren. Da auch die Politik ihre Überforderung allmählich spürt, will Angela Merkel die „Geschicke Afrikas“ wenden und es in einen „Zukunftskontinent“ verwandeln. Was steht ihr da bevor?

Berlin will das Problem mit Spezialisten lösen.
2015 gab es vom gesamten Kontinent einen Warenexport in Höhe von 150 Milliarden Dollar – in erster Linie Erdöl, Diamanten, Gold, Kupfer und Eisen. Allein 85 Milliarden Dollar davon entfielen auf das noch europäisch geprägte Südafrika. Die verbleibenden restlichen Staaten (940 Millionen Einwohner insgesamt) schaffen Ausfuhren von knapp 70 Milliarden Dollar, weniger als etwa die 5,4 Millionen Slowaken (74 Milliarden Dollar) schaffen.

Um diesen Rückstand abzubauen, will Berlin Spezialisten schicken. Wen aber hat man in den kommenden Jahrzehnten zur Verfügung? Europa bis zum Ural barg 2015 rund 140 Millionen Menschen unter 18 Jahren. Sie sind die Zukunft. Für 2050 werden nur noch 130 Millionen erwartet. Gesamt-Afrika (jetzt mit dem prekären arabischen Norden) hat heute 540 und 2050 rund 1000 Millionen Einwohner im selben Alter.

Die hiesigen Jugendlichen reichen nicht einmal aus, um die hiesigen Alten zu versorgen. Wie soll dann jedes dieser seltenen Geschöpfe nebenher noch vier oder (2050) acht Afrikaner für Hightech fit machen, ohne die der Schwarze Kontinent keine Zukunft gewinnt?

Wie soll Europa 800 Millionen Afrikaner versorgen?
Ein Gedankenspiel: 400 Millionen Afrikaner aus dem Subsahara-Raum könnten Schutz und Versorgung in Europa suchen, weil sie ihr Leben daheim für unerträglich und ausweglos halten. Kein Wunder, denn von einer Milliarde Menschen (1950: 180 Millionen) sind 600 Millionen ohne Stromanschluss und die Zahl der absolut Armen (höchstens 1,90 Dollar/Tag) wuchs zwischen 1990 und 2011 von 280 auf 390 Millionen.

Im Jahr 2050 (mit 2,2 Milliarden Einwohnern) stünden – bei unverändertem Fluchtwunsch – 800 Millionen theoretisch „bereit“ für die Flucht in die EU. Dort müssten rund 450 Millionen Einheimische für sie aufkommen. Selbst wenn alle unterkämen, stiege Afrikas Bevölkerung immer noch um 400 Millionen.

Während in Afrika das Durchschnittsalter bis 2050 auf nur 25 Jahre (heute 20) steigt, ächzen dann Brüssels Schutzbefohlene unter 50 Jahren. Da auch die Politik ihre Überforderung allmählich spürt, will Angela Merkel die „Geschicke Afrikas“ wenden und es in einen „Zukunftskontinent“ verwandeln. Was steht ihr da bevor?

Berlin will das Problem mit Spezialisten lösen.
2015 gab es vom gesamten Kontinent einen Warenexport in Höhe von 150 Milliarden Dollar – in erster Linie Erdöl, Diamanten, Gold, Kupfer und Eisen. Allein 85 Milliarden Dollar davon entfielen auf das noch europäisch geprägte Südafrika. Die verbleibenden restlichen Staaten (940 Millionen Einwohner insgesamt) schaffen Ausfuhren von knapp 70 Milliarden Dollar, weniger als etwa die 5,4 Millionen Slowaken (74 Milliarden Dollar) schaffen.

Um diesen Rückstand abzubauen, will Berlin Spezialisten schicken. Wen aber hat man in den kommenden Jahrzehnten zur Verfügung? Europa bis zum Ural barg 2015 rund 140 Millionen Menschen unter 18 Jahren. Sie sind die Zukunft. Für 2050 werden nur noch 130 Millionen erwartet. Gesamt-Afrika (jetzt mit dem prekären arabischen Norden) hat heute 540 und 2050 rund 1000 Millionen Einwohner im selben Alter.

Die hiesigen Jugendlichen reichen nicht einmal aus, um die hiesigen Alten zu versorgen. Wie soll dann jedes dieser seltenen Geschöpfe nebenher noch vier oder (2050) acht Afrikaner für Hightech fit machen, ohne die der Schwarze Kontinent keine Zukunft gewinnt?

Eine Heldin? Flüchtlinge Bringen ist schnell erledigt. Flüchtlinge jahrelang umsorgen, integrieren, ausbilden und mit Wohnraum zu versorgen dauert länger und kostet viel mehr.
Ich bin gegen Hass und gegen Hetze, trotzdem schaue ich realistisch in die Zukunft auf mögliche Konsequenzen der unbegrenzten Einwanderung. Die globale Armut kann nicht mit unserem Asylrecht bekämpft werden. Ein gutes Sozialsystem und offene Grenzen vertragen sich nicht, auf eins davon müssen wir verzichten. Wenn zu viele kommen, dann werden sie hier genau das vernichten, was sie alle hier suchen, den Wohlstand, die Sicherheit und das Sozialnetz, weil sie meistens keine brauchbare Ausbildung mitbringen, weil jeder 4. traumatisiert und psychisch krank ist, weil sie ihren Hass und ihre Konflikte mitbringen, Islamisten gegen "Ungläubige", Kurden gegen Türken, Palestinenser gegen Juden, Schiiten gegen Sunniten. Asyl ohne Obergrenze mit Familiennachzug für Unqualifizierte bedroht die nationale Sicherheit. Afrika produziert nur Kinder und exportiert Asylsuchende. Die Flüchtlinge kommen viel schneller als man neue Wohnungen bauen kann. Wenn man alle Asylsuchende mit Geld und Sozialwohnung gut versorgt, dann werden sie damit in ihrer Heimat prahlen, dann kommen noch ihre Verwandten, Freunde, Freunde von Freunden, am Ende werden wir schlimmstenfalls auch flüchten müssen.

Es ist leider so, dass durch die verschiedenen Informationen, die durch die Medien verbreitet werden, es eine Vermischung gibt zwischen Halbwahrheiten und offensichtlichen Lügen. Ich empfehle jedem, das Buch "Die Mitleidsindustrie" zu lesen. Die Migration nach Europa ist ein ganz einfaches Geschäftsmodell und die Wertschöpfung findet auf verschiedenen Ebenen statt: 1. Die Schlepper verdienen steuerfrei ein Vermögen mit ihren kriminellen Aktivitäten. Wer 5'000 Euro bezahlen kann, ist nicht arm und diese Menschen können rechnen. Ganz offensichtlich sind die 5'000 gut investiert, d.h. es ist mit einem positiven ROI zu rechnen. Die Rettungsorganisationen verdienen auch. Ihre Herausforderung ist "Fighting for Projects". Ohne Projekt fliessen keine Hilfsgelder. Die SeaWatch brauchte dringend Geld. Deshalb war das dümpeln vor Lampedusa gut investiert: praktisch kein Aufwand, viel Medienpropaganda. Die Spenden flossen und es gibt eine neue Heldin. Passt ja auch gut zur Gleichberechtigung. Aber die Wertschöpfung geht weiter. Sind die Migranten mal angekommen, dann beginnt das Geschäft der Sozialhilfeorganisationen an Land und der CLC (Kundenlebenszyklus) dauert Jahre und mit dem Nachzug, vermehrt sich das Potential. Also äusserst lukrativ. Auch die Wirtschaft profitiert später durch billige Arbeitskräfte. Die Rechnung wird vom Endkunden bezahlt. Es ist wie bei der MwSt oder der BIP-Berechnung: Alle Kosten landen bei den Steuerzahlern und zwar bei denjenigen, die mehr als die Kopfsteuer bezahlen. Schaut euch doch mal die Statistik des Steuersubstrats in Europa an: Es ist eine Minderheit, die 80% des gesamten Steueraufkommens bezahlt. Die Umverteilung funktioniert also sehr gut. Aber darüber spricht niemand. Weshalb auch? Jeder der denken und rechnen kann, weiss dass es so ist.

In einer weitverbreiteten Tageszeitung las ich den entsprechenden Artikel - die Kommentare dazu liessen mich schaudern, so viel Ablehnung von Menschlichkeit macht mich betroffen und macht mir Angst für unsere Zukunft. Und die massenhafte Zustimmung dieser Kommentare ist einfach beschämend. Ich hätte das nie erwartet in unserer ach so heilen Schweiz.

Lieber Herr Mühlemann: Menschlichkeit ist etwas völlig anderes. Wenn eine Minderheit, dank einer Mehrheit, eine andere Minderheit ausnützt so ist es vom Prinzip her dasselbe, was von 1933 bis 1945 in Deutschland geschah. Oder beim Sozialismus zu bleiben, war es auch in der Sowjetunion und in der DDR nicht anders. Der Vorteil beim Kapitalismus ist, dass eine Revolution ihn wegfegt. Weil dort eine Minderheit eine Mehrheit dominiert. Ja, der Mechanismus ist kompliziert, aber durchaus zu verstehen, wenn Mann/Frau wollen.

Genau! Faschistoide Niederträchtigkeit ist der richtige Ausdruck dafür und für die Ursachen und für vieles was schief läuft auf dieser Welt, aber die Menschen es einfach nicht wahrhaben wollen und es so zu bezeichnen wagen und schon gar nicht vor der eigenen Nase und Haustüre. Nürnberger Prozesse denen!

Sie wissen doch gar nicht was Faschismus ist! Wären Sie Kind eines Flüchtlings aus einem faschistischen Staat so wie ich das bin, dann wüssten Sie wovon ich schreibe. Es ist erschreckend, wie viel Ignoranz verbreitet wird und wir die Verblendung die Menschen dazu verleitet, ihre Irrmeinungen als Wahrheit darzustellen. Ich stimme zu, dass vieles schief läuft auf dieser Welt. Aber keine Sorge: Der Klimawandel wird alles richten. Spätestens in 100'000 Jahren sind diese menschlichen Probleme gelöst.

Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es!
Eine gesunde Menschlichkeit und Zivilcourage beweist diese Kapitänin. Das Beispiel erinnert an die Samariter-Geschichte in der Bibel, wobei dort ‚nur‘ Gleichgültigkeit vorherrschte und hier zusätzlich faschistoide Niederträchtigkeit die Menschenwürde mit Füssen tritt.

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