Der Wutausbruch von Martin Schulz

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Der Wutausbruch von Martin Schulz

Von Journal21, 12.09.2018

Martin Schulz hat im Deutschen Bundestag den AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland in einer feurigen Replik auseinandergenommen. Spontan bekam er dafür Standing Ovations.

In seiner Rede hatte Alexander Gauland Straftaten von Asylbewerbern und Flüchtlingen aufgezählt und die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. Das geschah wieder in einer derartig perfiden Weise, dass selbst die Kanzlerin, die wie üblich auf der Regierungsbank die Rede mitverfolgte, Mühe hatte, die Contenance zu wahren.

Schulz warf daraufhin Gauland vor, sich in seiner Rede der „Mittel des Faschismus“ zu bedienen. Genauso wie die Faschisten mache Gauland einzelne Personen und Gruppen für übergreifende Probleme verantwortlich. Das seii ein bekanntes Stilmittel: „Die Migranten sind an allem Schuld. Eine ähnliche Diktion hat es in diesem Hause schon einmal gegeben.“

Dann nahm sich Schulz eine frühere Aussage von Gauland vor: Die Zeit des Nationalsozialismus sei im Verlauf der langen deutschen Geschichte nur ein „Vogelschiss“. Dazu Schulz: „Herr Gauland, die Menge von Vogelschiss ist ein Misthaufen. Und auf den gehören Sie in der deutschen Geschichte.“ Darufhin sprangen zahlreiche Abgeordnete von ihren Sitzen und spendeten Schulz spontan Beifall. 

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Kommentare

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Die Amerikanischen Indianer hatten keine AfD.
Jetzt gibt es nur noch wenige Indianer, und sie
leben in Reservaten.

Was lernen wir daraus?

Sehr geehrter Herr Schulz.

Lassen Sie die AfD in Ruhe und kümmern Sie sich bitte lieber um unsere Renten! Sie werden sicher eine fürstliche Pension bekommen, aber wie sollen wir von diesen kleinen Renten die steigenden Mieten bezahlen?

Die durchschnittliche Rente beträgt in Deutschland 745 Euro im Monat. Wie das zum Leben reichen soll ist unklar. Wir können uns keine unqualifizierte Einwanderung leisten! Dass die deutschen Rentner nicht in Saus und Braus leben, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass die ausbezahlte Rente im Gesamtdurchschnitt 2017 laut Rentenanstalt 745 Euro im Monat betragen hat. Alle Untersuchungen zeigen, dass die Mehrzahl der 55 bis 62jährigen in der Rente ihren gewohnten Lebensstandard nicht werden halten können. Altersarmut ist ein echtes Problem, auch wenn versucht wird, diesen Umstand in den Statistiken zu verschleiern. Wenig erstaunlich ist daher die immer lauter werdende Forderung, es müsse mehr Geld für die Rentner bereitgestellt werden – von den Beitragszahlern und vom Staat, wobei den Staat dieselben Zahler finanzieren, die auch die Beiträge abliefern. Auf diese Weise ist das Problem nicht zu lösen, weil eine Überforderung der aktiven Arbeitnehmer und Selbstständigen vermieden werden muss: Deutschland hat 44 Millionen Beschäftigte und 21 Millionen Rentner, dazu kommt noch eine ständig zunehmende Zahl Sozialhilfe beziehender Migranten, also muss schon jetzt ein Aktiver direkt oder indirekt mehr als eine halbe Rente finanzieren. Die Deutsche Rentenanstalt hat im Jahr insgesamt Einnahmen von 300 Mrd. Euro, wovon 225 Mrd. aus Beitragseinnahmen stammen, den Rest zahlte der Staat. Ohne die seit 2015 eingewanderten Migranten konnte die Rentenanstalt vom Staat über 30 Milliarden jährlich mehr erhalten. Die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung ergibt, dass die Zahl der Beschäftigten sinken und die Zahl der Rentner steigen wird. Wenige Kinder und immer neue beruflich unbrauchbare Migranten sorgen dafür, dass das Problem langfristig das Land belasten wird. Die Niedrig- und Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank behindert seit Jahren den Aufbau einer Altersvorsorge. Man bekommt nicht nur keine Abgeltung der ohnehin mit Hilfe der Statistik kleingeredeten Inflation, man muss die Geldentwertung durch zusätzliche Zahlungen ausgleichen, um das angestrebte Sparziel zu erreichen. Das überfordert Viele.

Der Wutausbruch von Martin Schulz ist die beste Wahlhilfe für die AfD. Wenn man ständig über die AfD im Bundestag und in allen Medien spricht und schreibt, dann braucht die AfD gar keine Wahlplakate und auch keine TV-Werbung vor der Wahl. Je mehr man über die AfD spricht und schimpft, um so mehr wird sie von den unzufriedenen und benachteiligten Bürgern und Wählern gewählt. Die Unzufriedenen wissen dann, da ist was neues, da ist eine Alternative, die alle fürchten, weil sie größere Änderungen verspricht. Die zunehmenden Probleme mit Asyl und die ständig steigenden Asylkosten werden die AfD in die Regierung puschen. In wenigen Jahren wird aus der AfD ein begehrter Koalitionspartner.

Schulz warf daraufhin Gauland vor, sich in seiner Rede der „Mittel des Faschismus“ zu bedienen. Genauso wie die Faschisten mache Gauland einzelne Personen und Gruppen für übergreifende Probleme verantwortlich. Das seii ein bekanntes Stilmittel: „Die Migranten sind an allem Schuld. Eine ähnliche Diktion hat es in diesem Hause schon einmal gegeben.“

Martin Schulz greift also schon wieder zu dieser stark abgenutzten und inflationierten Nazikeule. Wenn ich mir dieses langweilige Video mit Martin Schulz anschaue, dann muß ich schon gähnen. Solche Politiker repräsentieren also Deutschland, das Land der Dichter, Schriftsteller, Erfinder und Entwickler, unglaublich.

Ich bin gegen Hetze. Martin Schulz kann leider nichts anderes als gegen eine zugelassene demokratische rechtskonservative Partei hetzen. Mit solchen primitiven Representanten kann die SPD keine Wähler beeindrucken. Die SPD-Wählerschaft wird weiter schrumpfen.

In seiner Rede hatte Alexander Gauland Straftaten von Asylbewerbern und Flüchtlingen aufgezählt und die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. Das geschah wieder in einer derartig perfiden Weise, dass selbst die Kanzlerin, die wie üblich auf der Regierungsbank die Rede mitverfolgte, Mühe hatte, die Contenance zu wahren.

Recht hatte Alexander Gauland, die Kazlerin hatte 2015 genug Zeit sich die totale Öffnung der Grenzen vom Bundestag genehmigen, absegnen zu lassen. Sie hat es ganz alleine entscheiden, so wie es z.B. der ständig kritisierte Erdogan macht. Bei den jährlichen Asylkosten von offiziell über 30 Milliarden EUR sollte sie dazu den Bundestag befragen. Kanzlerin auf Fotos in Umarmung von Migranten und das Versprechen Asyl ohne Obergrenze im Internet verstehen arme und verfolgte Menschen in der ganzen Welt als eine Einladung, kommt alle her, wir werden uns um euch kümmern und euch mit allem notwendigen versorgen und umsorgen. Kein Wunder, wenn dann Massen kommen. Es sind leider keine Eliten und keine Facharbeiter und keine Ingenieure, es sind leider allzu oft Analphabeten. Seine Heimat verläßt nur jemand, der dort nichts hatte, keinen Job, kein Haus, kein Grundstück und keine Wohnung, keine Ausbildung. Diese immer größere Last muß dann der deutsche Steuerzahler tragen und zwar auf unbestimmte Zeit. Darf man das nicht kritisieren?

journal 21 regt immer wieder zu ungewöhnlichen Gedanken an. In diesem Fall sind es die LeserInnenkommentare, die ich so niemals in dieser Zeitung erwartet hätte. Ein Anlass um gegen meine Denkgewohnheit nachzudenken. Schon das ist ein Gewinn.

Der Wutausbruch von Martin Schulz. Schimpfen kann jeder. Die anderen Fähigkeiten von Martin Schulz sind eher Bescheiden. Die AfD repräsentieren wenigstens Menschen mit abgeschlossener Hochschulausbildung, manche sogar mit Doktortiteln. Was kann Schulz bieten außer Wutausbruch? Für diese "Superleistung" wird er als Bundestagabgeordneter von den Steuerzahlern fürstlich entlohnt und kann sich auf eine hohe Pension freuen, die viele normale Renten deutlich übersteigt.

Solche Reden, wie diese von Martin Schulz, machen die rechtspopuläre AfD noch stärker. Aber auch ohne diese Luftvibrationen aus den Stimmbändern von Martin Schulz im Bundestag wird die AfD größer und stärker, weil die Probleme mit den Migranten nie aufhören werden und weil die Asyl-Kosten immer höher werden, bis alle darunter leiden werden, egal ob reich oder ob arm. Irgendwann werden alle zur Kasse gebeten, den Reichen wird genommen und den Armen wird weniger geholfen, Hartz 5 droht.

Und ich werde die rechtskonservative AfD trotzdem wählen, weil sie die einzige Partei ist, die uns vor der Flut der beruflich unbrauchbaren illegalen Migranten beschützen will. Deutschland hat immer mehr arme Rentner, die ein funktionierendes Sozialsystem und eine funktionierende gesetzliche Krankenversicherung zum Überleben brauchen. Eine endlose unqualifizierte Einwanderung von ewigen Sozielfällen bedroht das Sozialnetz und die gesetzliche Krankenversicherung. Deutschland hat genug eigene Wohnungslose und Obdachlose, die eine bezahlbare städtische Altbauwohnug brauchen. Die Wartelisten auf bezahlbare Wohnung sind auch ohne Mogranten zu lang. Masseneinwanderung beschleunigt den Landfraß, es wird schon auch ohne Migranten zu viel Grünland zugebaut und zubetoniert. Viele Mülldeponien sind am Ende ihrer Laufzeit, weil sie demnächst zu voll sind, neue Mülldeponien will keine Gemeinde genehmigen. Wir ersticken im Autoverkehr, schlechter Luft und Lärm. Wohnungen sind für Normalverdiener ein Luxusgut. So ziemlich alle Städte und Gemeinden sind verschuldet oder überschuldet und vernachlässigen deswegen ihre Infrastruktur. Die globale Armut kann nicht mit unserem Asylrecht bekämpft werden.

Geehrter Herr Schenk
Asylrecht hat noch nie die die Armut an sich bekämpft, darin liegt auch nicht der Zweck des Asylrechts. Sie nennen viele Probleme, die es in Deutschland gibt (Vorsorge, Müll, Verkehr, Mieten). Da frage ich mich nun aber, was diese Probleme mit den Asylsuchenden zu tun haben oder mit dem Artikel? Auf mich wirkt Ihr Kommentar eher wie ein Rundumschlag gegen alles, was in Deutschland lief läuft. Der Zusammenhang zu den Migranten ist mir dabei aber schleierhaft... Oder müssen diese einfach als Sündenbock herhalten? Dass die Schere zwischen arm und reich aufgeht, können Sie ja wohl nicht ernsthaft den Migranten anlasten. Es ist im übrigen auch nicht die Schuld der Afrikaner, dass sie im Heimatland nicht wirklich von landwirtschaftlichen Erzeugnissen profitieren können, sondern viel eher eine Schande, dass damit "Freihandel" betrieben wird. Ein globaler Handel, der mit frei nichts zu tun hat. Denn wir subventionieren unsere Landwirtschaft enorm, damit sie im Welthandel bestehen kann. Oder haben Sie schon mal gehört, dass Bauern in Afrika vom Staat Subventionen erhalten? Wohl kaum. Von "fairem Handel" kann hier nicht die Rede sein.
Wenn es um Flucht und die Verbesserung der Lebensverhältnisse geht, sollte sich gerade Deutschland (nach den Erfahrungen des 2. WK) bewusst sein, dass Hilfe von aussen eine besondere Rolle zukommt (Stichwort: Marshallplan). Die USA haben Deutschland keineswegs selbstlos geholfen, sondern mit der wirtschaftlichen Hilfe einen "Schutzschild" gegen die Sowjetunion aufgebaut. Falls Sie nun denken, dass dies in Afrika nicht gegeben ist, bitte ich Sie sich daran zu erinnern, welche Weltmacht sich momentan in Afrika wirtschaftlich ausbreitet. China, ein Land in dem "Demokratie" weder gross- noch kleingeschrieben wird, sondern schlicht inexistent ist. Die AfD zu wählen, bedeutet, die Augen vor der Komplexität unserer heutigen Welt zu verschliessen und alle Probleme einfach einer schwachen Minderheit im Lande anzulasten. Ich bitte Sie nochmals darüber nachzudenken, ob dies wirklich der richtige Weg sein kann. Ich bezweifle es sehr. Diskriminierung hat noch nie gute Politik gemacht. Mit freundlichen Grüssen Max Grob

Die Rüge von Herrn Schäuble an Herrn Schulz stehend die Antwort des Herr G. aufzunehmen, finde ich deplatziert und ungeschickt. Hier geht es um unsere Demokratie, doch nicht um einen formellen Fehler, der in der Aufregung geschah.

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