Vertriebene Palästinenser und Palästinenserinnen suchen bei Sonnenuntergang auf einem Müllberg nach Abfällen, die sie zum Anzünden von Feuer benötigen. Gas zum Kochen steht keines mehr zur Verfügung. Das Bild stammt aus dem Lager Khan Junis im südlichen Gazastreifen.
«Médecins sans frontières» spricht von einer «beispiellosen humanitären Katastrophe». Menschen hungerten und hätten oft kein Trinkwasser. Das Gesundheitssystem sei «völlig zusammengebrochen». Krankeiten würden sich «fast ungehindert ausbreiten».
«Médecins sans frontières» wirft den israelischen Behörden vor, die humanitäre Hilfe zu blockieren. «Die Hilfsgüter, die aus der Luft abgeworfen wurden, sind nur ein Tropfen auf den heissen Stein angesichts der 2,3 Millionen Menschen, die Mehrzahl von ihnen Frauen und Kinder, die täglich um ihr Überleben kämpfen. Auch der Transport auf dem Seeweg kann Lieferungen per Lastwagen allenfalls ergänzen.»
Israel dementiert. Die israelischen Behörden würden täglich tonnenweise Hilfsgüter in den Gazastreifen einlassen. Die Zahl der Lastwagen mit Lebensmitteln, Zelten, Gas, medizinischem Material und Brennholz sei «weitaus höher», als die Hilfswerke behaupteten. Doch die internationalen Organisationen seien nicht in der Lage, die Hilfsgüter zu verteilen. Zudem würde die Hamas viele Hilfsgüter konfiszieren und den eigenen Leuten verteilen.
Mehrere Uno-Organisationen und NGOs dementieren diese Darstellung ihrerseits. Die andauernden Kämpfe und die neue israelische Offensive in Gaza würde es für die Helferinnen und Helfer schwierig machen, die Hilfsgüter abzuholen und zu verteilen. Das Risiko, getötet zu werden, sei gross. Bereits seien fast 200 Helfer getötet worden, erklärt ein Sprecher der UNWRA. Als Beispiel wird der tödliche israelische Angriff auf einen Hilfskonvoi von «World Central Kitchen» (WCK) im April genannt. Sieben WCK-Mitarbeiter waren bei dem Raketenangriff getötet worden. Israel hatte sich für den Angriff entschuldigt.