„Auf ins zehnte Jahrzehnt!“

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„Auf ins zehnte Jahrzehnt!“

Von Journal21, 08.12.2016

Die 90. Geburtstagsfeier für unseren Nahost-Experten Arnold Hottinger entwickelte sich zu einem grossartigen Journal21-Fest. Ein Bilderbogen.

154 Gäste sind am Dienstag ins Zürcher „Zunfthaus zum Rüden“ gekommen, um Arnold Hottinger zu seinem 90. Geburtstag zu gratulieren: Freunde, Arbeitskollegen, Fans, Leute aus Politik, Wirtschaft, Kultur und den Medien: vor allem Leute, die begeistert sind von ihm.

Alle Fotos (mit einer Ausnahme): Anthony Anex/Keystone

Journal21 war am 10. September 2010 erstmals aufs Netz gegangen. In seiner Begrüssung erinnert Journal21-Gründer Heiner Hug daran, dass Arnold Hottinger ganz von Anfang an dabei war. Seither hat er – so Hug – 612 Artikel für Journal21 publiziert. (Inzwischen sind es 613: Schon am Tag nach seinem Geburtstag griff er wieder für uns in die Tasten.)

90 Jahre und kein bisschen müde. „Auch mit 90 Jahren“, erklärte Hug in seiner Begrüssung, „gehören Sie, Herr Hottinger, zu den weltbesten Analytikern des Nahen Ostens, der arabischen Welt, der islamischen Welt. Wir sind stolz, dass Sie für uns schreiben.“
90 Jahre und kein bisschen müde. „Auch mit 90 Jahren“, erklärte Hug in seiner Begrüssung, „gehören Sie, Herr Hottinger, zu den weltbesten Analytikern des Nahen Ostens, der arabischen Welt, der islamischen Welt. Wir sind stolz, dass Sie für uns schreiben.“

Hottinger erzählte, wie er seine Passion für die arabische Welt entdeckte. Zum ersten Mal reiste er vor 66 Jahren mit seiner Mutter nach Tunesien. „Damals wurde man vor dem Einstieg ins Flugzeug noch gewogen.“ Tunis, die Fremdheit des Ortes überwältigte ihn: „Sie verfolgte mich noch Jahre lang im Traum. Nacht für Nacht verirrte ich mich im Basar von Tunis, in all diesen Farben, diesen Gerüchen, und fand nicht mehr heraus“, erinnert er sich.
Hottinger erzählte, wie er seine Passion für die arabische Welt entdeckte. Zum ersten Mal reiste er vor 66 Jahren mit seiner Mutter nach Tunesien. „Damals wurde man vor dem Einstieg ins Flugzeug noch gewogen.“ Tunis, die Fremdheit des Ortes überwältigte ihn: „Sie verfolgte mich noch Jahre lang im Traum. Nacht für Nacht verirrte ich mich im Basar von Tunis, in all diesen Farben, diesen Gerüchen, und fand nicht mehr heraus“, erinnert er sich.

Hottinger hatte sich gegen eine akademische Karriere entschieden, obwohl er in Los Angeles eine Professur in Aussicht hatte. Doch Kalifornien sei ihm zu weit weg von Arabien gewesen und er habe keinen Büro-Job gewollt, erklärte er: „Das Leben im Nahen Osten hat mich mehr interessiert als die Geschichte oder die Philologie.“ Er habe nie die Illusion, irgendetwas verändern zu können. Hingegen suche er zu verstehen und natürlich auch zu erklären.
Hottinger hatte sich gegen eine akademische Karriere entschieden, obwohl er in Los Angeles eine Professur in Aussicht hatte. Doch Kalifornien sei ihm zu weit weg von Arabien gewesen und er habe keinen Büro-Job gewollt, erklärte er: „Das Leben im Nahen Osten hat mich mehr interessiert als die Geschichte oder die Philologie.“ Er habe nie die Illusion, irgendetwas verändern zu können. Hingegen suche er zu verstehen und natürlich auch zu erklären.

Bevor sich Hottinger für Journal21.ch engagierte, arbeitete er über dreissig Jahre lang als Korrespondent für die „Neue Zürcher Zeitung“ in Beirut, Madrid und Nikosia. Seine Bücher über die islamische und arabische Welt gehören zu den Standardwerken.
Bevor sich Hottinger für Journal21.ch engagierte, arbeitete er über dreissig Jahre lang als Korrespondent für die „Neue Zürcher Zeitung“ in Beirut, Madrid und Nikosia. Seine Bücher über die islamische und arabische Welt gehören zu den Standardwerken.

Wie wurden die Korrespondentenberichte damals übermittelt, als es noch keine Computer gab und die Telefone meist nicht funktionierten? „Es gab eine Weisung der ‚Neuen Zürcher Zeitung‘: Luftpostbrief - ausser bei Revolutionen und Regierungswechsel. Dann: Pressetelegramm. Man ging auf den Flugplatz, hatte auf den Brief schon Schweizer Briefmarken geklebt und fragte einen Schweizer Passagier, würden sie den Brief bei ihrer Ankunft in der Schweiz bitte einwerfen. Das ging manchmal lange. Man musste so schreiben, dass die Texte auch in einer Woche noch lesbar waren - oder manchmal in zwei.“
Wie wurden die Korrespondentenberichte damals übermittelt, als es noch keine Computer gab und die Telefone meist nicht funktionierten? „Es gab eine Weisung der ‚Neuen Zürcher Zeitung‘: Luftpostbrief - ausser bei Revolutionen und Regierungswechsel. Dann: Pressetelegramm. Man ging auf den Flugplatz, hatte auf den Brief schon Schweizer Briefmarken geklebt und fragte einen Schweizer Passagier, würden sie den Brief bei ihrer Ankunft in der Schweiz bitte einwerfen. Das ging manchmal lange. Man musste so schreiben, dass die Texte auch in einer Woche noch lesbar waren - oder manchmal in zwei.“

Sein Ausblick ist unerfreulich. „Ich bin pessimistisch“, erklärt er, „nicht nur für den Nahen Osten, auch für Europa.“ Vielleicht werde es bei uns nicht ganz so schlimm wie dort unten. Doch: „Die Zeit der Prosperität ist vorbei, auch in Europa kann es schlimm werden.“
Sein Ausblick ist unerfreulich. „Ich bin pessimistisch“, erklärt er, „nicht nur für den Nahen Osten, auch für Europa.“ Vielleicht werde es bei uns nicht ganz so schlimm wie dort unten. Doch: „Die Zeit der Prosperität ist vorbei, auch in Europa kann es schlimm werden.“

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom iranischen Musiker Mansour Beiglar (links) und dem Marokkaner Isabi. Sie spielten Musik aus Marokko, Palästina, Libanon, Iran, der Türkei und Afghanistan.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom iranischen Musiker Mansour Beiglar (links) und dem Marokkaner Isabi. Sie spielten Musik aus Marokko, Palästina, Libanon, Iran, der Türkei und Afghanistan.

Mansour Beiglar
Mansour Beiglar

Bei den Vorbereitungen für das Geburtstagsfest stiess Journal21 auf ein wunderbares über 50-jähriges Foto.
Bei den Vorbereitungen für das Geburtstagsfest stiess Journal21 auf ein wunderbares über 50-jähriges Foto.

Arnold Hottinger erinnert sich: Das Bild wurde 1963 in der algerischen Wüste während des algerisch-marokkanischen Krieges nahe der marokkanischen Grenze aufgenommen. Auf dem Meilenstein steht die Zahl 21. Vielleicht war das eine Vorsehung, dass sich Hottinger später für Journal21 engagiert. Aufgenommen wurde das Bild vom berühmten Fotografen Ernst Scheidegger.
Arnold Hottinger erinnert sich: Das Bild wurde 1963 in der algerischen Wüste während des algerisch-marokkanischen Krieges nahe der marokkanischen Grenze aufgenommen. Auf dem Meilenstein steht die Zahl 21. Vielleicht war das eine Vorsehung, dass sich Hottinger später für Journal21 engagiert. Aufgenommen wurde das Bild vom berühmten Fotografen Ernst Scheidegger.

Journal21-Grafikerin Janine Fuchs überreicht Hottinger das von ihr vergrösserte und gerahmte „Meilenstein-Bild“.
Journal21-Grafikerin Janine Fuchs überreicht Hottinger das von ihr vergrösserte und gerahmte „Meilenstein-Bild“.

Journal21-Autor Ignaz Staub, Mitglied des Leitungsteams und früherer Korrespondent im Nahen Osten für den „Tages-Anzeiger“ würdigt in einer Laudatio das Geburtstagskind. „Das Einzige, was einem grossen Journalisten wie Arnold Hottinger fehlt, ist ein massives Ego.“ Im Gegensatz zu vielen Journalisten, die in grossen und teuren Hotels hausen und keinen Kontakt zur Welt haben, die sie beschreiben, stieg Hottinger in einfachen Herbergen ab. „Arnold Hottinger“, sagt Ignaz Staub, „gehört nicht zur Spezies der ‚Hotel Warriors‘, jener Hotelkrieger, die ‚Wall Street‘-Reporter John J. Fialka am Beispiel des ersten Golfkrieges beschreibt, als die Korrespondenten, unfreiwillig, in Fünf-Sterne-Häusern in Riad oder Dahran vor dem Fernseher sassen, weitab vom Schuss und weitab vom Verständnis des Geschehens. „Statt sich von Propagandisten desinformieren zu lassen, galt es für Arnold Hottinger, unermüdlich unterwegs zu sein, zu Fuss, per Sammeltaxi oder im Bus, und unvoreingenommen mit Leuten jeglicher Couleur zu reden, diskret zuzuhören, scharf zu beobachten und klar zu analysieren. Die Angelsachsen nennen das zutreffend ‚shoe-leather reporting‘: Ledersohlen-Berichterstattung. Nur zu Fuss, weiss Arnold Hottinger, lassen sich die Dinge wirklich erfahren.“
Journal21-Autor Ignaz Staub, Mitglied des Leitungsteams und früherer Korrespondent im Nahen Osten für den „Tages-Anzeiger“ würdigt in einer Laudatio das Geburtstagskind. „Das Einzige, was einem grossen Journalisten wie Arnold Hottinger fehlt, ist ein massives Ego.“ Im Gegensatz zu vielen Journalisten, die in grossen und teuren Hotels hausen und keinen Kontakt zur Welt haben, die sie beschreiben, stieg Hottinger in einfachen Herbergen ab. „Arnold Hottinger“, sagt Ignaz Staub, „gehört nicht zur Spezies der ‚Hotel Warriors‘, jener Hotelkrieger, die ‚Wall Street‘-Reporter John J. Fialka am Beispiel des ersten Golfkrieges beschreibt, als die Korrespondenten, unfreiwillig, in Fünf-Sterne-Häusern in Riad oder Dahran vor dem Fernseher sassen, weitab vom Schuss und weitab vom Verständnis des Geschehens. „Statt sich von Propagandisten desinformieren zu lassen, galt es für Arnold Hottinger, unermüdlich unterwegs zu sein, zu Fuss, per Sammeltaxi oder im Bus, und unvoreingenommen mit Leuten jeglicher Couleur zu reden, diskret zuzuhören, scharf zu beobachten und klar zu analysieren. Die Angelsachsen nennen das zutreffend ‚shoe-leather reporting‘: Ledersohlen-Berichterstattung. Nur zu Fuss, weiss Arnold Hottinger, lassen sich die Dinge wirklich erfahren.“

Ingrid Hörsch, die Lebenspartnerin von Arnold Hottinger. \"Sie ist seine gute, starke Seele\", erklärte Hug, \"und hält ihm den Rücken frei, damit er oft und viel für uns schreiben kann. In diesem Sinn ist sie indirekt auch eine Mitarbeiterin von Journal21.“
Ingrid Hörsch, die Lebenspartnerin von Arnold Hottinger. „Sie ist seine gute, starke Seele“, erklärt Hug, „sie hält ihm den Rücken frei, damit er oft und viel für uns schreiben kann. In diesem Sinn ist sie indirekt auch eine Mitarbeiterin von Journal21.“ Links von Frau Hörsch Hottingers Tochter Jessica.

Journal21-Autorin Silvia Kübler mit dem Filmregisseur Fredy Murer. Silvia Kübler war es, die die Gäste durch den Abend führte.
Journal21-Autorin Silvia Kübler mit dem Filmregisseur Fredy Murer. Silvia Kübler war es, die die Gäste durch den Abend führte.

Extra aus Frankfurt angereist: Der Iran-Experte und Journal21-Autor Ali Sadrzadeh, ein alter Bekannter von Arnold Hottinger.
Extra aus Frankfurt angereist: Der Iran-Experte und Journal21-Autor Ali Sadrzadeh, ein alter Bekannter von Arnold Hottinger.

Die Journal21-Autoren Ruth Enzler und Erwin Koller (Mitte) mit dem früheren Zuger Regierungsrat Hanspeter Uster.
Die Journal21-Autoren Ruth Enzler und Erwin Koller (Mitte) mit dem früheren Zuger Regierungsrat Hanspeter Uster.

Reinhard Meier, Journal21-Autor und Mitglied des Leitungsteams, im Gespräch mit Ali Sadrzadeh.
Reinhard Meier, Journal21-Autor und Mitglied des Leitungsteams, im Gespräch mit Ali Sadrzadeh.

Ignaz Staub erklärt, Arnold Hottinger gehöre „zur aussterbenden Spezies des ‚roving reporter‘, zu jener Art Journalisten, die reisen, um Neuland zu entdecken, und dafür Risiken und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen – der Sache, aber nicht des Egos  willen“.
Ignaz Staub erklärt, Arnold Hottinger gehöre „zur aussterbenden Spezies des ‚roving reporter‘, zu jener Art Journalisten, die reisen, um Neuland zu entdecken, und dafür Risiken und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen – der Sache, aber nicht des Egos willen“.

Heiner Hug mit dem Chef der Fotoagentur Keystone, Jann Jenatsch (Mitte) und dem Keystone-Historiker und Archiv-Chef Alex Anderfuhren.
Heiner Hug mit dem Chef der Fotoagentur Keystone, Jann Jenatsch (Mitte) und dem Keystone-Historiker und Archiv-Chef Alex Anderfuhren.

Stephan Wehowsky, Journal21-Autor und Mitglied des Leitungsteams, im Gespräch mit Ali Sadrzadeh.
Stephan Wehowsky, Journal21-Autor und Mitglied des Leitungsteams, im Gespräch mit Ali Sadrzadeh.

Keystone-Chef Jann Jenatsch mit Ignaz Staub.
Keystone-Chef Jann Jenatsch mit Ignaz Staub.

Der Psychotherapeut und Gerichtsgutachter Hans-Werner Reinfried mit seiner Frau, Regula Maag, ebenfalls Psychotherapeutin und Gerichtsgutachterin.
Der Psychotherapeut und Gerichtsgutachter Hans-Werner Reinfried mit seiner Frau, Regula Maag, ebenfalls Psychotherapeutin und Gerichtsgutachterin.

Ingrid Hörsch mit der Unternehmerin Rosmarie Michel. Ingrid Hörsch schuf auch das Motto für die Geburtstagsfeier: „Arnold Hottinger, auf ins zehnte Jahrzehnt!“
Ingrid Hörsch mit der Unternehmerin Rosmarie Michel. Ingrid Hörsch schuf auch das Motto für die Geburtstagsfeier: „Arnold Hottinger, auf ins zehnte Jahrzehnt!“

Heiner Hug mit Fritz Kamer (Mitte) und Journal21-Autor Peter Achten.
Heiner Hug mit Fritz Kamer (Mitte) und Journal21-Autor Peter Achten.

Überhäuft mit Glückwünschen.
Überhäuft mit Glückwünschen.

Georg Gerster mit Heiner Hug. Berühmt wurde Gerster durch seine Luftaufnahmen für die Swissair-Kalender. Jeden Monat veröffentlicht er im Journal21 eines seiner oft preisgekrönten Bilder.
Georg Gerster mit Heiner Hug. Berühmt wurde Gerster durch seine Luftaufnahmen für die Swissair-Kalender. Jeden Monat veröffentlicht er im Journal21 eines seiner oft preisgekrönten Bilder.

Helene Grob im Gespräch mit Arnold Hottingers Tochter. Helene Grob war die Lebenspartnerin des Fotografen Ernst Scheidegger, der das „Meilenstein-Bild“ aufgenommen hatte. Ernst Scheidegger ist kürzlich gestorben. „Es würde ihn sicher freuen“, erklärte Heiner Hug, „wenn er wüsste, dass dieses Bild heute Abend so gross Furore macht.“
Helene Grob im Gespräch mit Arnold Hottingers Tochter. Helene Grob war die Lebenspartnerin des Fotografen Ernst Scheidegger, der das „Meilenstein-Bild“ aufgenommen hatte. Ernst Scheidegger ist kürzlich gestorben. „Es würde ihn sicher freuen“, erklärte Heiner Hug, „wenn er wüsste, dass dieses Bild heute Abend so gross Furore macht.“

Journal21-Autorin Annette Freitag (rechts) mit Sylvia Tetmajer Achten, der Frau von Peter Achten.
Journal21-Autorin Annette Freitag (rechts) mit Sylvia Tetmajer Achten, der Frau von Peter Achten.

Journal21-Autor Max Winiger mit seiner Frau Brigitte (Mitte) und der früheren Tagesschau-Moderatorin Beatrice Müller.
Journal21-Autor Max Winiger mit seiner Frau Brigitte (Mitte) und der früheren Tagesschau-Moderatorin Beatrice Müller.

Die Ärztin Pia Wehowsky, Frau von Journal21-Autor Stephan Wehowsky, mit Arnold Hottinger.
Die Ärztin Pia Wehowsky, Frau von Journal21-Autor Stephan Wehowsky, mit Arnold Hottinger.

Blick vom Constaffel-Saal, wo die Feier stattfand, auf die Limmat.
Blick vom Constaffel-Saal, wo die Feier stattfand, auf die Limmat.

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Von Journal21, 10.09.2020

So schön, den Abbildnissen dieser berühmten Schweizer Persönlichkeiten, wie sie wirklich aussehen mal habhaft zu werden.
Schei...benkleister hingegen, nur 11 Km Luftlinie von dort geboren zu sein, aber trotzdem nie zu diesen Leuten an solche Geburtstagsfeiern gelangt zu sein.
Ja wenn ich halt wie geplant nach der vierten Klasse hätte in die Klosterschule Einsiedeln eintreten können, ja dann... wäre ich wohl nicht bloss acht Jahre zur Schule gegangen. Aber nichtsdestotrotz: Hoffentlich bleiben uns Herr Hottinger und seine Informationen noch viele Jahre erhalten.

„So öppis Reiseleiterigs“

An der Ehrung anlässlich des 90. Geburtstages von Arnold Hottinger am 6.12.2016 durch das journal 21 gestand der kongeniale Laudator Ignaz Staub in einer Anekdote, zwei Damen in der Bahn belauscht zu haben. Die sprachen vom Umzug A.H.s nach Zug: „Weisst Du, wer das ist?“ „Ja, so öppis Reiseleiterigs“.
Damit erwähnte Staub ein weniger bekanntes Tätigkeitsfeld von A.H.: Die wissenschaftliche Begleitung von Kulturreisen in den Nahen Osten. Vor rund 10 Jahren (A.H. war bereits um die achtzig) hatte ich das Vergnügen, an Reisen in den Jemen, nach Syrien und auf die westliche Seidenstrasse teilzunehmen, die A.H. wissenschaftlich begleitete. Ich brauche nicht zu schildern, wie sehr wir Reiseteilnehmer von seinen Hintergrundinformationen profitierten. Ich erinnere mich mit Vergnügen und Dankbarkeit an diese Lektionen – und denke mit Wehmut daran, dass diese Orte z. T. kaum mehr zu besuchen sind.

Fritz Kamer, Zug, eifriger journal 21 – Leser.

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«Belarus - ein Modell unserer Zukunft»

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