War da mal was?

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War da mal was?

Von René Zeyer, 24.04.2013

Weltweit über 80 Journalisten haben sich monatelang über den grössten Datenklau aller Zeiten gebeugt. Zwei auch in der Schweiz. Und?

Ganze drei Ausgaben lang konnte die «SonntagsZeitung» sich darin sonnen, auch an der «Auswertung» des tiefsten Einblicks in die verborgene Welt von Steuerhinterziehung, Trusts, Offshore-Paradiesen und überhaupt von asozialen Superreichen beteiligt zu sein. Dunkel wurde von Abgründen geraunt. Endlich erfährt die Welt, wie und wo angeblich bis zu 20 Billionen Dollar, die vor den Steuerbehörden versteckt werden, aufbewahrt sind.

Geplatzte Blase

Eigentlich folgt dieses journalistische Modell zur Erregung von Aufmerksamkeit, Absatz und Verkaufe dem Prinzip einer klassischen Finanzblase. Etwas wird zum Hype aufgepumpt, für wenige Tage beherrschte «Offshore Leaks» die Schlagzeilen weltweit. Die verborgene Welt von Offshore-Paradiesen ist enttarnt. Alle diese kleinen Inseln im pazifischen und atlantischen Ozean und natürlich in der Karibik. Wo es mehr Trusts und Ltds. und Holdings gibt als Palmblätter. Da wird jetzt aufgeräumt, durchgegriffen, enthüllt. Weltweit, auch in der Schweiz. Ach ja?

Und es kommt nichts

Ein verstorbener Playboy und Multimillionär, eine reiche Witwe mit Multimillionen schwerer Kunstsammlung wurden in der Schweiz als Benutzer von Trusts enttarnt. Ein paar Kantonalbanken und die inzwischen von der Credit Suisse einverleibte Clariden Leu wurden als Beteiligte an Trustschnitzereien geoutet. Ohne dass bislang in einem einzigen Fall auch nur der Hauch eines Indizes präsentiert wurde, von Beweisen ganz zu schweigen, dass es dabei zu illegalen Handlungen gekommen wäre. Und vergangenen Sonntag suchte man in der SoZ vergeblich nach weiteren, erschütternden Enthüllungen.

Das war wohl nix. Nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit. Die letzte «Enthüllung» auf der Homepage des International Consortium of Investigative Journalists, das den Datenklau zugespielt bekam, ist vom 15. April, gefolgt von einer Klecker-Meldung über die finnische Post am 23. April. Aber immerhin, der Sprecher des mongolischen Parlaments ist zurückgetreten, und wir wissen nun, dass «Crocodile Dundee»-Schauspieler Paul Hogan im Film geschickter im Umgang mit Krokodilen als im wahren Leben mit seinen Vermögensverwaltern ist.

Aufmerksamkeit ist flüchtig

Zwei irre Terroristen in Boston und Uli Hoeness, der Boss des FC Bayern, mehr braucht es nicht, damit die grösste Enthüllung aller Zeiten abgebucht werden kann unter: Da war doch mal was.

Zusammen mit den kläglichen Ergebnissen von «Offshore Leaks» verschwinden auch einige interessante Fragen im Orkus der flüchtigen Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Wer war der Dieb? Warum taucht das grösste Offshore-Paradies der Welt, die USA, nicht auf? Wieso wurde noch keine einzige Verbrecherorganisation als Besitzer einer Trust-Struktur enttarnt? Wieso wurde bislang noch kein einziges Dokument den Strafverfolgungsbehörden übergeben? Ach, Schwamm drüber.

Nochmals: cui bono?

Auffällig ist allerdings, dass die Politik «Offshore Leaks» als willkommenen Anlass nimmt, verstärkt nach der Einführung des Automatischen Informationsaustauschs und nach dem gläsernen Bürger zu rufen. So beim G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Washington. Und natürlich setzt auch der Präsident des Europäischen Rats, Herman van Rompuy, das Traktandum «Steuerflucht» auf die Agenda des nächsten Ratstreffens im Mai. Wohlgemerkt sprechen wir hier immer von individuellen Steuerzahlern. Niemals von Firmen. Obwohl die sich durch geschickte (und völlig legale) Wahl des Orts, wo Gewinne möglichst steuergünstig anfallen, problemlos um Milliardenzahlungen drücken können. Das Volumen an so entgangenem Steuersubstrat ist logischerweise viel höher als die Versuche von einzelnen reichen Individuen, möglichst wenig Steuern zu zahlen.

Reiner Populismus

Nicht zuletzt durch «Offshore Leaks» hat das Wort Trust ungefähr die gleiche Konnotation wie Kinderpornoring bekommen. Wer zugibt – oder zugeben muss –, dass er tatsächlich im Rahmen seiner Vermögensverwaltung über einen Trust verfügt, wie das in der englischen Welt unzählige kleine Hausbesitzer völlig legal und normal unterhalten, kann zuschauen, wie seine gesellschaftliche Reputation ins Minus absackt. Wenn auf ihn auch das Wort «vermögend» zutrifft.

Durch den Umweg über die Medien wird noch ganz nebenbei das wohl fundamentalste Prinzip unserer Rechtsordnung ausgehebelt: Die Unschuldsvermutung. Wer in einem ordentlichen Prozess angeklagt wird, unterliegt zwar einem Anfangsverdacht, ist aber solange unschuldig, bis ihm das Gegenteil letztinstanzlich bewiesen wurde. An einen solchen Anfangsverdacht werden zudem höhere Ansprüche gestellt als: Wir haben da ein paar geklaute Finanzdaten über dich. Wer vor das öffentliche Tribunal der Medien gezerrt wird, ist alleine schon dadurch schuldig.

Beweise deine Unschuld

Es steht dem von der Medieninquisition Angeschuldigten höchstens frei, seine Unschuld zu beweisen. Also zu belegen, dass da nichts ist, wo aber vielleicht etwas sein könnte. Aber dieser Unschuldsbeweis wird eigentlich unmöglich, denn das Wort Trustbesitzer sagt doch schon alles. Ist jemand wirklich unschuldig, hat er keinen Trust. Hat er einen, ist er schuldig, auch wenn man ihm vielleicht nichts Strafbares nachweisen kann.

Vielleicht sollte man, wenn schon die Umkehrung des Schuldbeweises wie im Mittelalter immer mehr um sich greift, auch wieder auf die gute alte Methode des Geständnisses unter Zwang zurückgreifen. Wäre doch gelacht, wenn man mit Anwendung von Folter nicht zu jeder Menge Geständnissen von angeblich Unschuldigen käme.

Kommentare

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PS: Leider werden Links gefiltert und können nicht gepostet werden. Die Doku heißt "The Tax Free Tour" und ist auf Youtube zu sehen.

@Sebastian Mondial:

Danke für Ihre Arbeit an "Offshore Leaks" - ehrlich. Aber etwas Kritik sei gestattet.

Bei dieser Aktion ist bei vielen nicht mehr angekommen als "es gibt Steueroasen in der Welt, wo sehr viel Geld geparkt wird". Für halbwegs informierte Menschen ist das leider wenig überraschend.

Einige Privatpersonen hat der Guardian zwar genannt aber involvierte Firmen gg. die sich evl. Proteste oder gar Boykotte richten könnten sind bisher nicht öffentlich geworden.

Ich würde mir wünschen, das zukünftig weitere Artikel erscheinen, die Dinge beim Namen nennen. So wie es die sehr gute Doku von tegenlicht.vpro.nl schafft.

Super Artikel wie gewohnt von René Zeyer. Auch die Kommentare zum Thema sehr gut, ausser die anonymen Pflusen: 25. April 2013, 19:25, Gast und 26. April 2013, 12:01, Gast456

@pat meyer Ja, ich denke auch, dass wir vor grossen Umwälzungen stehen. Nur wird es kein Spuk sein, sondern sie werden länger andauern und schmerzhaft sein. Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die kritisch mitdenken. Kompliment.

@Christian Hofstetter Etwas in dieser Mondial-Geschichte hat mich wiederum erschreckt: Das alte Wort von der Banalität einer verwerflichen Systematik. Zerren wir weiterhin die Dunkelkammer-Leute in die Öffentlichkeit und durchlöchern sie mit den richtigen Fragen. Aktuell spukt es in EU-ropa. Wir stehen am Anfang eines unvorstellbar gewaltigen Spuks weltweit. Besinnen wir uns jetzt !

@sebastian mondial Sie sollten Politiker werden. Die sind auch geschwätzig und verwedeln gerne. Etwas haben sie nicht gesagt: In wessen Sold sie stehen? Das einzige was klarer ist als vorher, wenn man weggeschaut hat: Die Steuerhinterziehungs- oder/und Steuervermeidungsindustrie hat eine Systematik, die rund um den Globus besteht. Mir scheint's, sie haben in der Datenflut die Orientierung verloren. Sie können sich trösten: Es geht den meisten so. Darum noch einmal: Wieso ist es wichtig, dass diese Datenflut bearbeitet wird? Wem soll dies nützen? Was sind ihre gesellschaftspolitischen Aussagen? Es geht gar nicht darum, dass sie Quellen preisgeben müssen. Sind Sie für weltweit einheitliche Standards bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung? Sind Sie für den AIA? Gibt es eine Moral in dieser Geschichte: Etwa mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit, mehr Transparenz, mehr an gläsernem Bürger? Oder geben Sie sich damit zufrieden, einfach Daten zu bearbeiten? Die Intention der Journalistengilde ist nicht klar. Vielleicht ist die Sache einfacher: In einer Zeit der gnadenlosen Selbstdarstellung ein klein wenig primeurgeil zu sein, gehört zum guten Ton.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Danke Seb. Weltweit - Sie sind der wahre Scherzkeks. Grüsse nach Hamburg. Und tschüss!

  1. Entschuldigung, ohne Einschränkung. Ich habe meine Fasson verloren. Ich habe die falschen Wort gewählt. Ich habe nicht abgewartet, bis ich wieder "cool" war. Das kommt nicht noch mal vor.

  2. Sie haben mir in einer längeren Mail geantwortet. Ich wollte Sie nicht wütend machen, aber vielleicht konnten Sie meinen Zustand bei der ersten Antwort emotional nachvollziehen, so lese ich jedenfalls Ihre Mail.

  3. Ich habe gelernt: "Du weisst erst was du gesagt hast wenn du die Antwort hörst.". Deswegen ein paar Punkte, die ich wichtig finde:

a) Sie sprechen die Quellenbestätigung an. Und wundern sich gleichzeitig, warum nicht so viel aus den Daten bei raus kommt. Hm. Lassen Sie mich nachdenken: Wir schreiben über nichts, was wir nicht verifizieren können. Das ist eine Grundlage von seriöser Berichterstattung. Wenn man die Belege in den Daten nicht verifiziert bekommt und die Geschichte nicht wasserdicht ist, dann muss man erdulden, dass es eben keine Geschichte gibt. Und woanders weitermachen. Hat jemand irgendwo gesagt "Das ist gelogen" - z.B. die beiden Menschen um François Hollande? Nein? Hm, dann war das wohl korrekt. Sie können natürlich spekulieren, wir halten etwas hinterm Berg. Das ist möglich, aber bei 40+ Journalisten ist das Potential einer Verschwörung kleiner als bei sagen wir zwei oder drei.

b) Berichterstattung über Personen der Zeitgeschichte ist zulässig, jedenfalls hier in Deutschland. Wer Zahnarzt in Zürich ist und ein Offshorekonto hat, ist eine Story wohl nicht wert und sollte auch raus gelassen werden. Wer aber umständlich zu einer Zeit noch ohne das bequeme Internet auf Inseln ausserhalb der eigenen Jurisdiktionen Trusts und Firmen gründet und seine Jungs da mit rein nimmt ist entweder ein Abenteuer oder ... sagen Sie es mir. Das sind Fragen, die darf man stellen. Sie können da gerne anderer Meinung sein.

Ich bin leider nicht mit dem Schweizer Bankgeheimnis vertraut, das ist eine echte Wissenslücke. Also muss ich einfach mal Sie als Mann vom Fach frage: Warum Nummernkonten ohne Namen? Warum nicht die Sparkasse um die Ecke? Warum so viele Trusts, so viele Sonderkonstruktionen? Das ist sicher kein Fetisch. Wenn Sie die Geschichte mit John Taylor als einer der Enabler für eine Waffenlieferung von Nord Korea an den Iran gelesen haben - ja das haben wir auch in den Daten gesehen - was sagt Ihnen das? Mir sagt das: Es ist etwas faul mit dieser ganzen verdammten Intransparenz und dem Offshore-System. Und da gehört der Scheinwerfer hin.

c) Sie Fragen nach dem "Was ist das ICIJ" Das ICIJ arbeitet schon viele Jahre an unterschiedlichen Themen. Das können Sie auf der Homepage sehen. Glauben Sie, Berichte über Überfischung, Menschenhauthandel, Zigarettenindustrie etc. sind eine Ablenkung für diese Steuernummer? Sie haben mir ja vorgeworfen, ich hätte erst nach Ihre Bio suchen sollen um dann zu Urteilen wer Sie sind. Aber Sie geben selbst mit der Frage nach dem ICIJ in Ihrer Mail zu, dass Sie kein Interesse hatten sich was über das ICIJ vor Offshoreleaks zuzuführen. Manchen nennen so was Doppel-Standard.

d) Letztlich ist der Vorwurf, die Daten nicht preiszugeben und damit ein Erpressungspotential zu besitzen etwas was man erdulden muss für die Alternative, die schlimmer ist: Die Daten ungefiltert ins Netz zu stellen um Menschenleben zu gefährden. Niemand kann bei einer solchen großen Menge garantieren dass da eine Datei ist, die jemanden in einem Land verrät, dass nicht so freundlich mit Steuersündern umgeht wie unsere. Sie verdrängen da unser Privileg: Wir leben Demokratien. Andere nicht. Und an die habe ich auch gedacht, als ich meine Kopie abgegeben und meine Backups gelöscht habe. Ich schlafe da wirklich besser, auch wenn mich Ihre Frage tatsächlich trifft.

e) Und in kürze: Wenn die Daten für die Steuerbehörden bestimmt gewesen wären, hätte die Quelle diese wohl dort hingesendet. Warum wenden Sie Whistleblower an Journalisten und nicht an den Staat? Und: Ist das ein gutes Zeichen für den Staat? Sagen Sie es mir. Jedenfalls: Wenn sich jemand an einen Journalisten wendet, dann ist es wichtig, dass man die Quelle schützt. Und die Unbeteiligten. Das geht aber mit den Daten leider nicht, wenn man die einfach dem Schäuble gibt. Der gibt das nämlich an seine Mitarbeiter, die machen Kopien und geben dass dann über eine Abkommen an die Nation-X, die dann kurzen Prozesse mit einer Person macht, von der ich als Journalist gar nichts wusste. Siehe Antwort d). Ehrlich, ich gehe lieber ins Gefängnis wenn das nötig ist, als Quellen und Dritte zu verraten. Wenn einem das nicht klar ist, dann sollte man einen anderen Job machen. Oder finden Sie Journalisten, die mit dem Staat kolaborieren cool?

Und: War der letzte Absatz eine Anspielung auf Godewins Law? Ich habe den so verstanden. Danke für diese Priese Humor. Hoffentlich war es Humor.

Niemand der Beteiligten hat vorher so viel Rummel um eine solche Veröffentlichung gehabt. Das war unheimlich und vielleicht unangemessen. Eine Unglück am gleichen Tag hätte vielleicht alles überdeckt. Oder eine neue Staatspleite. Da ist es etwas seltsam, wenn man die Aufmerksamkeit vorgeworfen bekommt, die man nicht verlangt hat. Wir haben nur unsere Arbeit als Journalisten gemacht.

Wenn ich ihnen jetzt ein wenig das Gefühl zurückgeben konnte, dass ich Ihre Fragen ernst nehme und an einem Dialog interessiert bin, dann haben wir doch noch die Kurve bekommen. Wenn nicht, dann können wir hier aufhören oder weiter versuchen zu klären, was noch offen ist.

Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg.

@Seb. Mondial Christian Hofstetter hat Ihnen genau diese Fragen gestellt, die wohl alle aufmerksamen journal21-leser brennend interessieren. Wir freuen uns auf Sie. Hoffentlich gibt's nun keine mondiale Funkstille !

@sebastian Mondial Es ist schon merkwürdig, dass nach einem zweitägigen Hype die Enthüller nun schweigen. Oder schweigt einfach ein Teil der Medien? Wirkliche Fakten, wer nun Steuern hinterzogen hat oder weiterhin hinterzieht, sind nicht bekannt. Z.B. welche Firmen gehören zu den Steuerhinterziehungs- oder Steuervermeidungsakteuren? Sind darunter auch Multis, etwa Multis im Rohstoffhandel? Herr Zeyer schreibt, dass ein Trust alleine noch kein Verbrechen ist. Ist doch richtig oder? Wieso wird nach meinem Kenntnisstand die USA mit ihren Briefkastenfirmen in Delaware und Florida nicht erwähnt? Wieso wird die angelsächsische, neoliberale Steuervermeidungspolitik sowohl für Firmen wie auch für natürliche Personen , initiiert von Thatcher und Reagan, weitergeführt von Blair und Bush nicht mehr an den Pranger gestellt? Die Schweiz hat im Übrigen genau diese neoliberale Steuerpolitik auch betrieben. Was für Ziele verfolgen Sie mit ihren Enthüllungen? Von wem wurden die Daten zugespielt? Die bis jetzt offizielle Version tönt einigermassen abenteuerlich. Sie sollten mehr aufklären, welche Interessen sie mit ihren Enthüllungen verfolgen?

Endlich mal die Wortschöpfung "Gigabites" gelesen.

Guten Tag Herr Zeyer,

einer der Rechercheure von Offshoreleaks hier. Ähnlich wie zuerst bei einem Beitrag von Carta, der auch einfach ein paar Fragen in den Raum warf, frage ich mich jetzt hier wessen Geistes Kind Sie sind.

Gestern habe ich für Wolfgang Michal die "ungeklärten" Fragen in 3 Stunden Gespräch ge- und erklärt. Und das ruhig und offen - so denke ich jedenfalls. Am Ende habe ich aber auch noch mal deutlich gemacht, dass ich die ursprüngliche Form wie bei Ihnen eine Unart finde.

Wenn Journalisten Fragen in den Netzraum zu werfen, die in sich schon eine Unterstellung sind ist das schwierig. Es ohne Anfrage nach Antworten von irgendjemanden der vielen Beteiligen zu tun, die sich damit nun fast ein Jahr beschäftigt haben, finde ich entlarvend. Sie sind aus meiner Sicht nicht an den vielleicht unbequemen Antworten interessiert. Soweit so unwichtig.

Aber was mich wirklich entäuscht: Sie haben es damit ins Bildblog geschafft! Was für eine Leistung.

Vielleicht ist es für Sie ja toll, wenn jemand aus dem deutschen Recherche-Team hier schreibt und Sie für diese Trollerei adelt. Ich habe im Netz die Maxime: "Don't feed the trolls" - und bei J-Kollegen hoffe ich immer auf höhere Standards. Auf echtes Interesse an Antworten. Die man bekommt, wenn man persönlich fragt.

Hier wohl nicht. Schade. Habe ich jetzt einen Troll gefüttert?

Wenn Sie dann doch noch mal ernst gemeinte Fragen klären wollen - so wie viele andere kritische Kollegen und Leser zuvor, die wirklich gefragt haben - dann bekommen Sie auch Antworten. Jedenfalls von mir. Und das auch in Ruhe, ohne den Ärger den ich jetzt gerade empfinde.

Aber wollen Sie das auch?

Das ist hier die Frage, die erst mal im Raum bleibt.

Der menschliche Fortschritt vollzieht sich über den Schutz des Schwachen, sollte man meinen. Das Recht des Stärkeren ist demnach eine verbrecherische Doktrin. Menschlicher Fortschritt behält das Elend im Auge, die Schwäche und die Zerbrechlichkeit. Seit neuem… leider Unsinn! Durch vermeiden explizit darauf hinweisen! Danach: Die berühmten drei Worte: Wir kriegen euch. Auffrischen nennt man das. Zum richtigen Zeitpunkt, nach langen Pausen, repetieren. Mit grossem Respekt und tiefer Betroffenheit gegenüber den Opfern, die Atmosphäre bleibt schwanger. Es wird ein langer harter Krieg, wie versprochen. Entweder seid ihr für mich oder gegen mich. Es war eben Zeit, es musste sein. Später wenn ihr aufwacht, werdet ihr sehen, Demokratie hat ein neues Gesicht. Geliftet und mit Botox gestrafft. Ein starkes Gift, ich verspreche euch viel davon. Welch herrlicher Anblick. Nur noch Maske!.........Wir halten uns wieder an Darwin, an`s „Recht des Stärkeren“ …kennt ihr doch von damals, als wir euch davon befreit haben. Grüsse aus der Anstalt aus dem Imperium.

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