In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 8. Oktober:
Che Guevara festgenommen - Kroatien erklärt sich unabhängig - Tod von Willy Brandt
Es geschah an einem 8. Oktober
1600: San Marino gibt sich die erste republikanische Verfassung der Welt.
1871: Fast ganz Chicago wird durch einen Grossbrand verwüstet.
1895: Geburt von Juan Peron, argentinischer Präsident.
1924: Geburt von Alphons Egli, Schweizer Bundesrat von 1982 - 1988 (Luzern/CVP).
1928: Geburt von Helmut Qualtinger, österreichischer Schaupsieler.
1938: Mitglieder der Hitlerjugend verwüsten den Herzogspalast in Wien.
1958: Der Schwede Ake Senning pflanzt erstmals einem Menschen einen Herzschrittmacher ein.
1967: Che Guevara wird in Bolivien von der Armee festgenommen. Am Tag danach wird er erschossen.
1991: Kroatien löst sich von Jugoslawien.
1992: Tod von Willy Brandt.
1997: Kim Jong Il wird in Nordkorea Nachfolger seines Vaters Kim Il Sung.
2009: Die deutsch-rumänische Autorin Herta Müller erhält den Literaturnobelpreis.
2010: Der chinesische Dissident Liu Xiaobo erhält den Friedensnobelpreis. Er sitzt seit 2009 in Haft.






















