In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 4. Juni:
Tod von Casanova - Juan Peron wird Präsident - Massaker auf dem Tienanmen-Platz usw.
Es geschah an einem 4. Juni
1653: Mellinger Frieden: Nach der Niederlage der Bauernarmee gegen die Zürcher bei Mellingen (AG) unterzeichnet der Berner Bauernführer Niklaus Leuenberger den Mellinger Friedensvertrag. Damit geht der Bauernkrieg zu Ende.
1798: Giacomo Casanova, venezianischer Schriftsteller, Frauenverführer und Abteneurer stirbt mit 73 Jahren im Königreich Böhmen.
1799: In der ersten Schlacht von Zürich besiegt ein österreichisch-russisches Heer die Franzosen unter General Masséna.
1862: Geburt von Camille Decoppet, Schweizer Bundesrat von 1912 - 1919 (Waadt/FDP).
1875: Tod von Eduard Mörike, deutscher Lyriker.
1887: In Paris wird das Institut Pasteur gegründet.
1917: In den USA wird erstmals der Pulitzer-Preis verliehen.
1919: In den USA erhalten die Frauen das Wahlrecht.
1944: Die Deutschen ziehen aus Rom ab.
1946: Juan Domingo Peron wird argentinischer Staatspräsident.
1963: Der britische Heeresminister John Profumo tritt wegen seines Verhältnisses mit dem Fotomodell Christine Keeler zurück.
1989: Blutige Zusammenstösse auf dem Tienanmen-Platz in Peking. Die monatelange Besetzung wird gewaltsam beendet. Menschenrechtsorganisationen sprechen von 1000 bis zu 3000 Toten.
1989: Ayatollah Chamenei ersetzt den am Vortag verstorbenen Ayatollah Chomeini.
2004: Der sogenannte Öko-Terrorist Marco Camenisch wird zu 17 Jahren Zuchthaus verurteilt. Es wird ihm vorgeworfen, in Brusio einen Zöllner getötet zu haben.






















