In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 27. Oktober:
Geburt von Erasmus von Rotterdam - Beginn des Marsches auf Rom - Beginn von Maos Langem Marsch
Es geschah an einem 27. Oktober
1469: Geburt von Erasmus von Rotterdam, niederländischer Humanist.
1553: In Genf wird der spanische Gelehrte Michael Servetus wegen seiner Kritik an Calvin auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
1782: Geburt von Niccolo Paganini, italienischer Komponist.
1806: Napoléon zieht nach gewonnener Schlacht bei Jena in Berlin ein.
1891: Geburt von Paul Grüninger, Sankt Galler Polizeihauptmann. Er rettete während des Zweiten Weltkrieges über 3'600 Juden das Leben, indem er sie in die Schweiz einreisen liess. Deshalb wurde er ohne Anspruch auf eine Pension entlassen und verurteilt. Erst 23 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1971 wurde er rehabilitiert.
1904: Eröffnung der New Yorker U-Bahn.
1922: Beginn des von Mussolini geführten faschistischen Marsches auf Rom.
1923: Geburt von Roy Lichtenstein, amerikanischer Künstler.
1934: Beginn des von Mao geführten Langen Marsches, an dem hunderttausend Kommunisten teilnehmen.
1952: Geburt von Roberto Benigni, italienischer Schauspieler.
1961: Sowjetisch-amerikanische Konfrontation am Berliner Check Point Charlie.
1984: Der Sprayer von Zürich, Harald Naegeli, wird nach Verbüssung einer neunmonatigen Haftstrafe auf freien Fuss gesetzt. Naegeli findet internationale Anerkennung als Künstler.
1998: Hurrikan Mitch fordert in Zentralamerika 7‘000 Tote.
2002: Lula da Silva wird brasilianischer Präsident.
2010: Tod von Nestor Kirchner, argentinischer Präsident.






















