In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 12. Juli:
Geburt von Neruda - erster Auftritt der Stones - Seilbahnkatastrophe im Wallis usw.
Es geschah an einem 12. Juli
1536: Tod von Erasmus von Rotterdam, niederländischer Philosoph.
1543: Henry VIII heiratet seine sechste und letzte Frau, Catherine Parr.
1776: James Cook bricht zu seiner dritten Weltumsegelung auf, während der er auf Hawaii getötet wird.
1806: Liechtenstein wird ein unabhängiger Staat.
1884: Geburt von Amedeo Modigliani, italienischer Maler.
1904: Geburt von Pablo Neruda, chilenischer Nobelpreisträger für Literatur, Preisverleihung 1971.
1906: Alfred Dreyfus wird rehabilitiert.
1937: In Paris stellt Picasso sein Bild „Guernica“ vor.
1962: In London treten die Rolling Stones erstmals auf.
1972: Ein Seilbahnunglück im Oberwallis fordert 13 Tote. Das Zugseil der Drahtseilbahn von Betten nach Bettmeralp reisst. Die Kabine rast zur Talstation zurück und zerschellt.
1979: Reinhold Messner erreicht ohne Sauerstoffgerät den Gipfel des K2.
1995: Beginn des Massakers von Srebrenica.
2005: In Monaco wird Albert II. zum Nachfolger seines verstorbenen Vaters Rainier inthronisiert.
2010: Filmregisseur Roman Polanski wird nach zehnmonatigem Hausarrest in Gstaad freigelassen und nicht an die USA ausgeliefert.
2012: Bei einem Lawinenunglück am Montblanc-Massiv sind neun Bergsteiger getötet worden, darunter ein Schweizer und drei Deutsche. Das Unglück gilt als das schlimmste seit Jahren.
2012: Im syrischen Dorf Trimseh in der Provinz Hama sind bei einem Massaker der Regierungstruppen bis 220 Menschen ums Leben gekommen.






















