In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 1. Mai:
Grossbritannien entsteht - Goebbel schluckt Zyankali - Ende des Irak-Krieges, etc.
Es geschah an einem 1. Mai
1707: England und Wales vereinigen sich mit Schottland. Grossbritannien entsteht.
1786: In Wien wird Mozarts Le nozze di Figaro uraufgeführt.
1802: Geburt von Martin Disteli, Schweizer Maler.
1873: Tod von David Livingstone, Afrika-Forscher.
1886: Haymarket Riot in Chicago. Nach einer aufputschenden Rede eines Arbeiterführers kommt es zu einem Streik und zu Aufständen. Mehrere Personen werden erschossen. Das Ereignis steht für den 1. Mai als Tag der Arbeit.
1837: Geburt von Walter Hauser, Bundesrat von 1888 – 1902 (Zürich /FDP).
1904: Tod von Antonin Dvorak, tschechischer Komponist.
1908: Geburt von Giovanni Guareschi, italienischer Schriftsteller, Don Camillo und Peppone.
1931: In New York wird das Empire State Building eröffnet, das höchste Gebäude der Welt.
1941: In New York wird Orson Welles‘ Citizen Cane uraufgeführt.
1945: In Berlin töten Joseph Goebbels und seine Frau Magda ihre Kinder und schlucken Zyankali.
1960: Über der Sowjetunion wird ein amerikanisches Spionageflugzeug mit Francis Gary Powers abgeschossen. Powers gerät in sowjetische Gefangenschaft.
1963: Tod von Veza Canetti, österreichische Schriftstellerin, Frau von Elias.
1967: Elvis Presley heiratet in Las Vegas Priscilla Beaulieu.
1979: Grönland wird von Dänemark autonom. Die Insel erhält eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament.
1997: Tony Blair und seine Labour Party gewinnen die britischen Wahlen.
2002: Tod von Ursula von Wiese, schweizerisch-deutsche Schauspielerin.
2003: George W. Bush erklärt an Bord eines Flugzeugträgers den Irak-Krieg für beendet.
2011: Papst Johannes Paul II. wird von Papst Benedikt selig gesprochen.






















