In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, an einem 1. März:
Geburt von Botticelli, Chopin, Kokoscha, Glenn Miller, Harry Belafonte, Jacques Chessez usw.
boticelli
Es geschah an einem 1. März
1445: Geburt von Sandro Botticelli.
1565: Der Portugiese Estácio de Sá gründet Rio de Janeiro. Zuvor hatte er die Franzosen aus der Bucht vertrieben.
1810: Geburt von Frédéric Chopin.
1815: Napoleon landet nach seiner Verbannung auf Elba an der Côte d’Azur und beginnt seine Herrschaft der 100 Tage.
1845: Texas wird von den USA annektiert. Präsident John Taylor unterzeichnet ein entsprechendes Dekret.
1879: Beginn des Salpeter-Kriegs zwischen Bolivien und Chile. Bolivien verliert den Zugang zum Pazifischen Ozean.
1879: Tod von Joachim Heer, Schweizer Bundesrat von 1875 - 1878 (Glarus/FDP).
1896: Geburt von Oskar Kokoschka.
1904: Geburt von Glenn Miller, amerikanischer Jazz-Musiker.
1927: Geburt von Harry Belafonte, amerikanischer Sänger.
1928: Geburt von Jacques Rivette, französischer Regisseur.
1932: Charles Lindberghs zweijähriger Sohn wird entführt und zweieinhalb Monate später tot aufgefunden.
1934: Geburt von Jacques Chessez, Waadtländer Schriftsteller.
1935: Das Saarland wird wieder ins Deutsche Reich eingegliedert.
1938: Tod von Gabriele d'Annunzio, italienischer Schriftsteller.
1943: Geburt von Franz Hohler, Schweizer Kabarettist.
1950: Chiang Kai-Shek ruft auf Taiwan (Formosa) die „Republik China“ aus.
1953: Josef Stalin bricht nach einem Nachtessen mit sowjetischen Spitzenvertretern zusammen. Er stirbt vier Tage später.
1978: Auf dem Friedhof von Corsier-sur-Vevey wird der Sarg mit Charlie Chaplin gestohlen. Die Diebe verlangen ein Lösegeld, werden aber gefasst. Anschliessend werden die sterblichen Überreste erneut begraben und zubetoniert.
1983: Nicolas Hayek stellt in Grenchen die erste Swatch-Uhr vor.
1995: Neuer SRG-Fernsehkanal in der Deutschschweiz. „Schweiz 4“ löst „S Plus“ ab. In der Westschweiz heisst der Sender „Suisse 4“, im Tessin „Svizzera 4“. 1997 wird aus „Schweiz 4“ „SF2“.
2001: Die in Afghanistan regierenden Taliban sprengen in Bamiyan die grössten stehenden Buddha-Statuen. Die Aktion löst einen weltweiten Protest aus. Die beiden aus dem Fels gehauenen Statuen stammen aus dem 2. bis 5. Jahrhundert nach Christus.
2011: Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erklärt wegen der Plagiats-Affäre seinen sofortigen Rücktritt.























