Die Gewerkschaft Unia hat den Abstimmungskampf um die im September vors Volk kommende 1:12-Initiative mit einer Studie lanciert: 2012 bestand bei den 41 grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz zwischen dem tiefsten und dem höchsten Lohn ein Verhältnis von 1:135. Gemäss Unia lag dieser Faktor 2011 noch bei 1:120. Den wachsenden Abstand zeigen auch Zahlen des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB. Hier wurden nicht Tiefst-, sondern Durchschnitts- mit Toplöhnen verglichen. Sie verhielten sich 1984 wie 1:6, 1998 wie 1:14 und 2011 wie 1:93. Selbstverständlich lässt sich über die Methodiken dieser wie aller derartigen Erhebungen trefflich streiten. Nicht zu bestreiten ist hingegen die Tendenz; und die ist exorbitant. Soll also der Staat mit seiner Verfassung bei den Löhnen für nicht-anstössige Relationen sorgen, indem er tief in die Vertragsfreiheit privater Unternehmen eingreift? Die einen werden diese heikle Frage aus ordnungs- und wettbewerbspolitischer Sicht mit Nein, andere aus einem Empfinden für soziale Gerechtigkeit mit Ja beantworten. Der im Herbst fällige Entscheid des Souveräns wird sich aus vielen Pros und Kontras sowie aus widerstreitenden Emotionen herausschälen. Eines aber werden die Gegner der Initiative im Abstimmungskampf (leider) nicht überzeugend vorbringen können: dass die Wirtschaft ohne staatliche Bevormundung aus eigener Einsicht für Remedur sorgen werde. (Urs Meier)
Damals, am 29. September:
Vor 100 Jahren: Geburt von Michelangelo Antonioni und Lukas Ammann - Geburt von Berlusconi
Es geschah an einem 29. September
1758: Geburt von Horatio Nelson, britischer Admiral.
1856: Zwischen Baden und Brugg wird die Verlängerung der Spanisch-Brötli-Bahn eröffnet.
1902:Tod von Emile Zola, französischer Schriftsteller.
1911: Weil das Osmanische Reich die libysche Stadt Tripolis nicht an Italien abtritt, erklärt Italien dem Osmanischen Reich den Krieg.
1912: Geburt von Lukas Ammann, Schweizer Schauspieler, Graf Yoster
1912: Geburt von Michelangelo Antonioni, italienischer Filmregisseur.
1913: Tod von Rudolf Diesel, deutscher Erfinder.
1931: Geburt von Anita Ekberg, schwedische Schauspielerin.
1936: Geburt von Silvio Berlusconi.
1941: In Babi Jar bei Kiew ermorden die Deutschen 33‘000 Juden.
1943: Geburt von Lech Walesa, polnischer Politiker.
1944: In Marzabotto bei Bologna massakrieren die Deutschen zwischen 700 und 1800 italienische Zivilisten, unter ihnen Frauen und Kinder. Es ist das schlimmste deutsche Massaker in Italien.
1951: Geburt von Michelle Bachelet, chilenische Staatspräsidentin.
1954: In Genf wird das CERN gegründet.
1956: Tod von Anastasio Somoza, Vater, Diktator von Nicaragua.
1995: Tod von Gerd Bucerius, deutscher Verleger.
1997: Tod von Roy Lichtenstein, amerikanischer Künstler.
2009: Beim französischen Telekommunikationsunternehmen France Télécom hat sich erneut ein Mitarbeiter das Leben genommen, der 24. innerhalb eines Jahres.























