In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, am 22. September:
Beginn des ersten Golfkrieges - Tod von Niklaus Meienberg - Sommaruga zur Bundesrätin gewählt
Es geschah an einem 22. September
1499: Der Frieden zu Basel. Ende des Schwabenkrieges zwischen der Alten Eidgenossenschaft, den Drei Bünden einerseits und dem römisch-deutschen König Maximilian von Habsburg anderseits. Folge des Friedensschlusses ist, dass die Eidgenosssen den Thurgau und dominieren und sich Basel und Schaffhausen 1501 der Alten Eidgenossenschaft anschliessen.
1577: In Bassecourt, im heutigen Kanton Jura, ereignet sich ein Erdbeben mit der Stärke von 5,5 auf der Richterskala und richtet schwere Schäden an. In den folgenden Tagen kommt es zu zahlreichen Nachbeben.
1593: Geburt von Matthäus Merian der Ältere schweizerisch-deutscher Kupferstecher und Verleger. Geboren in Basel, gestorben am 19. Juni 1650 in Bad Schwalbach.
1792: Französische Revolutionstruppen besetzen Savoyen, das zum Königreich Sardinien-Piemont gehört.
1826: Tod von Johann Peter Hebel, deutscher Dichter.
1862: Abraham Lincoln verkündet das Ende der Sklaverei.
1869: Uraufführung in München von Richard Wagners Das Rheingold.
1873: Tod von Friedrich Frey-Herosé, Schweizer Bundesrat von 1848 - 1866 (Aargau/FDP).
1881: Geburt von Hans Albers, deutscher Schauspieler.
1897: Tod von Charles Bourbaki, französischer General.
1922: Geburt von Hans O. Staub, Schweizer Journalist.
1924: Geburt von Rosamunde Pilcher, britische Schriftstellerin.
1930: Geburt von Antonio Saura, spanischer Maler.
1958: Geburt von Andrea Bocelli, italienischer Tenor.
1965: Geburt von Ernesto Bertarelli, Unternehmer, Alinghi.
1980: Beginn des ersten Golfkrieges. Saddam Husseins Truppen marschieren im Iran ein. Der Krieg dauert acht Jahre.
1981: François Mitterrand eröffnet die TGV-Strecke Paris-Lyon.
1984: Helmut Kohl trifft François Mitterrand in Verdun, beide betonen die deutsch-französische Freundschaft.
1993: Der Schweizer Schriftsteller und Journalist Niklaus Meienberg nimmt sich in Zürich das Leben.
2001: Tod von Isaac Stern, amerikanischer Violonist.
2002: Gerhard Schröder und seine SPD gewinnen die Bundestagswahlen.
2010: Simonetta Sommaruga wird zur neuen SP-Bundesrätin gewählt.
2011: Der 56-jährigen Raymond Loretan ist neuer Präsidenten der SRG SSR. Loretan war Generalsekretär der CVP und Generalkonsul in New York.























