In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
Damals, am 20. September:
Gandhi beginnt Hungerstreik - 1. Filmfestival von Cannes - Ständerat gegen Frauenstimmrecht
Es geschah an einem 20. September
331 vor Chr.: Alexander der Grosse fällt in Persien ein.
52 vor Chr.: Julius Cäsar besiegt in der Schlacht um Alesia den gallischen Feldherrn Vercingetorix.
1714: Tod von Anna Waser, Schweizer Malerin.
1863: Tod von Jacob Grimm, deutscher Schriftsteller.
1878: Geburt von Upton Sinclair, amerikanischer Schriftsteller.
1898: Tod von Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller.
1908: Geburt von Alexander Mitscherlich, deutscher Psychoanalytiker.
1909: Einweihung des Basler Stadttheaters.
1914: Deutsche Artillerie-Geschosse beschädigen die Kathedrale von Reims.
1932: Mahatma Gandhi beginnt seinen Hungerstreik.
1943: Die deutschen Truppen werden aus Sardinien vertrieben.
1946: Erstes Filmfestival in Cannes. Der Schweizer Beitrag Die letzte Chance von Leopold Lindtberg gewinnt den Friedenspreis.
1951: Der Ständerat spricht sich gegen das Frauenstimmrecht aus.
1971: Tod von Giorgos Seferis, griechischer Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1963).
1972: Willy Brandt verliert im Bundestag die Vertrauensabstimmung. Es kommt zu Neuwahlen.
1975: Tod von Saint-John Perse, französischer Nobelpreisträger für Literatur aus Guadeloupe (verliehen 1960).
1999: Tod von Raissa Gorbatschowa.
1999: Tod von Willy Millowitsch, deutscher Unterhalter.
2005: Tod von Simon Wiesenthal, Nazi-Jäger.
2011: In Afghanistan kommt der frühere Präsident Rabbani bei einem Bombenschlag ums Leben.
2011: Die Rating Agenur Standard & Poor's stuft die Kreditwürdigkeit Italiens von A+ auf A heruntern.
2012: Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe auf eine Tankstelle sind 54 Menschen gestorben. Innert weniger Tage sind in Syrien über 100 Personen geötet worden.
2012: Bunesrätin Widmer-Schlumpf stoppt "Insieme", das Informatik-Projekt des Bundes. Damit wurden 100 Millionen in den Sand gesetzt.






















