In diesen Tagen begeht man den 200. Geburtstag eines der Grossen der Musikgeschichte. Richard Wagner wird gefeiert. Nur zu gerne lässt man sich von seiner Musik berauschen: ein Genie, nichts weniger. Ein Genie, leider, das uns einen Stachel ins Fleisch treibt. Wagner war ein notorischer Antisemit. Blättert man in seiner Schmähschrift „Das Judenthum in der Musik“, mit der er sich ein Leben lang gebrüstet hat, kann es einem schlecht werden. Kein Zweifel: Das Genie Wagner ist als Mensch mit derartigen Überzeugungen verachtenswert. Den Zwiespalt, Musik zu geniessen, die ein Verachtenswerter komponiert hat, wird man nicht los. Ein ethisch-ästhetisches, ein unlösbares Problem: weder kann man Wagners Antisemitismus kleinreden oder verzeihen, noch liesse sich beweisen, dass dieser Dreck seine Musik vergiften würde. Wie gehen die Regisseure seiner Opern mit dem Konflikt um? Der eine, Burkhard C. Kosminski in Düsseldorf, macht aus Tannhäuser einen Nazi, der Juden erschiesst. Eine Provokation von seltener Einfältigkeit. Sie hat ein paar Besucher buchstäblich krank gemacht und den Intendanten des Theaters dazu bewogen, die Aufführung abzusetzen. Der andere, Hans Neuenfels, der in Zürich eine Aufführung über das Leben des Komponisten inszeniert, kennt das Dilemma, wenn er in einem Interview von dem „grässlichen Etwas“, vom „verbrecherischen Punkt“ in Wagners Biografie spricht - und dann meint, Wagner mit den Nazis gleichzusetzen sei für ihn „absolut indiskutabel“. (Christoph Kuhn)
16. Dezember 2012, 21:28, Journal21
Damals, am 17. Dezember:
Ereignisse, Geburtstage, Todestage
Geburt von Beeethoven - "Zauberformel" für den Bundesrat - IKRK-Mitarbeiter ermordet
Herausgegriffen
Es geschah an einem 17. Dezember
1770: Geburt von Ludwig van Beethoven.
1790: In Mexiko wird der Kalenderstein der Azteken, die Piedra del Sol, gefunden.
1830: Tod von Simon Bolivar, südamerikanischer Freiheitsheld.
1984: Der Bundesrat entscheidet sich gegen den Rawil-Tunnel. Er hätte das Berner Oberland mit dem Wallis verbinden sollen.
1959: Bei den Bundesratswahlen wird erstmals die „Zauberformel“ angewendet.
1971: Bangladesh löst sich von Ostpakistan und wird unabhängig.
1996: In einem Spital in Tschetschenien werden sechs Mitarbeiter des IKRK umgebracht.
2011: Die letzten amerikanischen Soldaten verlassen den Irak.
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