Allons enfants etc. [99]
Hans Woller

Bob Dylan ist nicht gut genug

Die Krux mit der Ehrenlegion

Von Hans Woller, Paris

Frankreichs Kulturministerin hat vorgeschlagen, Bob Dylan, dem alten Barden, Frankreichs höchsten Verdienstorden, die Ehrenlegion, zu verleihen. Der Grosskanzler dieser Ehrenlegion, ein ausrangierter General, hat moralische Bedenken angemeldet. Schon wieder eine Posse.(Mehr...)

Allonfs enfants etc. [95]
Hans Woller

Es wird ernst - Frankreich wankt und zweifelt

"Es riecht nach den 30er Jahren"

Von Hans Woller, Paris

Historisch hohe Arbeitslosigkeit, Verbrauchervertrauen und Kaufkraft im Keller, ein Untersuchungsverfahren gegen Ex-Präsident Sarkozy und eine politische Debatte, die aus dem Ruder läuft. Die extreme Rechte reibt sich die Hände und der Präsident wirkt hilflos – Frankreich hat eine schlimme Woche hinter sich.(Mehr...)

ALLONS ENFANTS ETC. [94]
Hans Woller

Toulouse, ein Jahr danach

Mohammed Merah, sieben Opfer und viele Fragen

Von Hans Woller, Paris

Auf der einen Seite beherzte Brückenschläge über religiöse und ethnische Gräben, bewundernswerte öffentliche Auftritte von Eltern der Opfer; auf der andern Seite gravierende Pannen bei den Ermittlungen und Ungereimtheiten bei der Terrorabwehr: Frankreich nach dem Schock der islamistischen Mordserie.(Mehr...)

Kommentar21
Kommentar 21

Hilfe Aufklärung

Man kann in Frankreich seinen gleichgeschlechtlichen Partner (noch) nicht heiraten. Man kann in Frankreich (noch) nicht in Würde sterben, wenn man elendiglich unheilbar krank ist. Das Land, das die Wiege der philosophischen Aufklärung, der demokratischen Revolution und der Menschenrechte ist, beherbergt noch eine unterschwellig konservative Gesellschaftsordnung, geprägt von Monarchie, Gaullismus, Pseudobürgertum und katholischer Morallehre. Sonst wäre es nicht erklärbar, dass Frankreich eine derart unappetitliche - von Seiten der konservativen und katholischen Opposition - Debatte über die nun doch geglückte Einführung der sogenannten "Homo-Ehe" führen musste und auch seit Jahren einen nicht öffentlichen Streit über Sterbehilfe führt. Beides sind Minderheitenprobleme: ein paar Tausend Homos, die - laut unseren Humoristen den "gleichen Fehler" begehen wollen wie die Heteros - und einige Tausend Schwerstkranke auf 800'000 normale Todesfälle im Jahr. Umso mehr wären in beiden Fällen angepasste Lösungen denkbar, auch wenn beidesmal komplizierte ethische und juristische Probleme zu lösen sind. Die konservative Standesorganisation der französischen Ärzte hat jetzt den Weg zu einer passiven Sterbehilfe - vom Gesetz seit 2005 ermöglicht und von Präsident Hollande eingefordert - geebnet, nachdem sie jahrelang skandalöserweise die Palliativmedizin (Schmerzlinderung) blockiert hatte. Beides unter dem Druck der Realität, in diesem Fall der Leidenden und der Hausärzte. Der deutsche Aufklärer Kant forderte "mündige" Bürger. De Gaulle bezeichnete die Franzosen aber noch als "Kälber". Die letzte "Revolution" - die von 1968 - hat ihn bestraft. Aber es fehlt weiter dringend an Aufklärung. (Ulrich Meister, Paris)

Allons enfants, etc. [88]
Hans Woller

Das verzagte Frankreich

So misstrauisch und verängstigt waren die Franzosen noch nie

Von Hans Woller, Paris

Angst vor dem Militäreinsatz in Mali oder vor Terror im eigenen Land - keineswegs. Nur ausländische Presseagenturen glauben Derartiges wahrzunehmen.(Mehr...)

Kommentar 21

Staatsaffäre Depardieu

Der berühmteste und bestbezahlte französische Filmschauspieler, Gérard Depardieu, geboren 1948, über 170 Filme, am meisten Zuschauer nach Louis de Funès, ist ins belgische Néchin umgezogen – ein langweiliges Kaff 800 Meter von der französischen Grenze entfernt. In Belgien wohnen rund 200'000 Franzosen und 2000 bis 5000 davon gelten als Steuerflüchtlinge. Einer mehr oder weniger macht da nicht viel aus. Aber der «Umzug» von Depardieu hält täglich die Medien und die Regierung bis hinauf zu Präsident Hollande in Atem - wie seinerzeit die «Auswanderung» von Alain Delon und dann von Johnny Hallyday nach Gstaad in ein Chalet mit schlechter Akustik für Rockmusik. Premierminister Ayrault sprach von einem «schäbigen» Akt, und Depardieu, tief in seiner merkantilen und sonstigen Sensibilität getroffen, will ihm deshalb jetzt seinen französischen Pass zurückschicken. Er sei ein «Weltbürger». Seine Weinberge und Immobilien sind in der Tat weltweit verteilt. Er behauptet, er habe 2012 85 Prozent auf seinen Einkünften als Steuern bezahlt. Also hat er entweder keinen oder einen miserablen Steuerberater. Hollande hat vor der Präsidentenwahl gesagt: «Ich liebe die Reichen nicht» und dann den Höchststeuersatz für Einkommen über 1 Million Euro auf konfiskatorische 75 Prozent erhöht. Zwei Dummheiten zuviel. Jetzt will er – wegen Depardieu! – das Steuerabkommen mit Belgien ändern. Aber die zunehmenden Abwanderer sind die jüngere aktive Generation und suchen anderswo, in London, Deutschland, Italien (ja!) und den USA (nicht mehr in der Schweiz), nach Freiräumen. Und trotzdem glaubt man Hollande jetzt immer weniger, dass er ein Linker sei. Ein weinseliger Trost für Depardieu (erst für Mitterrand, dann für Sarkozy), der sich in Néchin zu Tode langweilt, aber sich da einbürgern lassen will. Jacques Brel muss sich im Grabe umdrehen. (Ulrich Meister, Paris)

ALLONS ENFANTS ETC … [83]
Hans Woller

Vom Volkshelden zum Ekel

Depardieus Steuerflucht bewegt Frankreichs Gemüter

Von Hans Woller, Paris

Seit 10 Tagen ist es Stammtischgespräch: Gerard Depardieu, jahrzehntelang Lieblingsschauspieler der Franzosen, hat seinen Steuerwohnsitz nach Belgien verlegt. Seitdem brodelt es empört im ganzen Land. Andere lachen sich ins Fäustchen.(Mehr...)

ALLONS ENFANTS ETC … [81]
Hans Woller

Ein trister Geburtstag

Jacques Chirac zum Achtzigsten

Von Hans Woller, Paris

Um Jacques Chirac, Frankreichs Präsident von 1995 bis 2007, ist es still geworden. Gesundheitlich angeschlagen durch die Spätfolgen eines Hirnschlags 2005 und vor der Öffentlichkeit weitgehend abgeschirmt, feierte er letzte Woche seinen 80. Geburtstag. Was ihm in diesen Tagen wohl durch den Kopf ging?(Mehr...)

ALLONS ENFANTS ETC … [80]
Hans Woller

Eine Urwahl und die Folgen

Der Anfang vom Ende der konservativen UMP

Von Hans Woller, Paris

Erstmals in ihrer jungen, zehnjährigen Geschichte hat Frankreichs grösste konservative Partei, die UMP, vor einer Woche ihre rund 300.000 Mitglieder aufgerufen, per Urwahl einen neuen Parteivorsitzenden zu wählen. Das Ergebnis: Die Partei steht kurz vor der Spaltung.(Mehr...)

ALLONS ENFANTS ETC … / 79
Hans Woller

Die Zuflucht zum Islam in Frankreich

Ernüchternde Studien über die junge Einwanderergeneration

Von Hans Woller

Gespürt hat man es schon lange, es öffentlich zu sagen, war politisch nicht korrekt. Nun belegen gleich mehrere Studien: Frankreichs republikanisches Integrationsmodell funktioniert nicht mehr. Junge Franzosen afrikanischer Herkunft finden zunehmend Zuflucht im Islam.(Mehr...)

ALLONS ENFANTS ETC … [77]
Hans Woller

Der Präsident und die Regierung Ayrault in schweren Wassern

Pannen und eine gnadenlose öffentliche Meinung

Von Hans Woller, Paris

Absturz in den Meinungsumfragen, Unternehmer und Opposition auf Konfrontationskurs sowie reihenweise Pannen beim alltäglichen Regierungsgeschäft – Frankreichs Sozialisten haben es noch schwerer als erwartet.(Mehr...)

Allons enfants, etc. ... [74]
Hans Woller

Die Stimmung der Franzosen auf dem Tiefpunkt

Unter dem linken Präsidenten rückt das Land nach rechts

Von Hans Woller, Paris

Dass die Franzosen stets klagen, ist nicht neu. Doch noch nie blickten sie so pessimistisch in die Zukunft wie heute - und dies kurz nach einer Präsidentschaftswahl. Das zeigt eine Reihe von Untersuchungen.(Mehr...)

ALLONS ENFANTS ETC … / 67
Hans Woller

Macho-Gesindel auf Abgeordnetenbänken

Raunen, Murmeln, Buhen beim Auftritt der neuen Wohnungsbauministerin

Von Hans Woller, Paris

Eine Ministerin steht in der französischen Nationalversammlung Rede und Antwort - in einem harmlosen Sommerkleid. Für zahlreiche konservative Hinterbänkler war das schon zu viel.(Mehr...)

Allons enfants etc. [66]
Hans Woller

Lehrer werden? - Nein, danke

Das Desaster des französischen Schulwesens

Von Hans Woller, Paris

Frankreichs Präsident Hollande hat die Reform des krisengeschüttelten französischen Schul- und Ausbildungswesens zur absoluten Priorität seiner 5-jährigen Amtszeit erklärt. Nun hat er dabei aber ein Problem: Kaum jemand will in Frankreich mehr Lehrer werden.(Mehr...)

Allons enfants etc. [64]
Hans Woller

Frankreich - Der Zustand des Landes ...

... und der Fussball-Nationalmannschaft

Von Hans Woller, Paris

Der Pessimismus ist in Frankreich so gross und das Vertrauen in die Zukunft so gering wie in keinem anderen europäischen Land, sagen die Statistiker. Die Vorstellung der Fussball-Nationalmannschaft bei der EM spiegelt das wieder.(Mehr...)

Frankreich
Ulrich Meister

Freie Hand für Hollande - für welchen Kurs?

Zweiter Durchgang der Parlamentswahlen

Von Ulrich Meister, Paris

Die zweite Runde der französischen Parlamentswahlen hat den Sozialisten mit rund 300 Sitzen (auf 557) eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung beschert. Die Rechte hat über 100 Sitze verloren. Der Front National zieht wieder ins Parlament ein.(Mehr...)

Allons enfants etc. [63]
Hans Woller

Einzigartige Machtfülle der Sozialisten

Frankreich wählt und wählt und wählt

Von Hans Woller, Paris

Das linke Lager – Sozialisten, Linksliberale, Grüne und Linkspartei – hat gestern, allerdings bei einer Wahlbeteiligung von nicht mal 60 %, im 1. Wahlgang die Grundlage für eine deutliche Mehrheit in der Nationalversammlung gelegt.(Mehr...)

Allons enfants etc. [62]
Hans Woller

Mariani, Estrosi, Ciotti und Luca - vier gallische Abgeordnete

Die wöchentliche Frankreich-Kolumne

Von Hans Woller, Paris

Diese vier Vertreter der „populären Rechten“ fischen in ihren Wahlkreisen im Südosten Frankreichs schon seit Jahren in rechtsextremen Gewässern – so auch für die Parlamentswahlen nächsten Sonntag. Die Geschichte, die sich hinter ihren Familiennamen verbirgt, haben sie dabei einfach über Bord geworfen.(Mehr...)

Allons enfants etc. [59]
Hans Woller

Die ersten Schritte des „normalen“ Präsidenten …

… und der Abgang des anderen

Die wöchentliche Frankreichkolumne von Hans Woller, Paris

Am Dienstag geht in Frankreich die Übergangsperiode nach der Präsidentenwahl am 6. Mai zu Ende: Der Sozialist, François Hollande, zieht in den Elyséepalast ein, am Mittwochabend soll die neue Regierung stehen.(Mehr...)

Frankreich/Deutschland
Gisbert Kuhn

„Merkollande“ – aneinander gekettet

Deutsch-französische Kooperation hängt nicht an der Parteipolitik

Von Gisbert Kuhn, Bonn

Trotz allen anderslautenden Wahlkampfaussagen: Deutschland und Frankreich müssen weiter zusammenarbeiten. Je schneller desto besser.(Mehr...)

Frankreich
Ulrich Meister

Hollande - ein ungewöhnlicher Wahlsieger

Sarkozy, Opfer der Krise und seiner selbst

Von Ulrich Meister, Paris

Der Sozialist François Hollande hat am Sonntag die Präsidentenwahl in Frankreich gewonnen. Das erfordert Anpassungen im deutsch-französischen Verhältnis inbezug auf die EU. Hollande muss seine Politik erst noch präzisieren.(Mehr...)

Frankreich Wählt
Journal21

Gerangel um die Veröffentlichung erster Ergebnisse

Ein sinnvolles, aber anachronistisches Gesetz

In Frankreich dürfen Wahlergebnisse nicht vor 20.00 Uhr veröffentlicht werden. In der Schweiz schon. So klicken denn Millionen Franzosen Schweizer Internet-Auftritte an.(Mehr...)

Allons enfants, etc. [53]
Hans Woller

Das grosse Schlachten und nichts zum Fressen

Sarkozys Wahlkampf: Je dicker aufgetragen, desto besser

Von Hans Woller, Paris

Was tun, um aus den Tiefen der ungünstigen Meinungsumfragen herauszukommen? Nicolas Sarkozy versucht so ziemlich alles.(Mehr...)

FRANKREICH
Ulrich Meister

Gesetz zum Armenier-Genozid verfassungswidrig

Das Parlament ist nicht Aufseher der Geschichte

Von Ulrich Meister, Paris

Der französische Verfassungsrat hat ein Gesetz, das die Leugnung des Armenier-Genozides von 1915 unter Strafe (Gefängnis und Busse) stellen wollte, als verfassungswidrig zurückgewiesen. Damit wurde eine schwere Krise zwischen Frankreich und der Türkei vermieden. Die Entscheidung ist eine Schlappe für Präsident Sarkozy.(Mehr...)

Allons enfants, etc... [50]
Hans Woller

Frankreich und der rote Teppich für Katar

Die wöchentliche Frankreich-Kolumne

Von Hans Woller, Paris

Zwischen Frankreich und Katar, dem winzigen, aber extrem reichen Golfstaat, sind in den letzten Jahren immer engere Bande geknüpft worden. Langsam sorgt dies im Hexagon für Stirnrunzeln.(Mehr...)

Literatur
Heinz Hug

Erinnern am Beispiel des algerischen Unabhängigkeitskriegs

Laurent Mauvigniers Roman „Des Hommes“ auf Deutsch

Von Heinz Hug

Mit „Die Wunde“ leistet der fünf Jahre nach dem Algerienkrieg geborene Laurent Mauvignier einen bemerkenswerten Beitrag zur Aufarbeitung eines düsteren Kapitels der französischen Geschichte.(Mehr...)

Zwischenruf
Heiner Hug

Von der Schwierigkeit, Franzose zu sein

"...das Gesindel, das wir angeblich sind..."

Von Hans Woller, Paris

Das offizielle Frankreich, das Establishment und weite Kreise der Politik haben ein sehr ernstes Problem mit der Bevölkerung ihres eigenen Landes.(Mehr...)

FRANKREICH
Ulrich Meister

Das Ende einer französischen Mär

Neue Gutachten zeigen, dass der französische Atomstrom viel teurer ist als bisher angenommen

Ulrich Meister, Paris

In der Auseinandersetzung über die Nuklearenergie - Ausstieg, Reduktion oder Bau neuer Sicherheitsreaktoren - haben alle französischen Regierungen, linke und rechte, immer argumentiert, dass der Atomstrom die billigste Energie sei und Frankreich dank seiner 58 Reaktoren die günstigsten Strompreise anbiete. Es war eine Mär.(Mehr...)

Allons enfants, etc. [43]
Hans Woller

Frankreich - ein depressives Land im Präsidentschaftswahljahr

Die wöchentliche Frankreich-Kolumne

Von Hans Woller, Paris

In etwas mehr als drei Monaten sind die Franzosen aufgerufen, am 22. April und am 6. Mai in zwei Durchgängen ihren Staatspräsidenten zu wählen - in der nach wie vor zentralistischen und monarchistischen 5. Republik die Wahl der Wahlen schlechthin.(Mehr...)

ALLONS ENFANTS ETC [41]
Hans Woller

Frankreich hat nun auch eine Atom-Debatte

Und das nur fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl!

Wenn auch mit einiger Verzögerung, so ist, nach der Atomkatastrophe von Fukushima , jetzt doch tatsächlich auch im europäischen Atomkraftstaat schlechthin eine Debatte über Atomenergie beziehungsweise den Ausstieg daraus in Gang gekommen(Mehr...)